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Politiker
- 1893
- 20. Juni: Wilhelm Zaisser wird in Rotthausen bei Gelsenkirchen als
Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters geboren.
- 1910-1913
- Besuch eines Lehrerseminars in Essen.
- 1913/14
- Zaisser absolviert seinen Militärdienst.
- 1914
- Volksschullehrer in Essen.
- 1914-1918
- Offizier im Ersten Weltkrieg.
- 1918
- Eintritt in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
(USPD) .
- 1919-1921
- Volksschullehrer in Essen.
- 1919
- Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
- 1920
- Während des Kapp-Lütwitz-Putsches
wird Zaisser einer der militärischen Leiter der sogenannten Roten
Ruhrarmee.
- 1921
- Januar: Verhaftung und Verurteilung zu vier Monaten Gefängnis
wegen seiner Tätigkeit in der "Roten Ruhrarmee".
April: Entlassung aus dem Schuldienst.
Zaisser wird danach Parteiangestellter der KPD.
- 1921/22
- Tätigkeit als Redakteur des "Ruhr-Echos" in Essen und anschließend
bei der "Bergischen Volksstimme" in Barmen.
- 1922
- Zunächst wird Zaiser Mitglied der Bezirksleitung, ab Oktober Mitglied
der Reichsleitung der "Union der Hand- und Kopfarbeit".
Heirat mit der Lehrerin Elisabeth Knipp (1898-1987).
- 1923
- Als Leiter des Nachrichtendienstes der KPD im Ruhrgebiet leistet
Zaisser während der französischen Ruhrbesetzung
Zersetzungsarbeit.
- 1923/24
- Mitglied der KPD-Bezirksleitung Ruhrgebiet.
- 1924
- März-Juni: Teilnahme an einem Lehrgang an der militärpolitischen
Schule der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau.
- 1924/25
- Militärpolitischer Leiter des KPD-Bezirks Ober-West (Rheinland und
Westfalen).
- 1925/26
- Zaisser ist im Auftrag des Generalstabs der Roten Armee beziehungsweise
des militärischen Nachrichtendienstes der UdSSR Militärischer Berater
in Nordafrika und in Syrien.
- ab 1926
- Mitarbeiter im Zentralkomitee (ZK) der KPD im zentralen militärpolitischen
Apparat als Verantwortlicher für militärpolitische Schulungen.
- 1926/27
- Mitglied der zentralen militärpolischen Leitung der KPD in Berlin.
Verantwortlicher für militärpolitische Schulungen.
- 1927-1939
- Mitarbeiter der Kommunistischen Internationale in Moskau.
Im Auftrag des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI)
arbeitet Zaisser 1927 bis 1930 in China. 1930 bis 1932 leistet er im
Auftrag des EKKI Abwehrarbeit in der tschechischen Armee.
- 1932-1947
- Mitglied der Vereinigten Kommunistischen Partei (Bolschewiki), der
Vorläuferpartei der KPdSU.
- 1932-1936
- Zaisser ist Lehrer und stellvertretender Leiter der Militärpolitischen
Schule in Bakowka bei Moskau.
Zugleich unterrichtet er an der Lenin-Schule in Moskau.
- 1936-1938
- Zaisser reist nach Spanien. Zunächst ist er militärischer Berater
beim 5. Regiment der spanischen Volksarmee. Im November 1936 wird er
zum Brigadegeneral befördert. Unter dem Namen "General Gomez" kommandiert
er die XIII. Internationale Brigade. 1937 übernimmt er die Leitung der
Ausbildung an der KPD-Schule in Benicasim. Ende 1937 wird er Kommandeur
über die Basis der gesamten Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg.
- 1938/39
- Nach seiner Rückkehr nach Moskau arbeitet Zaisser wieder für
das EKKI. Er ist Chefredakteur der deutschen Sektion im Verlag für
fremdsprachige Literatur in Moskau.
- 1940
- Zaisser erhält die sowjetische Staatsbürgerschaft.
- 1941
- Nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR wird Zaisser Mitarbeiter
der Politischen Hauptverwaltung der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee.
- 1943-1946
- Lehrer an "Antifa-Schulen" beziehungsweise Leiter des deutschen Sektors
für "antifaschistische Schulungen" der Kriegsgefangenen in der
UdSSR.
- 1947
- Februar: Rückkehr nach Deutschland in die Sowjetische
Besatzungszone (SBZ).
Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).
- 1947/48
- Chef der Landesbehörde der Polizei Sachsen-Anhalt in Halle.
- 1948/49
- Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident in Sachsen.
- ab 1949
- Juni: Vizepräsident der Verwaltung des Inneren in der SBZ.
- 1949-1954
- Abgeordneter der Provisorischen Volkskammer beziehungsweise der Volkskammer.
- 1950-1953
- Mitglied des Politbüros und des ZK der SED.
Leiter des Ministeriums
für Staatssicherheit (MfS).
- 1953
- Juni: Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.
Juli: Zaisser wird wegen "parteifeindlicher fraktioneller Tätigkeit"
aus dem Politbüro und dem ZK der SED entlassen und seines Ministeramtes
enthoben. Hintergrund ist die schon länger bestehende Rivalität
zwischen Zaisser und Walter Ulbricht
sowie der laut Ulbricht ungenügende Einsatz der staatlichen Machtmittel
der DDR beim Aufstand
vom 17. Juni.
- 1954
- Januar: Zaisser wird aus der Partei als "Feind der Partei" ausgeschlossen.
Seine Frau tritt von ihrem Amt als Ministerin für Volksbildung
zurück.
- 1954-1958
- Tätigkeit als Übersetzer beim Dietz-Verlag und am Institut
für Marxismus-Leninismus (IML) in Berlin.
- 1958
- 3. März: Wilhelm Zaisser stirbt in Berlin. Offiziell wird von seinem Tod keine Notiz genommen.
- 1993
- 25. April: Zaisser wird durch die Partei des Demokratischen Sozialismus
(PDS) rehabilitiert.
(db/iz/reh)
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