1930-1989

 

Alfred Herrhausen

Bankier

1930
30. Januar: Alfred Herrhausen und seine Zwillingsschwester Anne werden in Essen als Kinder des Vermessungsingenieurs Karl Herrhausen und dessen Frau Hella geboren.
1942-1945
Aufgrund seiner besonderen schulischen Leistungen wird Herrhausen in die Reichsschule der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP) in Feldafing aufgenommen. Hier soll der "Führernachwuchs" im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie herangebildet werden. Nach Kriegsende wird Herrhausen zunächst von den Eltern eines Mitschülers in Tirol aufgenommen, bevor er sich mit 15 Jahren allein in seine Heimatstadt Essen durchschlägt.
1945-1948
Besuch eines Essener Gymnasiums. Hier besteht Herrhausen die Abiturprüfung ein Jahr früher als seine Altersgenossen.
1949-1952
Studium der Betriebswirtschaft an der Universität zu Köln. Promotion zum Dr. rer.pol.
1952-1955
Direktionsassistent bei der Ruhrgas AG in Essen.
1953
Heirat seiner Studienfreundin Ulla Sattler, Tochter des Generaldirektors der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW).
1955
Wechsel zur VEW nach Dortmund. Dort erhält Herrhausen bereits vier Jahre später - als 29-Jähriger - Prokura.
1956
Herrhausen wird von der VEW AG im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme für eine einjährige Tätigkeit bei einer amerikanischen Bank in New York freigestellt.
1959
Geburt der Tochter Bettina.
1967
Vorstandsmitglied der VEW.
1970
Wechsel zur Deutschen Bank nach Düsseldorf, ab 1984 Frankfurt am Main. Obwohl Herrhausen branchenfremder Quereinsteiger ist, wird er gleich als stellvertretendes Vorstandsmitglied eingestellt.
1971
Nach der außergewöhnlich kurzen Frist von einem Jahr wird er zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Deutschen Bank ernannt.
1977
5. September: Nach der Scheidung von seiner Frau Ulla heiratet Herrhausen die Medizinerin Traudl Baumgartner.
11. September: Unter dem Eindruck der Entführung Hanns Martin Schleyers durch die Rote Armee Fraktion (RAF) hinterlegt Herrhausen eine Erklärung, in der er für den Fall seiner Entführung die Erfüllung erpresserischer Forderungen ablehnt.
1978
Geburt der Tochter Anna.
1979
Herrhausen bewirbt sich erfolglos als Vorstandsvorsitzender bei Daimler- Benz.
1982
Nach der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler erarbeitet Herrhausen als einer von drei "Stahlmoderatoren" im Auftrag der neuen Regierung ein Konzept zur Umstrukturierung der deutschen Stahlindustrie.
1985
Herrhausen wird zusammen mit seinem Kollegen F. Wilhelm Christians vom Aufsichtsrat zum Vorstandssprecher der Deutschen Bank ernannt. In seiner neuen Position setzt er sich vor allem für eine Internationalisierung des Unternehmens ein.
1987
Auf einer Tagung der Weltbank in Washington regt Herrhausen einen Schuldenerlass der Gläubigerbanken für die hoch verschuldeten Entwicklungsländer an. Im Vorstand der Deutschen Bank stößt dieser Vorschlag auf scharfe Kritik.
1988
Herrhausen wird alleiniger Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler-Benz setzt er sich für die umstrittene Übernahme des Rüstungs- und Luftfahrtunternehmens Messerschmitt-Bölkow-Blohm durch den Automobilkonzern ein.
1989
Herrhausen legt Pläne für eine radikale Umstrukurierung der Deutschen Bank vor, die im Unternehmen heftig kritisiert werden.
30. November: Während der morgendlichen Autofahrt zur Arbeit wird Alfred Herrhausen in seinem Wohnort Bad Homburg durch einen Bombenanschlag der Rote Armee Fraktion (RAF) ermordet. Sein Chauffeur Jakob Nix überlebt leicht verletzt. Die RAF übernimmt in einem Bekennerschreiben die Verantwortung für die Tat. Die Identität der für das Attentat verantwortlichen Terroristen wird nie geklärt.

(str) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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