1945-49

 

Politischer Neubeginn: Verbände

Ausweis: Beitritts-Karte der Freien Einheitsgewerkschaft, 1946
Abzeichen: Turn- und Kreissportfest Bad Rothenfelde, 1949

Auch Vereine und Verbände werden von den jeweiligen Militärregierungen zugelassen. In allen Besatzungszonen organisiert sich eine parteipolitisch unabhängige Einheitsgewerkschaft. Sie löst die politischen Richtungsgewerkschaften der Weimarer Republik ab. Die westlichen Besatzungsmächte erlauben auch die Gründung von Wirtschaftsverbänden, vielfach entstehen schon gleich nach dem Einmarsch Handels- und Handwerkskammern. Wegen der Fülle der akuten Wirtschaftsprobleme glauben die Besatzungstruppen, auf die Kammern angewiesen zu sein.

Die Entwicklung der Gewerkschaften verläuft in den Besatzungszonen sehr unterschiedlich. Schon vor der Potsdamer Konferenz erlaubt die sowjetische Besatzungsmacht die Gründung freier Gewerkschaften, die Tarifverträge mit den Arbeitgebern abschließen, Unterstützungs- und Versicherungskassen organisieren sowie Bildungs- und Kulturarbeit leisten dürfen. In den westlichen Besatzungszonen unterliegen Gewerkschaftsbildungen zunächst erheblichen Beschränkungen; ein Dachverband wird erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland zugelassen.
Im Mittelpunkt der westlichen Gewerkschaftsbewegungen stehen Forderungen zur Abwehr der Versorgungskatastrophe und der alliierten Demontage-Politik.
Vereine, besonders im sportlichen Bereich, erfreuen sich bald wieder großer Beliebtheit. Der Sport überwindet traditionelle Schranken. Arbeitersport und bürgerlicher Sport, Turn- und Sportvereine schließen sich zusammen - die Einheitssportbewegung entsteht.

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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