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Schriftsteller, Maler und Graphiker
- 1916
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8. November: Peter Weiss wird als Sohn eines zum Christentum übergetretenen jüdischen
Textilfabrikanten ungarischer Herkunft und einer Schauspielerin schweizer Herkunft in Nowawes
(heute Neubabelsberg) bei Berlin geboren.
- 1935
- Zusammen mit der Familie Emigration nach England. Besuch der Politechnic
School of Photography. Weiss malt unter anderem "Die Maschinen greifen
die Menschheit an", "Londonslum" und schreibt "Bekenntnis eines großen
Malers".
- 1936
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Emigration nach Prag, wo er bis 1938 an der Kunstakademie studiert und für sein Gemälde
"Gartenkonzert" den Akademiepreis erhält.
- 1938
- Oktober: Nach der Besetzung des Sudetenlands durch die deutsche Wehrmacht
emigrieren die Eltern nach Schweden. Weiss geht vorerst in die Schweiz.
- ab 1939
- Emigration nach Schweden, wo er sich in Stockholm niederlässt
und bis zu seinem Tode lebt. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich
unter anderem als Textilmusterzeichner und an privaten Malschulen.
- 1943
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Heirat mit der Malerin und Bildhauerin Helga Henschen.
- 1946
- Weiss erhält die schwedische Staatsbürgerschaft.
- 1947
- Als Korrespondent der Stockholms-Tidningen geht Weiss nach Berlin
und schreibt sieben Reportagen und den Prosatext "De Besegrade"
(dt.: Die Besiegten), der 1948 in Schweden erscheint.
- 1949
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Heirat mit Carlota Dethorey.
Weiss schreibt das Hörspiel "Rotundan" (dt.: Der Turm),
das 1950 in Schweden uraufgeführt und 1967 erstmals deutschsprachig
aufgeführt wird.
- 1952
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Der Mikroroman "Der Schatten des Körpers des Kutschers" erscheint im Suhrkamp-Verlag, auch
alle seine weiteren Werke werden dort veröffentlicht.
Weiss unterrichtet an der Stockholmer (Volks-)Hochschule Malerei, später
auch Filmtheorie und -praxis sowie Theorie des Bauhauses.
- 1952-1955
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Weiss produziert die Experimentalfilme Studie I (Das Aufwachen), II (Halluzinationen),
III (Vorstufe zu Studie IV/Die Befreiung), IV (Die Befreiung) und V (Wechselspiel).
- 1961
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Veröffentlichung des autobiographischen Romans "Abschied von den Eltern".
- 1963
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Für den autobiographischen Roman "Fluchtpunkt" wird Weiss mit dem Schweizer Charles-Veillon-
Literaturpreis ausgezeichnet.
Veröffentlichung des Fragments "Das Gespräch der drei Gehenden",
das die Bewusstseinsschichten eines herumgestoßenen Heimatlosen
erschließt.
Debüt als Dramatiker mit der Kasperle-Moritat "Nacht mit Gästen" in der Schiller Theater-Werkstatt
in West-Berlin.
- 1964
- Januar: Heirat mit Gunilla Palmstierna.
April: Die Uraufführung von "Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats, dargestellt durch die
Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade" im
Schiller Theater in West-Berlin wird zu einem sensationellen Erfolg. Auch in Schweden, Frankreich,
England, DDR (1965) und in New York wird das Stück begeistert aufgenommen. 1967 wird es
durch den britischen Regisseur Peter Brook verfilmt.
- 1965
- Weiss, der Mitglied der schwedischen Kommunistischen Partei ist,
erklärt auf einem Schriftsteller-Kongress in Weimar: "Zwischen
den beiden Wahlmöglichkeiten, die mir heute bleiben, sehe ich nur
in der sozialistischen Gesellschaftsordnung die Möglichkeit zur
Beseitigung der bestehenden Missverhältnisse in der Welt".
19. Oktober: Gleichzeitige Uraufführung des Oratoriums "Die Ermittlung" in West- und Ost-Berlin,
sowie in Erfurt, Essen, Gera, München, Halle, Leipzig, Köln, Rostock, Potsdam, Dresden, Cottbus,
Altenburg, und Neustrelitz. Das erfolgreiche Stück wird auch in England, Schweden und New
York aufgeführt sowie später in Ost und West vom Fernsehen übernommen. Das Werk stellt eine
szenische Dokumentation
des Frankfurter
Auschwitz-Prozesses dar.
Die Tantiemen aus westeuropäischen Aufführungen spendet Weiss ehemaligen Auschwitz-Häftlingen und Opfern des
südafrikanischen Apartheid-Regimes.
Verleihung des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg.
- 1966
- Auszeichnung mit dem Heinrich-Mann-Preis der Deutschen Akademie der
Künste, Ost-Berlin.
- 1967
- Uraufführung des politischen Musicals "Der Gesang vom Lusitanischen
Popanz", das die noch bestehende portugiesische Kolonialherrschaft angreift.
Teilnahme an Bertrand Russels Tribunal gegen den Vietnam-Krieg in Stockholm, einer der
sogenannten Richter ist
Jean Paul Sartre.
- 1968
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Uraufführung des "Diskurs über die Vorgeschichte und den Verlauf des lang andauernden
Befreiungskrieges in Vietnam als Beispiel für die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes der
unterdrückten gegen ihre Unterdrücker sowie über die Versuche der Vereinigten Staaten von
Amerika, die Grundlagen der Revolution zu vernichten" in Frankfurt/Main, danach in Rostock.
- 1970
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Uraufführung des Schauspiels "Trotzki im Exil" in Düsseldorf. Darin gibt Weiss eine diskursive
Analyse der russischen Revolution in Form eines historisch-politischen Bilderbogens.
- 1971
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Uraufführung des Stückes "Hölderlin" in Stuttgart. Weiss stellt darin den Dichter als einen
Revolutionär dar, der an der Realität zugrundegeht.
- 1973
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Teilnahme am 2. Russell-Tribunal in Stockholm.
- 1974
- Reise in die Sowjetunion zum Schriftstellerkongress nach Moskau und
nach Wolgograd.
- 1975-1981
-
Nach einer Publikationspause von vier Jahren veröffentlicht Weiss den ersten Band der
Trilogie "Die Ästhetik des Widerstands". Der zweite Band folgt 1978 und der dritte 1981. Das
Werk stellt einen Versuch dar, die historische und gesellschaftliche Erfahrung der Zeit zwischen
1917 und 1945 sowie ihre ästhetischen und politischen Erkenntnisse darzustellen. Weiss entwirft
dabei ein Gesamtbild der euopäischen Linken in diesem Zeitraum.
- 1982
- Bei der Uraufführung seines letzten Theaterstückes "Der
neue Prozess" in Stockholm, führt Weiss selbst die Regie.
10. Mai: Peter Weiss stirbt im Alter von 65 Jahren in Stockholm.
Weiss wird posthum mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
(iz)
© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
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