1990/91 -heute |
Folgen der deutschen Einheit: Abzug alliierter Truppen |
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Das Ende des Ost-West-Gegensatzes und die Überwindung der deutschen Teilung haben die Sicherheitspolitik grundlegend verändert. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag befristet den Aufenthalt der Sowjetarmee in der ehemaligen DDR bis Ende 1994. Im Rahmen der konventionellen Abrüstung in Europa verringern die Westalliierten ihre Streitkräfte. Zwei Drittel der 400.000 US-Amerikaner, Franzosen, Briten, Kanadier, Belgier und Niederländer in Westdeutschland ziehen bis 1995 ab. Die Folgen dieses Rückzugs sind unterschiedlich: Ballungsräume profitieren von freiwerdenden Wohnungen, Kasernen und Grundstücken. Strukturschwache Regionen hingegen leiden unter dem Abbau von Arbeitsplätzen und Kaufkraft. Am 18. Juni 1994 findet in Berlin die letzte gemeinsame Parade der westalliierten Truppen unter dem Jubel von 75.000 Zuschauern statt. Bei der letzten Parade der russischen 6. Garde-Schützenbrigade am 25. Juni in Berlin-Köpenick verabschieden sich die russischen Truppen mit einem auf deutsch gesungenen Marschlied. Am 8. September folgt die feierliche Verabschiedung der Westalliierten in Berlin. Gäste sind der französische Staatspräsident François Mitterrand (1916-1996), der britische Premierminister John Major (geb. 1943) sowie der Außenminister der USA, Warren Christopher (geb. 1925). Zum ersten Mal findet am Brandenburger Tor im vereinten Berlin der Große Zapfenstreich als höchstes Zeremoniell der Bundeswehr statt. Am 31. August werden die letzten russischen Soldaten in Anwesenheit des russischen Präsidenten Boris Jelzin in Berlin verabschiedet. In einem vorangegangenen Streit über die Modalitäten des Abzugs hat Jelzin seine Forderung, gemeinsam mit den Westalliierten verabschiedet zu werden, nicht durchsetzen können. In seiner Rede betont er ebenso wie Bundeskanzler Helmut Kohl, dass die russischen Soldaten als Freunde gehen. Mit dem Abzug haben etwa 380.000 russische Soldaten sowie 210.000 Zivilpersonen das Gebiet der ehemaligen DDR sowie Ost-Berlin verlassen. (ke) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |