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    "Unter Druck! Medien und Politik"

    Neue Wechselausstellung im Haus der Geschichte

    Ob Tageszeitung, Tagesschau, oder Twitter: Nachrichten aus Presse, Rundfunk und – seit einiger Zeit – auch aus den sozialen Netzwerken setzen Themen und stoßen Diskussionen in modernen Gesellschaften an.  Mit ihren Berichten und Kommentaren bestimmen die Medien mit, wie die Bürger Politik und Gesellschaft wahrnehmen. Dabei bleibt die Rolle der Medien ambivalent: Journalisten müssen Informationen bewerten und filtern, sie liefern wesentliche Grundlagen zur Meinungsbildung, sind selbst aber auch Akteure im politischen Raum.
    Die neue Ausstellung, die vom 3. Oktober 2015 bis 17. April 2016 im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu sehen ist, beleuchtet mit rund 900 Exponaten die Rolle der Medien in Deutschland seit 1945. Die Bandbreite der Themen umfasst die Lenkung von Presse und Rundfunk in der SED-Diktatur ebenso wie die aktuellen Herausforderungen der digitalen Revolution.


    Pressefotos

    Demokratie und Diktatur

    Seit 1949 garantiert in der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz die Pressefreiheit. Doch ihre Ausübung durch die Medien vollzieht sich nicht ohne Konflikte. Eine wichtige Bewährungsprobe ist 1962 die "Spiegel-Affäre". Für die Härte des Streits steht in der Ausstellung eine Zellentür aus dem Trakt des Hamburger Untersuchungsgefängnisses, in dem "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein einsaß.
    In der DDR dagegen sind Presse und Rundfunk von Anfang an Herrschaftsinstrument der SED. Sie bestimmt die Berichterstattung und kontrolliert Ausbildung und Karrieren der Journalisten. "Unsere Presse − die schärfste Waffe der Partei", so formulieren die kommunistischen Funktionäre schon 1950 ihren umfassenden Anspruch.

    Marktmacht

    Hinter Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen stehen Unternehmen mit wirtschaftlichen und politischen Interessen. Dass sie dadurch auch selbst in die Kritik geraten können, zeigt die Ausstellung anhand der Proteste gegen den Verleger Axel Springer in den 1960er Jahren. Eindrucksvolle Objekte, darunter die Ausrüstung eines Polizisten aus dieser Zeit, veranschaulichen die damaligen Auseinandersetzungen mit den studentischen Demonstranten in West-Berlin.

    Meinungsmacht

    Journalisten berichten über politische Ereignisse und decken Missstände auf. Doch kennzeichnen auch zahlreiche Medienkampagnen und -skandale die Geschichte der Bundesrepublik. Bis heute umstritten ist etwa die Rolle der Medien beim Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff 2012. Eine Zäsur markiert die Veröffentlichung seiner telefonischen Nachricht auf die Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann, die in der Ausstellung im Originalton zu hören ist.


    Wandel der Öffentlichkeit

    Wie sich unabhängiger Journalismus angesichts sinkender Auflagen und Werbeeinnahmen zukünftig finanzieren lässt, ist offen. „Zunehmend beeinflussen  auch die Bürger über soziale Netzwerke die öffentliche Meinungsbildung jenseits von Presse und Rundfunk,“ gibt der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, zu bedenken. Als ein Beispiel in der Ausstellung dient der Hashtag "#aufschrei" bei Twitter im Frühjahr 2013, der eine gesellschaftliche Debatte über Sexismus im Alltag anstieß.

    Unter Druck! Medien und Politik
    3. Oktober 2015 - 17. April 2016
    Di-Fr 9-19 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt frei

    Pressevorbesichtigung: 2.10.2015, 10.00 Uhr, Pressekonferenz: 11.00 Uhr
    Eröffnung: 2.10.2015, 19.30 Uhr, mit Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios


    Begleitbuch mit Beiträgen namhafter Experten und Zeitzeugen, darunter Kai Diekmann, Ernst Elitz, Uwe-Karsten Heye und Frank Plasberg, 19,90 Euro im Museumsshop, 29,95 Euro im Buchhandel


    Pressefoto



    Direktor Kommunikation:

    Prof. Dr. Harald Biermann


    Medienanfragen richten Sie bitte an:


    Peter Hoffmann

    Pressereferent
    Tel.: (02 28) 91 65-109
    Fax: (02 28) 91 65-302

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