geb. 1953

 

Ulrike Poppe

Photo: Ulrike Poppe, um 1997

Bürgerrechtlerin und Politikerin

1953
26. Januar: Ulrike Wick wird in Rostock als Tochter eines Historikers und einer Slavistin geboren.
1971-1973
Nach dem Abitur studiert sie Kunsterziehung und Geschichte an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin, bricht aber vorzeitig das Studium ab.
ab 1973
Verschiedene Tätigkeiten unter anderem in einem Kinderheim und in einem Krankenhaus.
Engagement in Oppositionsbewegungen bestehend aus Pazifisten, Christen, enttäuschten Marxisten, Radikalökologen, Bürgerrechtlern und anderen Gruppen, die sich vor allem unter dem Dach der evangelischen Kirche organisieren.
1976-1988
Assistentin am Museum für Deutsche Geschichte in Ost-Berlin.
1979
Heirat mit Gerd Poppe. Die Ehe wird 1997 geschieden.
1980
Mitinitiatorin des ersten unabhängigen Kinderladens in Ost-Berlin.
1982
Mitbegründerin des Netzwerkes "Frauen für den Frieden".
1983
Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) überstellt Ulrike Poppe zusammen mit Bärbel Bohley wegen "Verdachts auf landesverräterische Nachrichtenübermittlung" für sechs Wochen in Untersuchungshaft.
seit 1985
Mitglied der Initiative Frieden und Menschenrechte.
1987/88
Regionalvertreterin von Berlin-Brandenburg im Fortsetzungsausschuss des DDR-weiten Netzwerks der unabhängigen Gruppe "Frieden konkret".
1987-1989
Mitglied des Arbeitskreises "Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung".
1989
September: Mitglieder der "Initiative Frieden und Menschenrechte", der "Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung" verfassen gemeinsam mit anderen Intellektuellen einen "Aufruf zur Einmischung in eigener Sache" und "Thesen für eine demokratische Umgestaltung in der DDR". Ulrike Poppe ist Erstunterzeichnerin der daraufhin entstehenden Bürgerbewegung Demokratie Jetzt (DJ).
1989-1991
Mitglied des Sprecherrates der Bewegung DJ.
1989-1990
Vertreterin der Vereinigung DJ am Zentralen Runden Tisch.
1990
Mitarbeiterin der Volkskammerfraktion Bündnis90/GRÜNE.
seit 1992
Studienleiterin für Politik und Zeitgeschichte an der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg.
1995
Zusammen mit anderen Bürgerrechtlern der früheren DDR wird Ulrike Poppe das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Mitherausgeberin der Schrift "Zwischen Selbstbehauptung und Anpassung. Formen des Widerstandes und der Opposition in der DDR".
1999
Poppe ist kurzzeitig Mitglied des Gründungsvorstandes der Grünen Akademie bei der Heinrich-Böll-Stiftung.
2000
Ulrike Poppe und zwei weitere ostdeutsche Bürgerrechtlerinnen werden mit dem Gustav-Heinemann-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung geht an sie, stellvertretend für andere Frauen und Männer aus der ehemaligen DDR, die sich "in ihrer Überzeugung nicht verbiegen ließen".
seit 2002
Ulrike Poppe wirkt im Kuratorium des Instituts für Deutschlandforschung an der Ruhr-Universität Bochum mit.

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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