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Politiker, Revolutionär
- 1928
- 14. Juni: Ernesto (genannt "Ché") Guevara Serna wird in Rosario/Argentinien
als ältestes von fünf Kindern geboren.
Beeinträchtigt durch eine schwere Asthmaerkrankung wird er in den ersten Schuljahren zu Hause unterrichtet. Die Krankheit begleitet ihn sein Leben lang
.
- 1947
- Beginn des Studiums der Medizin in Buenos Aires.
- 1953
- Nach seiner Promotion zum Dr. med. bricht Guevara zu einer Südamerika-Reise
auf. Er entgeht damit dem Militärdienst
unter dem ihm verhassten Staatspräsidenten Juan Domingo Peron (1895-1974).
Begegnungen mit der verarmten Bevölkerung des Kontinents und
seine Arbeit in einer bolivianischen Lepra-Station lassen ihn zu einem
politischen Menschen werden.
- 1954
- Guevara versucht vergeblich den Widerstand gegen den neuen guatemaltekischen
Präsidenten zu organisieren. Danach trifft er in Mexiko auf Fidel
Castro und dessen Anhänger, die medizinische Hilfe benötigen.
Guevara schließt sich der Gruppe an und erhält den Beinamen
"Ché".
August 1954: Heirat mit Hilda Gadea Acosta. Die Ehe wird später geschieden, aus ihr geht eine Tochter hervor.
- 1956-1958
- Als einer von 80 Revolutionären schifft Guevara sich auf der
"Granma" von Mexiko aus ein, um Kuba "zu erobern". Die wenigen Überlebenden
der Aktion organisieren einen jahrelangen Guerillakrieg in der Sierra
Maestra/Kuba. Castro ernennt Ché zum "Commandante", dem höchsten Rang in der Truppe.
29.-31. Dezember 1958: Unter Führung ihres "Commandante" Ché gelingt es den Guerilleros die strategisch wichtige Stadt Santa Clara einzunehmen. Der kubanische Regierungschef Fulgencio Batista y Zaldivar (1901-1973) geht ins Exil.
- 1959
- 4. Januar: Siegreicher Einzug Castros in Havanna. Als Kommandant der Festung "La Cabana" lässt Guevara hunderte vermeintliche Regimekritiker oder Armeeangehörige erschießen.
9. Februar: Guevaras Verdienste bei dem Sturz des kubanischen Diktators Fulgencio
Batista y Zaldívar werden ihm mit der Erklärung zum
"von Geburt Kubanischer Staatsbürger" gedankt.
Juni: Heirat mit Aleida March de la Fore. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.
Im November wird er als bestimmender Wirtschaftsberater und eigentlicher
Ideologe der neuen Regierung zum Leiter der Nationalbank von Kuba ernannt.
- 1959-1961
- Guevara besucht mehrmals Ost-Berlin und Moskau.
Handelsabkommen mit der Sowjetunion und China.
- ab 1961
- Guevara übernimmt das Amt des kubanischen Industrieministers. In dieser Funktion
löst er die wirtschaftliche Verpflechtung Kubas mit westlichen Ländern, indem er weite Teile der kubanischen Wirtschaft verstaatlicht. Das gesamte nordamerikanische Eigentum auf der Insel wird enteignet. Dies führt zu der bis heute andauernden wirtschaftlichen Blockade durch die USA. In einem Vierjahresplan will er eine Erhöhung der Zuckerproduktion von fünf auf neun Millionen Tonnen erreichen, die Industralisierung verstärken (Stahl, Energie, Textilien), die Förderung von Nickel und Kobalt erhöhen und eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln verwirklichen. Guevara setzt eine Landreform durch und startet ein großes Siedlungs- und
Bildungsprogramm für die Landbevölkerung.
17. April 1961: Unter der Leitung der CIA und ausgerüstet mit amerikanischen Waffen landen 1300 Exilkubaner in der Bahía de Cochinos (Schweinebucht) an der Südküste Kubas.
Ziel der Invasion ist es, eine Konterrevolution gegen Castro in Kuba zu entfachen, an der sich möglichst auch Teile der kubanischen Armee beteiligen sollen. Die Invasoren treffen auf erbitterten Widerstand der Kubaner und müssen sich nach drei Tagen geschlagen geben.
- 1962-1964
- Guevara verhandelt mit der UdSSR über sowjetische Waffenlieferungen
und Hilfsleistungen. Die Stationierung von sowjetischen Raketenabschussrampen
führt im Herbst des Jahres zur
Kuba-Krise.
Die rigide Planwirtschaft und die ambitionierten Industriealisierungspläne Guevaras führen in eine Versorgungskrise. Es kommt zu Rationierungen der wichtigsten Lebensmittel, wie zum Beispiel Bohnen, Reis, Eier und Milch.
- 10.-12. November 1964: Guevara hält eine Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York.
- 1964/65
- Reise durch afrikanische und asiatische Staaten, darunter auch die
Volksrepublik China.
Oktober: Fidel Castro verliest einen angeblichen Abschiedsbrief Guevaras,
in dem dieser auf all seine Ämter und die kubanische Staatsangehörigkeit
verzichtet, um sich wieder dem "Kampf gegen den Imperialismus" zu widmen.
1965: Guevara versucht mit rund 200 Kämpfern eine Revolution im Kongo zu entfachen. Die kongolesischen Widerstandskämpfer begegnen ihm mit großem Misstrauen. Nach einem halben Jahr müssen Guevaras Truppen demoralisiert und geschlagen das Land verlassen.
- 1966
- Zusammen mit anderen Guerillakämpfern lässt sich Guevara
nach Bolivien einschleusen. Im bolivianischen Dschungel beginnt er mit
dem Aufbau eines Guerillalagers. Sowohl die kommunistische Partei Boliviens und als auch die Landbevölkerung verweigern ihm die Unterstützung.
- 1967
- Eine kubanische Zeitschrift veröffentlicht eine angebliche Botschaft
Guevaras an die Kubaner, in Lateinamerika "mehrere Vietnams" zu schaffen.
Mit der Bildung vieler ähnlicher Krisenherde wie in Vietnam hofft
Guevara die USA zu schwächen.
Der bolivianische Präsident bezeichnet Guevara als Urheber der
dortigen Guerillatätigkeit und setzt eine Prämie auf Guevaras
Kopf aus.
9. Oktober: Ernesto "Ché" Guevara wird bei einem Gefecht mit
der bolivianischen Armee bei Higueras verwundet und gefangen genommen.
Kurze Zeit später wird "Ché" Guevara erschossen.
16. Oktober: In Vallegrande wird der Leichnam aufgebahrt und Journalisten präsentiert. Die Bilder gehen um die ganze Welt.
Guevara wird an einem unbekannten Ort beigesetzt.
- 1997
- Wissenschaftler entdecken unter einer Starbahn in Vallegrande das später als echt identifizierte
Skelett von Guevara. Damit erweist sich die frühere Behauptung,
er sei eingeäschert worden, als falsch. Der Leichnam wird nach
Kuba überführt und mit einem Staatsbegräbnis in einem
Mausoleum in Santa Clara beigesetzt.
- 2004
- Der US-amerikanische Spielfilm
"Die Reise des jungen Ché" beschreibt die Südamerikareise
des jungen Guevara mit seinem Freund Alberto. Der Film erhält die
Goldene Palme in Cannes und ist 2005 für den Golden Globe Award
für den besten ausländischen Film nominiert.
(iz/reh)
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