Die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten ist 1378 km lang. Die Absperrungen um West-Berlin, einschließlich der Mauer, haben eine Länge von 161 km. Schon 1946 ordnen die sowjetischen Besatzungsbehörden den Aufbau eine Grenzpolizei an. Das SED-Regime läßt zur besseren Sicherung der Grenze im Mai 1952 eine 5 km breite Sperrzone anlegen. Nach 1961 wird die innerdeutsche Grenze dann zu einem fast unüberwindlichen Hindernis ausgebaut: Tretminen, elektrisch geladene Zäune und seit 1966 auch Selbstschussanlagen machen jeden Fluchtversuch in den Westen zu einem tödlichen Risiko.

Nach dem Bau der Mauer wird die Deutsche Grenzpolizei 1961 als Teilstreitkraft in die Nationale Volksarmee eingegliedert. Der 1974 in "Grenztruppen der DDR" umbenannte etwa 50.000 Mann starke Verband hat den Auftrag, die Grenzanlagen zu überwachen und jeden Versuch einer "Republikflucht" zu verhindern. Der Tod von Flüchtlingen wird dabei bewußt in Kauf genommen. Der Dienst bei den Grenztruppen gilt als Vertrauensbeweis. Weil die "Friedenssicherung am antifaschistischen Schutzwall" - so die offizielle DDR-Bezeichnung für die Tätigkeit der Grenztruppen - häufig zur Flucht benutzt wird, werden nur politisch besonders zuverlässige Soldaten eingesetzt.

Wer die DDR verlassen will und einen Ausreiseantrag stellt, muß mit Nachteilen für sich und seine Familie rechnen. Bestimmte Gruppen, wie Studenten, Schüler und Soldaten sind ganz von der Ausreise ausgeschlossen. Der Versuch, die DDR unbefugt zu verlassen, wird nach dem Paßgesetz von 1957 als "Republikflucht" mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Trotzdem hören die Fluchtversuche nie auf. Bis Ende 1989 sterben über 300 Menschen an der innerdeutschen Grenze und etwa 200 an den Grenzanlagen um West-Berlin.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 05.05.2003
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Grau, Andreas: Grenzsicherung, in: Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-modernisierung/reformversuche-im-osten/grenzsicherung.html
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