1945-49

 

Wiederaufbau und Wirtschaft: Sozialistische Zentralplanwirtschaft

Plakat der Gesellschaft für  Deutsch-Sowjetische Freundschaft, 1951
Plakat zur Erfüllung des Halbjahrplans, 1948

Schon rasch zeigt sich in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), dass die sowjetische Besatzungsmacht sich beim Neuaufbau der Wirtschaft an ihrem eigenen Modell orientiert: Die Marktwirtschaft und das Privateigentum an Produktionsmitteln sollen abgeschafft werden. Mit den Produktionsverhältnissen sollen auch die Gesellschaftsstrukturen verändert werden. Die ökonomischen Umwälzungen erfolgen in der sowjetischen Besatzungszone auf Anordnung von oben.

Die Boden- und Industriereform von 1945/46 legt in der sowjetischen Besatzungszone den Grundstein für den Aufbau einer sozialistischen Zentralplanwirtschaft nach sowjetischem Muster. Die aufgrund von Befehlen der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) beschlagnahmten Industriebetriebe werden entweder als Volkseigene Betriebe (VEB) durch die Landes- und Provinzialverwaltungen übernommen oder als Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) direkt von der SMAD kontrolliert. Die Bodenreform schafft zunächst viele kleinbäuerliche Betriebe, die dann in den 50er Jahren gezwungen werden, sich zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammenzuschließen.
Von der Zentralplanwirtschaft werden in der Nachkriegszeit vielfach Rationalisierungsgewinne und Produktivitätssteigerungen erwartet. Durch den Staat werden dabei alle wirtschaftlichen Vorgänge dirigiert und kontrolliert. 1948 wird in der SBZ die Zentralplanwirtschaft eingeführt. Die Konzentration von Planung und Lenkung findet mit der Errichtung der Staatlichen Planungskommission 1950 ihren Abschluss.
Trotzdem existieren auch weiterhin Privatbetriebe in der DDR. In größerer Zahl sind sie vor allem in der Gastronomie, im Handwerk und im Einzelhandel zu finden.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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