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Soziologe, Philosoph, Musiktheoretiker und Komponist
- 1903
-
11. September: Theodor Wiesengrund Adorno wird als Sohn des Weinhändlers Wiesengrund
und seiner Frau, der italienischen Sängerin Maria Calvelli-Adorno, in Frankfurt/Main
geboren.
Während seiner Gymnasialzeit schließt er Freundschaft mit dem späteren
Sozialwissenschaftler und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer (1889-1966).
- 1921-1923
-
Studium der Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musiktheorie in Frankfurt/Main. Adorno
schließt Freundschaft mit
Max Horkheimer und
Walter Benjamin.
Parallel zu seinem Studium ist Adorno bereits als Musikkritiker für die Zeitschrift "Neue
Blätter für Kunst und Literatur" tätig.
- 1924
-
Adorno promoviert in Frankfurt/Main bei Hans Cornelius (1863-1947) über "Die
Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie" und steht
damit noch ganz in der Tradition der transzendentalen Erkenntnistheorie.
- 1925/26
-
Studium der Musiktheorie und Kompositionslehre bei Alban Berg (1885-1935) und
Arnold Schönberg
in Wien. Er widmet sich schriftstellerischen und kompositorischen Arbeiten.
- 1929-1930
-
Adorno ist Redakteur der Kulturzeitschrift "Anbruch".
- 1931
- Adorno habilitiert sich bei Paul Tillich mit der Arbeit "Kierkegaard,
Konstruktion des Ästhetischen" und hält seine Antrittsvorlesung
über "Die Aktualität der Philosophie", die stark von Benjamin
beeinflusst ist.
- 1933
-
Adorno wird im Zuge der Amtsenthebung jüdischer Dozenten die Lehrbefugnis entzogen.
- 1934
-
Nach der Emigration nach Oxford arbeitet Adorno als Dozent am Merton College.
- 1937
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Heirat mit Gretel Karplus.
- 1938
-
Adorno emigriert in die USA und wird offizielles Mitglied des nach New York übergesiedelten
Instituts für Sozialforschung.
- 1942-1944
-
Übersiedlung nach Kalifornien, um dort zusammen mit Max Horkheimer an der "Dialektik der
Aufklärung" zu arbeiten.
- 1944 -1949
-
Er leitet das Research Project on Social Discrimination in Los Angeles.
- 1947
-
Zusammen mit Max Horkheimer veröffentlicht Adorno in den USA die "Dialektik der
Aufklärung", die erst 1969 in Deutschland erscheint. In dem ebenso berühmten wie
umstrittenen Werk suchen die Verfasser eine Antwort auf die Frage, "warum die Menschheit,
anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei
versinkt".
- 1949
- Adorno kehrt nach Deutschland zurück. Er erhält eine außerplanmäßige
Professur für Sozialphilosophie an der Universität Frankfurt/Main.
Parallel dazu leitet er gemeinsam mit Horkheimer das wieder eingerichtete
Institut für Sozialforschung in Frankfurt/Main.
Veröffentlichung der Schrift "Philosophie der neuen Musik".
- 1950
- Mitverfasser der empirisch fundierten, soziologischen Studie "Der
autoritäre Charakter" über den Zusammenhang von Autoritätsgläubigkeit
und Faschismus.
- 1951
-
Veröffentlichung der Schrift "Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben".
- 1952
-
August: Neben anderen referiert Adorno bei den
Kölner Mittwochgesprächen zum Thema
"Die kulturelle und soziale Strukturveränderung im geeinten Deutschland".
- 1952-1953
-
Adorno leitet die Hacker Foundation in Beverly Hills.
- 1956-1969
-
Ordinarius für Soziologie und Philosophie in Frankfurt/Main.
Veröffentlichung der Schriften "Zur Metakritik der Erkenntnistheorie" (1956), und "Jargon der
Eigentlichkeit - Zur deutschen Ideologie" (1964).
- 1958
-
Adorno übernimmt die Leitung des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/Main.
- 1959
-
Auszeichnung mit dem Berliner Kritikerpreis für Literatur.
- 1961
-
Auf dem Soziologentag in Tübingen beginnt eine Auseinandersetzung
zwischen Karl Popper (1902-1994) und Adorno über Methodenprobleme der Sozialwissenschaften der als Positivismusstreit
bekannt wird. 1969 gibt Adorno zusammen mit anderen den Band "Der Positivismusstreit in
der deutschen Soziologie" heraus.
- 1963
-
Veröffentlichung der "Studien zu Hegel".
Auszeichnung mit der Frankfurter Goetheplakette.
- 1966
-
Veröffentlichung der Schrift "Negative Dialektik". Adorno geht darin von einer Neudefinition
des Verhältnisses von Subjekt und Objekt aus und sieht die Aufgabe der Philosophie in der
Darstellung der gesellschaftlichen Probleme mit philosophischen Mitteln.
- 1966-1969
-
Adorno gilt neben Max Horkheimer und
Herbert Marcuse als Hauptvertreter der Frankfurter
Schule und der Kritischen Theorie. Mit seiner Kritik an der bürgerlichen Ideologie der
allmählich zu Wohlstand gekommenen Nachkriegsgesellschaft und an der modernen
bürokratisierten und technisierten Welt erreicht er vor allem die junge Generation. Dabei lehnt
er wie seine Kollegen Horkheimer und Marcuse die gewalttätige Zuspitzung der
Studentenbewegung
und jede Art von Terror, auch den im Dienste der Revolution, entschieden ab.
Die "Ästhetische Theorie" wird 1970 aus dem Nachlass herausgegeben.
Darüber hinaus verfasst Adorno zahlreiche musikwissenschaftliche
Schriften, u. a. zu Gustav
Mahler und Schönberg, außerdem Aufsätze zur Literatur
und Kunst.
- 1969
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6. August: Theodor W. Adorno stirbt in Brig/Schweiz an den Folgen eines Herzinfarkts.
(bs/iz)
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