Blick in einen großen Ausstellungsraum, in der Mitte ein großer roter Raumtrenner mit einem Zitat von Erich Honecker, links Modelle von Nutzfahrzeugen in einer Vitrine

Wechselausstellung

Alles nach Plan?

Formgestaltung in der DDR

Erinnern Sie sich an den Hühnereierbecher? Oder an die Erika-Schreibmaschine? Oder fahren Sie zufällig noch eine Simson? In unserer aktuellen Wechselausstellung zeigen wir Produkte aus der DDR, die bei vielen Menschen zum täglichen Leben gehörten. Doch es steckt auch immer eine andere Geschichte hinter diesen Objekten: Sie sind unter bestimmten politischen Auflagen geplant, unterliegen besonderen planwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sollen dem sozialistischen Geschmack entsprechen.

„Mehr und bessere Waren, die dem Bürger gefallen und seine Bedürfnisse befriedigen, (…) das betrachten wir als wichtige Staatsangelegenheit“, erklärt Erich Honecker auf dem VIII. Parteitag 1971. Die SED entscheidet, was dem Volk gefällt. Dadurch stehen vor allem Formgestalter vor der Herausforderung die eigenen Ansprüche, den politischen Druck durch die SED und manchmal auch innerbetriebliche Probleme gegeneinander auszuloten. Ihre Entwürfe werden oft abweichend produziert, weil die Farbe nicht verfügbar ist, das Material zu teuer oder die Maschinen für die industrielle Produktion nicht geschaffen sind.

Zugleich besteht der Druck, mehr zu produzieren, durch hochwertige, aber schlecht bezahlte Artikel Devisen zu beschaffen, während die Menschen in der DDR immer unzufriedener werden, weil immer mehr alltägliche Produkte zur Mangelware werden.

Unsere Ausstellung setzt sich mit der Formgestaltung in der DDR von ihren Anfängen und der Aufbruchsstimmung in den 1950er Jahren, über die Gründung des Amts für industrielle Formgestaltung zur allgemeinen Kontrolle der Produkte in den 1970er Jahren bis zur Mangelkrise in den 1980er Jahren und dem Ende der DDR auseinander. Zeitzeugeninterviews mit Gestalterinnen und Gestaltern stellen ihre persönlichen Erfahrungen und Empfindungen den staatlichen Prämissen und der Propaganda aus zeitgenössischen Filmausschnitten gegenüber. Am Schluss steht die Frage: Gibt es ein DDR-Design? 

Buch zur Ausstellung

Das Begleitbuch zur Ausstellung umfasst neben informativen Texten Produktfotos und historische Aufnahmen von Produktions- und Verkaufsstellen.

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Rundgang mit den Ausstellungsmachern

Werfen Sie beim Rundgang mit den Ausstellungsmachern einen Blick hinter die Kulissen der Ausstellung.

Einblicke
Eine große Ausstellungswand mit mehreren Vitrinen, darin Alltags- und dekorative Gegenstände wie Vasen und eine Geflügelschere.
Ein großes Regal mit vielen farbigen Produkten wie Isolierkannen, Eierbechern, einem Föhn, Mixern, einer Schreibmaschine, Kaffeekännchen und einem großen Stuhl
Blick in einen großen Ausstellungsraum, im Vordergrund das Modell der Weltzeituhr mit einem Zylinder auf einem Sockel und den Planeten unseres Sonnensystems mit ihrer Umlaufbahn
Besucher in einen großen Ausstellungsraum mit Fotos und Vitrinen und einen großen Türrahmen zu einem dahinterliegenden Raum.
Ein gelbgrundiges Plakat mit schwarzen Zeichnung von einer Reihe von Bohrmaschinen, einen Reihe Geschirrkannen und einer Reihe Handmixer sowie einem einzelnen Kran. Die Schrift auf dem Plakat ist pink, grün und schwarz