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Papst
- 1920
- 8. Mai: Johannes Paul II.(Geburtsname: Karol Jozef Wojtyla) wird
in Wadowice bei Krakau geboren. Er ist der zweite Sohn des Unteroffiziers
Karol Wojtyla und seiner Frau Emilia. Noch als Kind verliert er Mutter
und Bruder, 1941 stirbt auch sein Vater.
- 1938
- Abitur am Marcin Wadowita Gymnasium in Wadowice.
Übersiedlung nach Krakau und Beginn des Studiums der Philosophie
und Philologie an der Jagiellonen Universität. Gleichzeitig schreibt
sich Wojtyla an einer Schauspielschule ein.
- 1940-1945
- Unter deutscher Besatzung wird die Krakauer Universität geschlossen.
Um der Deportation zu entgehen, arbeitet Wojtyla in einem Steinbruch
und später in einer chemischen Fabrik.
1942 beginnt er ein Studium am illegalen Priesterseminar in Krakau.
Er ist Mitglied des Untergrund-Theaters "Rhapsodie".
- 1946
- 1. November: Wojtyla wird
in Krakau zum Priester geweiht und setzt sein Studium an der Päpstlichen
Universität Angelicum in Rom fort. Zu seinen Lehrern gehört
der französische Dominikaner Garrigou Lagrange.
- 1948-1951
- 1948 promoviert Wojtyla zum Thema "Der Glaube bei Johannes vom
Kreuz" und kehrt nach Polen zurück, wo er in den folgenden
Jahren als Vikar in verschiedenen Krakauer Pfarreien und in der Studentenseelsorge
tätig ist.
- 1953-1958
- Habilitation an der Katholischen Universität Lublin "Über
die Möglichkeit, eine christliche Ethik in Anlehnung an Max Scheler
zu schaffen".
Professur für Moraltheologie und Sozialethik am Großen Seminar
von Krakau und an der Theologischen Fakultät von Lublin.
4. Juli 1958: Papst Pius
XII. ernennt Wojtyla zum Titularbischof von Ombi und zum Weihbischof
von Krakau.
28. September 1958: Bischofsweihe in Krakau. Er ist das jüngste
Mitglied des polnischen Episkopats.
- 1964-1967
- 13. Januar 1964: Ernennung zum Erzbischof von Krakau durch Papst
Paul VI. (1897-1978).
26. Juni 1967: Papst Paul VI. verleiht Wojtyla die Kardinalswürde.
Mitwirkung am Zweiten Vatikanischen Konzil.
- 1978
- 16. Oktober: Nach dem Tod von Johannes Paul I. wird Wojtyla als erster
Pole zum Papst gewählt. Mit ihm tritt erstmals seit dem Niederländer
Hadrian VI. (1459-1523) wieder ein Nicht-Italiener an die Spitze der
Weltkirche.
Mit seiner Namenswahl bekundet Wojtyla, dass er sich in der Tradition
seines Vorgängers bewegen will.
- 1979
- 25. Januar: Die erste Auslandsreise Johannes Pauls lI. führt
in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas. Bei
seinen insgesamt 104 Reisen versteht es Johannes Paul II., Menschen
zu begeistern.
Im Juni 1979 besucht er sein Heimatland Polen. In den folgenden Jahren
unterstützt er die 1980 gegründete Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc"
und beeinflusst damit den politischen Umbruch in Polen - Auslöser
für den Zusammenbruch des gesamten kommunistischen Machtbereiches.
- 1980
- November: Erste Deutschlandreise des Papstes. Weitere Besuche folgen
1987 und 1996.
- 1981-1983
- 13. Mai 1981: Bei einem Attentat durch den Türken Ali Agca (geb.1958)
in Rom wird der Papst schwer verletzt. Das Motiv für den Anschlag
bleibt ungeklärt. Einen weitereren Attentatsversuch im Mai 1982
im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima übersteht der Papst unverletzt.
11. Dezember 1983: Johannes Paul II. besucht als erster Papst ein protestantisches
Gotteshaus, die evangelisch-lutherische Christuskriche in Rom.
- 1986
- 13. April: Mit seinem Besuch der Synagoge von Rom betritt erstmals
ein Papst ein jüdisches Gotteshaus.
27. Oktober: Papst Johannes Paul II. initiiert ein gemeinsames Gebet
der Weltreligionen für den Frieden.
- 1990
- Bei einer Messe in Ruanda predigt Johannes Paul II. gegen den Gebrauch
von Kondomen, was angesichts Millionen AIDS-Kranker und Toter weltweit
zu scharfer Kritik führt.
Oktober 1990: Auf einer Synode bestätigt der Papst das Zölibat
für Priester.
- 1992
- 31. Oktober: Der Vatikan rehabilitiert den im 17. Jahrhundert von
der Inquisition verurteilten Astronomen Galileo Galilei.
- 1994
- Mai: Im Apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis"
lehnt Johannes Paul II. erneut die Ordination von Frauen ab.
15. Juni: Israel und der Vatikan nehmen volle diplomatische Beziehungen
auf.
- 1997
- Auf dem Weltjugendtag in
Paris wird der Papst von den Jugendlichen begeistert empfangen.
- 1998
- März: Der Papst erkennt die Mitschuld von Christen am Holocaust
an.
- 1999
- November: Johannes Paul II. fordert die deutschen Bischöfe auf,
aus der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung auszusteigen.
Die rigide päpstliche Morallehre, sein kompromissloses Nein zu
künstlicher Empfängnisverhütung und zum Schwangerschaftsabbruch
stoßen in der katholischen Kirche zunehmend auf Kritik.
- 2000
- 12. März. Im "Mea
Culpa" bittet er um Vergebung für Sünden, die Christen
im Laufe der Kirchengeschichte vor allem an Juden, Frauen und Urvölkern
begangen haben.
Reise nach Israel und ins Westjordanland. Höhepunkte der Reise
sind Besuche der Klagemauer und der Holocaust-Gedenkstätte.
August: Zum Weltjugendtag kommen zwei Millionen Jugendliche aus aller
Welt nach Rom.
- 2001
- 6. Mai: Als erster Papst
besucht Johannes Paul II. ein islamisches Gotteshaus, die Omajaden-Moschee
in Damaskus.
- 2002
- 24. März: Auszeichnung
mit dem Karlspreis der Stadt Aachen für sein Engagement für
Frieden und den europäischen Einigungsprozess.
- 2004
- Juni: Gegenüber dem
amerikanischen Präsidenten George
W. Bush fordert Johannes Paul II. eine rasche Wiederherstellung
des Friedens im Irak unter aktiver Teilnahme der UNO.
August: Durch Krankheit schon stark beeinträchtigt, führt
seine letzte Auslandsreise den Papst in den französischen Wallfahrtsort
Lourdes.
- 2005
- 22. Februar: In seinem
Buch "Erinnerung und Identität" stellt Johannes Paul
II. Abtreibung in inhaltliche Nähe zum Holocaust, was eine kontroverse
Debatte entfacht.
30. März: Zum letzten Mal zeigt sich Johannes Paul II. Tausenden
von Gläubigen, die auf dem Petersplatz für ihn beten.
2. April: Johannes Paul II. stirbt im Apostolischen Palast.
8. April: Zur den Trauerfeierlichkeiten haben sich über zwei Millionen
Gläubige aus aller Welt in Rom eingefunden, darunter Staatsoberhäupter
und Politiker vieler Nationen sowie die obersten Vertreter der Weltreligionen.
In der Krypta unter dem Petersdom findet der Papst seine letzte Ruhestätte.
(reh)
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