1879-1968

 

Otto Hahn

Photo: Otto Hahn, 1968

Chemiker

1879
8. März: Otto Hahn wird in Frankfurt/Main als Sohn eines Geschäftsmannes geboren.
1901
Nach dem Studium der Chemie in Marburg und München promoviert Hahn zum Dr. phil. und wird anschließend Assistent an der Universität in Marburg.
ab 1904
Forschungstätigkeit in London, Montreal/Kanada (1905) und später Berlin (1906); Konzentration auf radiochemische Forschung.
1905
Entdeckung eines neuen radioaktiven Elements, das Radiothor genannt wird.
1910
Mitglied der internationalen Radium-Standard-Kommission in Brüssel.
Gemeinsam mit Lise Meitner und Otto von Baeyer gelingt es ihm zum ersten Mal, Betastrahl-Spektren von einer Reihe radioaktiver Strahlen zu erhalten. Dieses Verfahren spielt in der modernen Atomforschung eine wesentliche Rolle.
Ernennung zum Professor für Chemie in Berlin.
ab 1912
Mitarbeiter des neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Institutes für Chemie in Berlin-Dahlem.
1918
Gemeinsam mit Lise Meitner entdeckt Hahn das Element 91, welches den Schlüssel zur Klärung der Zerfallserscheinungen der radioaktiven Elemente darstellt.
1928-1945
Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts, das er bereits seit 1924 kommissarisch leitet.
1938
Da Lise Meitner als Jüdin Deutschland verlassen musste, vollendet Hahn mit seinem neuen Mitarbeiter Strassmann den berühmt gewordenen Versuch, bei dem erstmals die Spaltung des Uran-Kerns durch Neutronen gelingt. Bei dieser Kernspaltung werden bisher nicht vorstellbare Mengen von Energie freigesetzt. Damit sind die Voraussetzungen zur technischen Nutzung der Kernenergie, aber auch zur Herstellung von Atomwaffen gelegt.
1939-1945
Während des Zweiten Weltkrieges konzentriert sich die Arbeit Otto Hahns auf die Isolierung und Identifizierung neuer unbekannter Atomarten, die bei der Urankernzertrümmerung als radioaktive "Spaltprodukte" entstehen.
1945
Wie andere führende Wissenschaftler wird Otto Hahn in England interniert.
November: Verleihung des Nobelpreises 1944 für Chemie.
1948-1960
Präsident der "Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften", der Nachfolgeorganisation des "Kaiser-Wilhelm-Institutes".
In dieser Eigenschaft fordert Hahn immer wieder ein Atomwaffenverbot.
1954
Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.
seit 1956
Mitglied des Präsidiums der Deutschen Atomkommission für friedliche Nutzung der Atomenergie.
1957
Unterzeichnung der Göttinger "Erklärung der 18 Atomwissenschaftler" gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.
1959
Gründung des Hahn-Meitner-Institutes für Kernforschung in Berlin.
1968
28. Juli: Otto Hahn stirbt in Göttingen.

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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