Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Bonn|Leipzig|Berlin

Das Boot – Geschichte - Mythos - Film

 

16. November 2007 – 24. Februar 2008
Foyerausstellung
Dienstag - Sonntag
9:00 - 19:00 Uhr
Eintritt frei



In den Jahren 1980/81 produzierte die Münchener Bavaria Film GmbH den Film „Das Boot” nach einem Roman von Lothar-Günther Buchheim. Die künstlerischen Leistungen, die strapaziösen Dreharbeiten und die im Rahmen eines Spielfilms „realistische” Darstellung an Bord eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg haben den Film zur Legende gemacht. Die bis dahin mit 25 Millionen Mark aufwändigste deutsche Filmproduktion erhielt sechs Oscar-Nominierungen und wurde zu einem Welterfolg.
Die Ausstellung „Das Boot. Geschichte · Mythos ·  Film” dokumentiert mit einer Vielzahl von Medien und Exponaten die Entstehungsgeschichte des Films. Sie wurde vom Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Kuratorenteam „Das Boot Revisited” und mit Unterstützung der Bavaria Film GmbH realisiert. Für die Präsentation in Bonn hat das Haus der Geschichte mit der Darstellung der Geschichte der U-Bootwaffe seit dem Ersten Weltkrieg und der Diskussion um die Frage „Kriegsfilm vs. Antikriegsfilm” weitere Schwerpunkte gesetzt.

Pressetext (Pdf)

Pressefotos zum Download



Der U-Bootkrieg
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs knüpfte die deutsche Seekriegsleitung militärisch und ideologisch an die Vorbilder der kaiserlichen Marine an. Die nationalsozialistische Propaganda feierte die Leistungen einzelner „U-Bootasse” wie Günther Prien, Erich Topp oder Joachim Schepke bei der Versenkung von Handels- und Kriegsschiffen. Bis heute lassen sich die genauen Zahlen der verletzten oder getöteten alliierten Soldaten, Seeleute und Passagiere auf den von deutschen U-Booten torpedierten Schiffen während des Zweiten Weltkrieges nicht ermitteln. Allein die britische Handelsmarine verlor mehr als 32.000 Mann. Die Verluste auf deutscher Seite waren so hoch wie bei keiner anderen Waffengattung. Mindestens 28.000 von insgesamt etwa 45.000 U-Bootfahrern kamen ums Leben.

Die Vorlage
Der 1973 erschienene Roman von Lothar-Günther Buchheim basiert auf persönlichen Erinnerungen des Autors, der als Kriegsberichterstatter der U-Bootwaffe schon 1943 mit „Jäger im Weltmeer” ein Buch über seine Erlebnisse vorgelegt hatte, das während des Krieges jedoch nicht mehr in den Buchhandel gelangte. Buchheim schildert in „Das Boot” das wechselhafte Geschick von „U 96” und seiner Besatzung unter Kapitänleutnant Heinrich Lehmann-Willenbrock auf ihrer „7. Feindfahrt” im Herbst 1941. Das in viele Sprachen übersetzte Buch wurde auch international ein großer Erfolg und rückte den U-Bootkrieg verstärkt in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Der Autor zeichnet das Bild eines schrecklichen und letztlich aussichtslosen Kampfes, in dem die „einfachen” Soldaten Opfer einer rücksichtslosen fanatischen Führung wurden.

Der Film
1975 schloss Buchheim einen Vertrag mit der Bavaria Film über die Verfilmung von „Das Boot”. Der Film von Regisseur Wolfgang Petersen, von dem es eine Kinofassung und eine umfangreichere Fernsehversion gibt, zeigt in packenden Bildern eine Gruppe von Menschen unter extremen Bedingungen in einem spannungsreichen Wechsel aus beklemmender Ruhe und dramatischen Gefahrensituationen. Seine Premiere löste ein kontroverses Medienecho aus. Positiv hervorgehoben wurden die schauspielerischen Leistungen, die Filmmusik und die Kameraführung. Kritisch hinterfragt wurden die aktionsreiche Dramaturgie und die vermeintliche Mythisierung der „U-Bootwaffe”. Mit 5,8 Millionen Besuchern gehört „Das Boot” bis heute zu den zehn erfolgreichsten deutschen Filmen.

 

Die Begleitpublikation zur Ausstellung "Das Boot. Auf der Suche nach der Crew der U 96" ist im Museumsshop im Haus der Geschichte oder über den Online Shop erhältlich.

 

 


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