1945-49 |
Politischer Neubeginn: Verwaltung |
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Nach der Beseitigung der nationalsozialistischen Herrschaftsstruktur beleben sich Traditionen der kommunalen Selbstverwaltung aus der Zeit vor 1933. Vorerst jedoch arbeitet die gesamte Verwaltung im Auftrag der Militärregierung. Fast alles bedarf der vorherigen Genehmigung. Enorme Probleme sind zu lösen: Wohnungsnot, Flüchtlingselend, Lebensmittelknappheit. Solange Zentralstaat und Länder politisch nicht existieren, müssen Kommunen auch deren Aufgaben mitübernehmen. Vorübergehend haben Stadtsiegel die Geltung von Staatssiegeln. Die Verwaltung innerhalb der vier Zonen ist unterschiedlich organisiert: In der sowjetischen Besatzungszone ist die Zentralisierung am stärksten ausgeprägt. Hier verlagert sich das Schwergewicht der Verwaltungsbefugnisse zunehmend von den Ländern auf die bereits 1945 errichteten übergeordneten Zentralverwaltungen. In der britischen Zone gibt es seit Ende 1945 zentrale Zonenorgane, allerdings lediglich mit beratender Funktion. Die amerikanische Zone ist durch einen früh ausgeprägten Länderföderalismus gekennzeichnet, der aber durch ein Koordinierungsgremium auf Zonenebene, den Länderrat, abgeschwächt wird. Die französische Besatzungsmacht bildet den Föderalismus am stärksten aus, mit dem Ziel, die deutsche Zentralgewalt zu schwächen. Im Westen bringen vor allem frühere Politiker der Weimarer Republik ihre Erfahrungen ein. Im Osten besetzen Kommunisten Schlüsselpositionen in den Kommunen und im gesamten Staatsapparat.
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