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Politiker
- 1906
- 25. August: Eugen Karl Albrecht Gerstenmaier wird in Kirchheim/Teck
als eines von sieben Kindern des evangelischen Betriebsleiters einer
Klavierfabrik geboren.
- 1921
- Ausbildung zum Kaufmann.
- 1931
- Gerstenmaier holt das Abitur nach und studiert im Anschluss Philosophie,
Germanistik und evangelische Theologie in Tübingen, Rostock und
Zürich. Promotion zum Lic.theol 1935.
- 1934
- Als Mitglied der Bekennenden
Kirche wird Gerstenmaier von den Nationalsozialisten kurzzeitig
verhaftet.
- 1936-1944
- Mitarbeiter im kirchlichen Außenamt der Evangelischen Kirche
Berlin, u. a. Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Weltkirchenkonferenz
in Oxford (1937).
- 1938
- Veröffentlichung der theologischen Studie "Die Kirche und die
Schöpfung", die von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen
nicht als Habilitation anerkannt wird.
Nach der Münchner
Konferenz schließt Gerstenmaier sich der Widerstandsgruppe
"Kreisauer Kreis" um Helmuth
James Graf von Moltke an und nimmt an der zweiten und dritten Kreisauer
Tagung teil.
- 1939/40
- Zwangsverpflichtung in die kulturpolitische Abteilung des Auswärtigen
Amtes.
- 1944
- 20.
Juli: Aufenthalt im Bendlerblock um den Umsturzversuch gegen Adolf
Hitler aktiv zu unterstützen. Gerstenmeier wird noch am gleichen
Abend verhaftet und vor dem Volksgerichtshof wegen Hochverrats angeklagt.
Durch eine geschickte Verteidigung wird Gerstenmaier im Gegensatz zu
den anderen Angeklagten nur zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt.
- 1945
- Befreiung aus der Haft durch amerikanische Truppen.
Mitbegründer des Hilfswerkes der "Evangelischen Kirchen Deutschlands"
(EKD).
- 1949-1969
- Mitglied des Bundestages für die Christlich
Demokratische Union (CDU).
- 1950-1954
- Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
- 1951
- Gerstenmaier muss die Leitung des Evangelischen Hilfswerkes wegen
"steuerlicher Unklarheiten" aufgeben.
- 1954
- Übernahme des Vorsitzes des Auswärtigen Ausschusses im
Bundestag.
- 1954-1969
- Wahl zum Bundestagspräsidenten. Er führt sein Amt mit viel
Repräsentationssinn und nimmt umfangreiche bauliche Maßnahmen,
wie das nach ihm mit "langer Eugen" benannte Abgeordnetenhaus in Bonn,
vor.
- 1956
- Wahl zu einem der Stellvertreter des Parteivorsitzenden der CDU.
Mitbegründer und Leiter der Deutschen Afrikagesellschaft.
- 1969
- Aufgrund eines politischen Skandals tritt Gerstenmaier von seinem
Amt als Bundestagspräsident zurück.
Ihm wird vorgeworfen, ungewöhnlich hohe Wiedergutmachungsleistung
für die Behinderung seiner Lehrtätigkeit durch die Nationalsozialisten
erhalten zu haben.
Aus demselben Grund muss er auch aus dem Präsidium der Deutschen
Afrikagesellschaft zurücktreten.
- 1980
- Mitglied einer überparteilichen Schiedsstelle im Bundestagswahlkampf
1980.
- 1981
- Veröffentlichung seiner Memoiren unter dem Titel "Streit und
Frieden hat seine Zeit".
- 1986
- 13. März: Eugen Gerstenmaier stirbt in Remagen.
(iz)
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