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Politiker
- 1932
- 3. Juli: Alexander Golodkowski wird als Sohn von Peter Golodkowski,
eines Staatenlosen russischer Herkunft, in Berlin geboren.
- 1940
- Golodkowski wird von dem deutschen Ehepaar Schalck adoptiert.
- 1948-1950
- Absolvierung einer Feinmechanikerlehre in Berlin.
- 1951
- Eintritt in die Freie Deutsche Jugend (FDJ).
- 1952
- Zunächst arbeitet Schalck-Golodkowski als Sachbearbeiter in
einem Außenhandelsbetrieb. Noch im selben Jahr wechselt er in
das Ministerium für Außenhandel und Innerdeutsche Beziehungen
der DDR.
- 1953
- Als Hauptreferent des Referates Werkzeugmaschinen, kommt es zu seinem
ersten längeren Auslandsaufenthalt auf der Internationalen Messe
Utrecht/Niederlande.
- 1954-1957
- Internatsstudium an der Hochschule für Außenhandel in Staaken.
- 1955
- Aufnahme in die Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED).
- 1956-1962
- Hauptverwaltungsleiter beim Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen
Handel.
- 1958
- Vertreter des Außenhandels in der Ständigen Kommission für Bauwesen
des Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).
- 1962-1966
- Erster Sekretär der SED-Kreisleitung.
- 1966
- Ernennung zum 1. Sekretär der SED-Parteiorganisation "Außenhandel".
In dieser Position wird Schalck-Golodkowski für den neugegründeten
Bereich Kommerzielle
Koordinierung (KoKo) zuständig. Als Chef der KoKo, die mit
verdeckten Geschäften die Zahlungsfähigkeit der DDR sichern
soll, hält sich Schalck-Golodkowski stets im Hintergrund und geht
der Öffentlichkeit aus dem Weg.
- 1967
- Ernennung zum "Offizier im besonderen Einsatz" des Ministeriums
für Staatssicherheit (MfS).
Ab 1975 wird Schalck-Golodkowski beim MfS als Oberst geführt.
- 1967-1975
- Stellvertretender Minister für Außenwirtschaft.
- 1969
- Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR
in Gold.
- 1970
- Promotion zum Dr. jur an der Juristischen Hochschule Potsdam-Eiche
mit einer Arbeit über "Vermeidung ökonomischer Verluste und
Erwirtschaftung zusätzlicher Devisen".
- 1974
- Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.
- 1975-1989
- Staatssekretär im Ministerium für Außenhandel.
- ab 1976
- MItglied der Wirtschaftskommission beim Politbüro (PB) des Zentralkomitees
(ZK) der SED.
- 1981
- Schalck-Golodkowski wird als Wirtschaftsfachmann zu wichtigen Verhandlungen
wie den Gesprächen
zwischen Bundeskanzler Helmut
Schmidt und Staats- und Parteichef Erich
Honecker am Werbellinsee in der DDR hinzugezogen.
Mitglied der Kommission zur Koordinierung der ökonomischen, kulturellen
und wissenschaftlich-technischen Beziehungen der DDR zu Ländern
Asiens, Afrikas und des arabischen Raums biem PB des ZK der SED.
- 1982
- Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.
- 1983
- Verleihung des Titels "Held der Arbeit".
- 1983
- Schalck-Golodkowski führt die Verhandlung mit dem bayerischen
Ministerpräsidenten Franz-Josef
Strauß über einen bundesdeutschen Milliardenkredit für
die DDR.
- 1986-1989
- Mitglied des ZK der SED.
- 1989
- 3. Dezember: Schalck-Golodkowski flüchtet zusammen mit seiner
Frau nach West-Berlin. Nach eigenen Angaben habe er Angst davor gehabt,
als Zeuge von seinen Arbeits- und Parteikollegen ausgeschaltet zu werden.
4. Dezember: Ausschluss aus dem ZK der SED.
6. Dezember: Schalck-Golodkowski stellt sich den westdeutschen Behörden
und wird in Untersuchungshaft genommen. Eine von DDR-Behörden geforderte
Überstellung wird abgelehnt.
- 1990
- 9. Januar: Schalck-Golodkowski wird aus der Haft entlassen, da er
nach bundesdeutschem Recht nicht belangt werden kann.
Er siedelt nach Rottach-Egern am Tegernsee/Bayern über, wo er von
nun an seinen Wohnsitz nimmt.
Im Zuge der Abwicklung der "KoKo" werden immer mehr dubiose Einzelheiten
bekannt, die Anlass für eine Reihe von Ermittlungsverfahren gegen
Schalck-Golodkowski werden. So wird er des Verstoßes gegen das
Betäubungsmittelgesetz, der Veruntreuung, des Betruges und der
Spionage verdächtigt.
- 1991
- Bundesjustizminister Kinkel widerspricht Vorwürfen und Vermutungen,
nach denen Schalck-Golodkowski von der Bundesregierung oder anderen
westdeutschen Behörden geschützt werde. Anlass sind die langsame
Entwicklung der Ermittlungen gegen Schalck-Golodkowski und dessen vielfältige
Kontakte zu prominenten westdeutschen Politikern und Unternehmern aus
der Zeit vor dem Zusammenbruch der DDR.
In der RTL-Fernsehsendung "Der heiße Stuhl" beteuert Schalck-Golodkowski,
"alles anständig und korrekt abgewickelt" zu haben und "nach bestem
Wissen und Gewissen" gehandelt zu haben, "in der Absicht der DDR und
den Menschen zu dienen".
- 1992
- Die Ermittlungen gegen Schalck-Golodkowski wegen "Verstoßes
gegen das Betäubungsmittelgesetzes" werden eingestellt.
- 1993
- Die Ermittlungen wegen "Veruntreuung" von Milliardenbeträgen
der DDR-Regierung durch Überweisungen ins Ausland werden eingestellt.
Gegen Schalck-Golodkowski wird wegen "Spionageverdachts, Steuerhinterziehung,
Untreue, Verletzungen von Embargobestimmungen und Verstoßes gegen
das Alliierten-Militärgesetz" ermittelt.
- 1995
- Es kommt zum ersten Prozess gegen Schalck-Golodkowski wegen des Vorwurfs,
illegale Waffengeschäfte abgewickelt zu haben.
- 1996
- Januar: Verurteilung zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung
wegen des Verstoßes gegen das Militärregierungsgesetz der
Alliierten, das bis zum 3. Oktober 1990 bestand.
Juli: Anklageerhebung gegen Schalck-Golodkowski wegen Embargovergehen.
August: Es wird bekannt, dass Schalck-Golodkowski im oberbayerischen
Miesbach das Unternehmen "Dr. Schalck & Co." gegründet hat, das
mit "Waren aller Art" handelt.
- 1998
- Aufgrund einer Krebserkrankung wird Schalck-Golodkowski für
verhandlungsunfähig erklärt und muss vorerst nicht mehr vor
Gericht erscheinen.
Juli: Verurteilung wegen Embargovergehen zu einer Freiheitsstrafe von
16 Monaten auf Bewährung.
- 2000
- Veröffentlichung der Schrift "Deutsch-deutsche Erinnerungen".
(iz)
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