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Bankier
- 1930
- 30. Januar: Alfred Herrhausen und seine Zwillingsschwester Anne werden
in Essen als Kinder des Vermessungsingenieurs Karl Herrhausen und dessen
Frau Hella geboren.
- 1942-1945
- Aufgrund seiner besonderen schulischen Leistungen wird Herrhausen
in die Reichsschule der Nationalsozialistischen
Partei Deutschlands (NSDAP) in Feldafing aufgenommen. Hier soll
der "Führernachwuchs" im Sinne der nationalsozialistischen
Ideologie herangebildet werden. Nach Kriegsende wird Herrhausen zunächst
von den Eltern eines Mitschülers in Tirol aufgenommen, bevor er
sich mit 15 Jahren allein in seine Heimatstadt Essen durchschlägt.
- 1945-1948
- Besuch eines Essener Gymnasiums. Hier besteht Herrhausen die Abiturprüfung
ein Jahr früher als seine Altersgenossen.
- 1949-1952
- Studium der Betriebswirtschaft an der Universität zu Köln.
Promotion zum Dr. rer.pol.
- 1952-1955
- Direktionsassistent bei der Ruhrgas AG in Essen.
- 1953
- Heirat seiner Studienfreundin Ulla Sattler, Tochter des Generaldirektors
der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW).
- 1955
- Wechsel zur VEW nach Dortmund. Dort erhält Herrhausen bereits
vier Jahre später - als 29-Jähriger - Prokura.
- 1956
- Herrhausen wird von der VEW AG im Rahmen einer Fortbildungsmaßnahme
für eine einjährige Tätigkeit bei einer amerikanischen
Bank in New York freigestellt.
- 1959
- Geburt der Tochter Bettina.
- 1967
- Vorstandsmitglied der VEW.
- 1970
- Wechsel zur Deutschen Bank nach Düsseldorf, ab 1984 Frankfurt
am Main. Obwohl Herrhausen branchenfremder Quereinsteiger ist, wird
er gleich als stellvertretendes Vorstandsmitglied eingestellt.
- 1971
- Nach der außergewöhnlich kurzen Frist von einem Jahr wird
er zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Deutschen Bank ernannt.
- 1977
- 5. September: Nach der Scheidung von seiner Frau Ulla heiratet Herrhausen
die Medizinerin Traudl Baumgartner.
11. September: Unter dem Eindruck der Entführung Hanns
Martin Schleyers durch die Rote
Armee Fraktion (RAF) hinterlegt Herrhausen eine Erklärung,
in der er für den Fall seiner Entführung die Erfüllung
erpresserischer Forderungen ablehnt.
- 1978
- Geburt der Tochter Anna.
- 1979
- Herrhausen bewirbt sich erfolglos als Vorstandsvorsitzender bei Daimler-
Benz.
- 1982
- Nach der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler erarbeitet Herrhausen
als einer von drei "Stahlmoderatoren" im Auftrag der neuen
Regierung ein Konzept zur Umstrukturierung der deutschen Stahlindustrie.
- 1985
- Herrhausen wird zusammen mit seinem Kollegen F. Wilhelm Christians
vom Aufsichtsrat zum Vorstandssprecher der Deutschen Bank ernannt. In
seiner neuen Position setzt er sich vor allem für eine Internationalisierung
des Unternehmens ein.
- 1987
- Auf einer Tagung der Weltbank in Washington regt Herrhausen einen
Schuldenerlass der Gläubigerbanken für die hoch verschuldeten
Entwicklungsländer an. Im Vorstand der Deutschen Bank stößt
dieser Vorschlag auf scharfe Kritik.
- 1988
- Herrhausen wird alleiniger Vorstandssprecher der Deutschen Bank.
Als Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler-Benz setzt er sich für
die umstrittene Übernahme des Rüstungs- und Luftfahrtunternehmens
Messerschmitt-Bölkow-Blohm durch den Automobilkonzern ein.
- 1989
- Herrhausen legt Pläne für eine radikale Umstrukurierung
der Deutschen Bank vor, die im Unternehmen heftig kritisiert werden.
30. November: Während der morgendlichen Autofahrt zur Arbeit wird
Alfred Herrhausen in seinem Wohnort Bad Homburg durch einen Bombenanschlag
der Rote Armee Fraktion (RAF) ermordet. Sein Chauffeur Jakob Nix überlebt
leicht verletzt. Die RAF übernimmt in einem Bekennerschreiben die
Verantwortung für die Tat. Die Identität der für das
Attentat verantwortlichen Terroristen wird nie geklärt.
(str)
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