Pressemitteilung: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig präsentiert Foyerausstellung
"Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?"
Aktuelle Formen des Antisemitismus in Deutschland und Europa nimmt diese Ausstellung zum Anlass, die Frage nach der Bedeutung der drei Schlagworte Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik aufzugreifen und durch Fotos, Karikaturen und Plakate zu illustrieren. Die vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem konzipierte Ausstellung ist vom 28. August bis 28. September im Foyer des Zeitgeschichtlichen Forums zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Der Antisemitismus wurde vor dem Hintergrund einer rassistischen Ideologie von Judengegnern im 19. Jahrhundert geprägt und äußert sich in einer großen Bandbreite der Judenfeindlichkeit durch politische, kulturelle und religiöse Ablehnung alles Jüdischen. Im Nationalsozialismus führte er zur Ermordung von sechs Millionen Juden.
Antisemitismus ist jedoch nicht gleichzusetzen mit Antizionismus. Dieser stellt vor allem als innerjüdische Haltung sowie als politische Feindschaft gegenüber Israel eine eigenständige Kategorie dar. Hier wird der Zionismus aus politischen und religiösen Gründen als jüdische Nationalbewegung des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts abgelehnt.
Ebenso wenig ist der Begriff Israelkritik mit Antisemitismus gleichzustellen. Kritik an der Politik des 1948 gegründeten Staates Israel und seinen militärischen Aktionen kann eine legitime politische Einstellung zum Ausdruck bringen, wenn sie nicht als Vorwand dafür benutzt wird, alle Juden dieser Welt zu stigmatisieren. Dann schlägt Israelkritik in Antisemitismus um.
Der Ausstellung ist daran gelegen, die Problematik der Alltäglichkeit des Antisemitismus zu unterstreichen und damit die Vielfalt der Facetten heutiger Judenfeindlichkeit darzustellen.
"Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?" wurde vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem konzipiert. Im August 2007 wurde die Ausstellung im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik eröffnet und wird bis 2009 an ausgewählten Orten in Deutschland als Wanderausstellung zu sehen sein.
Foyerausstellung (28.8.–28.9.2008)
„Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?”
geöffnet: Dienstag – Freitag 9–18 Uhr, Samstag/Sonntag 10–18 Uhr, Eintritt frei
Zur Eröffnung am Mittwoch, 27. August 2008, um 18 Uhr sind Sie herzlich eingeladen. Es spricht Dr. Juliane Wetzel (Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin).
Direktor Kommunikation:
Dr. habil. Harald Biermann
Medienanfragen richten Sie bitte an:
Peter Hoffmann
Pressereferent
Tel.: (02 28) 91 65-109
Fax: (02 28) 91 65-302
