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Schriftsteller und Dramatiker
- 1910
- 23. Juni: Jean Marie Lucien Pierre Anouilh wird in Bordeaux/Frankreich
als Sohn eines Schneiders geboren. Durch die Mutter, eine Geigerin,
erhält er frühen Kontakt zur Theaterwelt. Nach dem Umzug nach
Paris studiert er einige Jahre Rechtswissenschaften und arbeitet in
einem Verlagshaus.
- 1929-1932
- Texter in einer Werbeagentur.
- 1931
- Sekretär des Schauspielers und Regisseurs Louis Jouvet in Paris.
- 1932
- Anouilh arbeitet als freier Schriftsteller und schreibt das Drama
"Das Weib Jesebel".
Theater-Debüt mit der Aufführung von "Der Hermelin" im Théâtre
de l'Oeuvre in Paris.
Hochzeit mit der Schauspielerin Monelle Valentin.
- 1936
- Veröffentlichung des Theaterstückes "Der Reisende ohne
Gepäck", das 1943 unter seiner Regie verfilmt wird. In dem Stück
äußert Anouilh seine Kritik an einer Gesellschaft, die den
guten Menschen verderbe.
- 1942-1946
- Aufführung der vor allem an der griechischen Mythologie orientierten
Stücke "Euridike" (1942), "Antigone" (1943), "Orest" (1945) und
"Medea" (1946). Charaktere und Probleme werden von Anouilh im existentialistischen
Sinn modernisiert und aktualisiert. So wird die "Antigone" für
viele zum Inbegriff des Widerstands gegen die deutsche Besatzungsmacht.
- 1947-1953
- Veröffentlichung von "Einladung ins Schloss (1947), "Ardèle
oder das Gänseblümchen" (1948), "Die Probe oder die bestrafte
Liebe" (1950), "Colombe, die weiße Taube" (1951), "Der Walzer
des Toreros" (1952), und "Die Lerche, Jeanne d'Arc" (1953).
- 1956
- Die Uraufführung der Komödie "Armer Bitos oder das Diner
der Köpfe", die eine satirische Attacke auf die französische
Revolution und ihr zeitgenössisches Nachspiel in den Monaten nach
der Befreiung 1944 darstellt, löst in weiten Kreisen der französischen
Bevölkerung Entrüstung aus.
- 1959
- Anouilhs letzte großen Theatererfolge werden "Mademoiselle
Molière" und "Beckett oder die Ehre Gottes".
- 1960/61
- Die Zahl der Aufführungen im deutschsprachigen Theater erreichen
ihren Höhepunkt, dabei wird die "Antigone" sein meist gespieltes
Stück.
- 1970
- Auszeichnung mit dem "Grand Prix mondial Cino del Duca" und mit dem
Preis der französischen Theaterkritik.
- 1977
- Das ZDF sendet Anouilhs Fernsehfilm "Könige sterben langsam".
- 1980
- Verleihung des "Großen Theaterpreises" durch die Académie
Française.
- 1987
- Letzte Veröffentlichung ist ein Band Jugenderinnerungen unter
dem Titel "Das Leben ist unerhört".
3. Oktober: Jean Anouilh stirbt in Lausanne.
(db/iz)
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