Pressemitteilung: Beobachtungen – Der Parlamentarische Rat 1948/49.
    Fotografien von Erna Wagner-Hehmke

    Haus der Geschichte präsentiert größten geschlossenen Fotobestand
    zum Parlamentarischen Rat: Internet- und Fotoausstellung


    Faszination Demokratie: Neugierig blickten die Zuschauer am 1. September 1948 durch die Fenster der Pädagogischen Akademie in Bonn. Der Parlamentarische Rat, der das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland erarbeiten sollte, trat zu seiner ersten Sitzung zusammen. Die Fotografin Erna Wagner-Hehmke hielt diese Szene im Bild fest. Mit rund 1.200 Fotos entstand die umfassendste fotografische Dokumentation zur Arbeit der „Mütter und Väter des Grundgesetzes”.
    Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland übernahm diesen einzigartigen Fotobestand in seine Sammlungen und präsentiert jetzt in einer Internet-Ausstellung eine Auswahl von 250 Motiven. Bis zum 5. Oktober ist im Haus der Geschichte darüber hinaus eine Auswahl von 60 „realen” Fotos in einer Präsentation zu sehen. Fotografien mit erläuternden Texten, die Lebensläufe der Abgeordneten sowie Tondokumente sind über die neue Informationsquelle im Internet abrufbar. „Die Ausstellung ermöglicht einen lebendigen Zugang zu den entscheidenden Weichenstellungen auf dem Weg zur Bundesrepublik Deutschland”; erläutert der Präsident der Stiftung, Prof. Dr. Hans Walter Hütter. Sie entstand in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Rundfunkarchiv.
    Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers, wird die Ausstellung am 1. September 2008 eröffnen.


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    Nur rund 2.500 Fotografien sind insgesamt über die Arbeit des Parlamentarischen Rates dokumentiert, etwa die Hälfte stammt von Erna Wagner-Hehmke. Mit Ihrer Partnerin Anne Winterer führte sie ab 1925 in Düsseldorf ihre „Lichtbildwerkstatt”. Erna Wagner-Hehmke spezialisierte sich auf Porträt- und Sachaufnahmen sowie Industrie- und Werbefotografie. Von Hermann Wandersleb, dem Leiter der Düsseldorfer Landeskanzlei, erhielt sie 1948 den Auftrag, die Arbeit des Parlamentarischen Rates zu dokumentieren.
    In der Öffentlichkeit bekannt sind nur wenige ihrer Fotos zur Entstehung des Grundgesetzes: der Festakt zur Eröffnung im Museum Alexander Koenig, Konrad Adenauer bei der Unterzeichnung des Grundgesetzes, die vier „Mütter des Grundgesetzes” Helene Wessel (Zentrumspartei), Helene Weber (CDU), Friederike Nadig und Elisabeth Selbert (beide SPD).
    Erna Wagner-Hehmke fotografierte aber nicht nur die Abgeordneten. Ihr fotografischer Blick galt ebenso der Arbeit hinter den Kulissen: den Sekretärinnen, den Fahrern und dem Umbau der Pädagogischen Akademie zum Bundeshaus.

    Digitalisiert und vernetzt
    Das Haus der Geschichte übernahm Ende der 1980er Jahre einen Bestand von 4.000 Fotografien von Erna Wagner-Hehmke in seine Sammlungen. In einem aufwändigen Projekt wurden zum 60. Jahrestag der Eröffnung des Parlamentarischen Rates alle 1.200 Bilder zu diesem Thema zusammengestellt und digitalisiert. Eine Auswahl von 250 Fotografien steht der Öffentlichkeit ab sofort in der Internetausstellung „Beobachtungen – Der Parlamentarische Rat 1948/49. Fotografien von Erna Wagner-Hehmke” zur Verfügung – ergänzt durch Biografien und 20 Stunden Tonbeiträge aus dem Archiv des Deutschen Rundfunkarchivs.
    Das Internetprojekt ist verknüpft mit den öffentlich zugänglichen Datenbanken des Hauses der Geschichte und gibt damit vertiefende Informationen zu Literatur und weiteren Objekten.



    Beobachtungen. Der Parlamentarische Rat 1948/49 – Fotografien von Erna Wagner-Hehmke

    Ausstellung im Haus der Geschichte: 2.9.- 5.10. 2008,
    Eröffnung durch Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers im Rahmen der Podiumsdiskussion „Die Bundesrepublik wird 60”
    1. September 2008, 16.00 Uhr


    Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Museumsmeile Bonn

     

     




    Direktor Kommunikation:

    Dr. habil. Harald Biermann


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