1990/91 -heute |
Folgen der deutschen Einheit: Bundestagswahl 2002 |
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Die rot-grüne Koalition mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird bei der Wahl zum 15. Deutschen Bundestag am 22. September 2002 knapp bestätigt. Die SPD und die CDU/CSU mit ihrem Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) erhalten bei der Bundestagswahl jeweils 38,5 Prozent der Stimmen. Die SPD wird jedoch stärkste Fraktion, da sie drei Überhangmandate mehr gewinnt als die Union. Bündnis 90/Die Grünen erzielen einen Stimmenanteil von 8,6 Prozent, die Freie Demokratische Partei (FDP) kommt auf 7,4 Prozent. Im Gegensatz zur Bundestagswahl 1998 scheitert die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) an der Fünf-Prozent-Hürde, erhält aber zwei Direktmandate. Am 22. Oktober 2002 wird Gerhard Schröder mit 305 von insgesamt 599 abgegebenen Stimmen im Deutschen Bundestag als Bundeskanzler wiedergewählt. Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer wird ebenfalls im Amt bestätigt. Wie schon bei der vorherigen
Bundestagswahl ist auch 2002 die hohe Arbeitslosigkeit das beherrschende
Wahlkampfthema. Dem Versprechen des Bundeskanzlers, die Ausgangssituation
von 1998 zu verbessern, steht die fast unveränderte Zahl von über
vier Millionen Arbeitslosen gegenüber. Fehlende Alternativprogramme
der Opposition und die Spendenaffäre
der CDU Ende 1999 drängen die Probleme der rot-grünen Koalition
zunächst in den Hintergrund. Zahlreiche Reformen zur Sanierung des
Haushaltes und Verbesserung der Arbeitsmarktlage erweisen sich jedoch im
Laufe der Legislaturperiode als wirkungslos und sind bei den Wählern
unpopulär. Erst das schnelle Handeln
anlässlich der Flutkatastrophe
im Osten Deutschlands und die strikte Ablehnung einer Beteiligung an
einem möglichen Militäreinsatz im Irak führen kurz vor der
Wahl zu einem Stimmungsumschwung zugunsten der Regierungskoalition: Es kommt
zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten. Die Bundestagswahl geht denkbar knapp aus: Die rot-grüne Koalition wird bestätigt, hat es aber aufgrund der CDU/CSU und FDP-Mehrheit im Bundesrat schwer, die geplanten Reformvorhaben durchzusetzen. (reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |