1920-2005

 

Johannes Paul II.



Papst

1920
8. Mai: Johannes Paul II.(Geburtsname: Karol Jozef Wojtyla) wird in Wadowice bei Krakau geboren. Er ist der zweite Sohn des Unteroffiziers Karol Wojtyla und seiner Frau Emilia. Noch als Kind verliert er Mutter und Bruder, 1941 stirbt auch sein Vater.
1938
Abitur am Marcin Wadowita Gymnasium in Wadowice.
Übersiedlung nach Krakau und Beginn des Studiums der Philosophie und Philologie an der Jagiellonen Universität. Gleichzeitig schreibt sich Wojtyla an einer Schauspielschule ein.
1940-1945
Unter deutscher Besatzung wird die Krakauer Universität geschlossen. Um der Deportation zu entgehen, arbeitet Wojtyla in einem Steinbruch und später in einer chemischen Fabrik.
1942 beginnt er ein Studium am illegalen Priesterseminar in Krakau. Er ist Mitglied des Untergrund-Theaters "Rhapsodie".
1946
1. November: Wojtyla wird in Krakau zum Priester geweiht und setzt sein Studium an der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom fort. Zu seinen Lehrern gehört der französische Dominikaner Garrigou Lagrange.
1948-1951
1948 promoviert Wojtyla zum Thema "Der Glaube bei Johannes vom Kreuz" und kehrt nach Polen zurück, wo er in den folgenden Jahren als Vikar in verschiedenen Krakauer Pfarreien und in der Studentenseelsorge tätig ist.
1953-1958
Habilitation an der Katholischen Universität Lublin "Über die Möglichkeit, eine christliche Ethik in Anlehnung an Max Scheler zu schaffen".
Professur für Moraltheologie und Sozialethik am Großen Seminar von Krakau und an der Theologischen Fakultät von Lublin.
4. Juli 1958: Papst Pius XII. ernennt Wojtyla zum Titularbischof von Ombi und zum Weihbischof von Krakau.
28. September 1958: Bischofsweihe in Krakau. Er ist das jüngste Mitglied des polnischen Episkopats.
1964-1967
13. Januar 1964: Ernennung zum Erzbischof von Krakau durch Papst Paul VI. (1897-1978).
26. Juni 1967: Papst Paul VI. verleiht Wojtyla die Kardinalswürde.
Mitwirkung am Zweiten Vatikanischen Konzil.
1978
16. Oktober: Nach dem Tod von Johannes Paul I. wird Wojtyla als erster Pole zum Papst gewählt. Mit ihm tritt erstmals seit dem Niederländer Hadrian VI. (1459-1523) wieder ein Nicht-Italiener an die Spitze der Weltkirche.
Mit seiner Namenswahl bekundet Wojtyla, dass er sich in der Tradition seines Vorgängers bewegen will.
1979
25. Januar: Die erste Auslandsreise Johannes Pauls lI. führt in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas. Bei seinen insgesamt 104 Reisen versteht es Johannes Paul II., Menschen zu begeistern.
Im Juni 1979 besucht er sein Heimatland Polen. In den folgenden Jahren unterstützt er die 1980 gegründete Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" und beeinflusst damit den politischen Umbruch in Polen - Auslöser für den Zusammenbruch des gesamten kommunistischen Machtbereiches.
1980
November: Erste Deutschlandreise des Papstes. Weitere Besuche folgen 1987 und 1996.
1981-1983
13. Mai 1981: Bei einem Attentat durch den Türken Ali Agca (geb.1958) in Rom wird der Papst schwer verletzt. Das Motiv für den Anschlag bleibt ungeklärt. Einen weitereren Attentatsversuch im Mai 1982 im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima übersteht der Papst unverletzt.
11. Dezember 1983: Johannes Paul II. besucht als erster Papst ein protestantisches Gotteshaus, die evangelisch-lutherische Christuskriche in Rom.
1986
13. April: Mit seinem Besuch der Synagoge von Rom betritt erstmals ein Papst ein jüdisches Gotteshaus.
27. Oktober: Papst Johannes Paul II. initiiert ein gemeinsames Gebet der Weltreligionen für den Frieden.
1990
Bei einer Messe in Ruanda predigt Johannes Paul II. gegen den Gebrauch von Kondomen, was angesichts Millionen AIDS-Kranker und Toter weltweit zu scharfer Kritik führt.
Oktober 1990: Auf einer Synode bestätigt der Papst das Zölibat für Priester.
1992
31. Oktober: Der Vatikan rehabilitiert den im 17. Jahrhundert von der Inquisition verurteilten Astronomen Galileo Galilei.
1994
Mai: Im Apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" lehnt Johannes Paul II. erneut die Ordination von Frauen ab.
15. Juni: Israel und der Vatikan nehmen volle diplomatische Beziehungen auf.
1997
Auf dem Weltjugendtag in Paris wird der Papst von den Jugendlichen begeistert empfangen.
1998
März: Der Papst erkennt die Mitschuld von Christen am Holocaust an.
1999
November: Johannes Paul II. fordert die deutschen Bischöfe auf, aus der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung auszusteigen. Die rigide päpstliche Morallehre, sein kompromissloses Nein zu künstlicher Empfängnisverhütung und zum Schwangerschaftsabbruch stoßen in der katholischen Kirche zunehmend auf Kritik.
2000
12. März. Im "Mea Culpa" bittet er um Vergebung für Sünden, die Christen im Laufe der Kirchengeschichte vor allem an Juden, Frauen und Urvölkern begangen haben.
Reise nach Israel und ins Westjordanland. Höhepunkte der Reise sind Besuche der Klagemauer und der Holocaust-Gedenkstätte.
August: Zum Weltjugendtag kommen zwei Millionen Jugendliche aus aller Welt nach Rom.
2001
6. Mai: Als erster Papst besucht Johannes Paul II. ein islamisches Gotteshaus, die Omajaden-Moschee in Damaskus.
2002
24. März: Auszeichnung mit dem Karlspreis der Stadt Aachen für sein Engagement für Frieden und den europäischen Einigungsprozess.
2004
Juni: Gegenüber dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush fordert Johannes Paul II. eine rasche Wiederherstellung des Friedens im Irak unter aktiver Teilnahme der UNO.
August: Durch Krankheit schon stark beeinträchtigt, führt seine letzte Auslandsreise den Papst in den französischen Wallfahrtsort Lourdes.
2005
22. Februar: In seinem Buch "Erinnerung und Identität" stellt Johannes Paul II. Abtreibung in inhaltliche Nähe zum Holocaust, was eine kontroverse Debatte entfacht.
30. März: Zum letzten Mal zeigt sich Johannes Paul II. Tausenden von Gläubigen, die auf dem Petersplatz für ihn beten.
2. April: Johannes Paul II. stirbt im Apostolischen Palast.
8. April: Zur den Trauerfeierlichkeiten haben sich über zwei Millionen Gläubige aus aller Welt in Rom eingefunden, darunter Staatsoberhäupter und Politiker vieler Nationen sowie die obersten Vertreter der Weltreligionen. In der Krypta unter dem Petersdom findet der Papst seine letzte Ruhestätte.

(reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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