Ein Lehrer unterrichtet in einer Klasse über Julius Cäsars Gallischen Krieg. Als er geendet hat, fragt ein Schüler: "Und auf welcher Seite standen die Amerikaner?"



Peter Leger



Ein Maurerpolier kommt zum Unternehmer und sagt: "Chef, wir müssen dem alten Bernsmann unbedingt mehr Geld geben, sonst haut der womöglich hier ab. Der arbeitet mit einem Tempo, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Er ist ein richtiges Vorbild für alle anderen, aber er verdient zu wenig."

"Gut", sagt der Chef, "das sehe ich mir an." Er stellt sich hinter ein Baugerüst und beobachtet den alten Bernsmann bei der Arbeit.

Der kommt im Laufschritt über einen Brettersteg, bekleidet mit einem Kittel und einer Skimütze. Seine Schubkarre ist vollbeladen mit Kieselsteinen. Er hastet damit zum Baugerüst, kippt die Karre um und rennt wieder mit ihr zurück.

"Donnerwetter", staunt der Chef, "ich habe auf die Uhr gesehen, das ist ein Schnitt von 2,5 Minuten, die anderen brauchen runde vier." Er beobachtet seinen Akkordarbeiter noch eine Weile, und als dessen Tempo nicht nachlässt, stellt er sich ihm schließlich in den Weg.

"Herr Bernsmann", sagt der Chef, "eine Sekunde bitte! Ich habe Ihnen bei der Arbeit zugesehen und muss sagen, das ist ganz fabelhaft. Wenn Sie so weitermachen, werde ich Ihren Lohn um 50 Pfennig die Stunde erhöhen."

Der alte Bernsmann blickt den Unternehmer missmutig an und sagt: "So, dafür habt Ihr Geld! Aber mir 'ne größere Schubkarre kaufen, dafür reicht's nicht, was?"




Bei einem Besuch in Bonn verläßt der französische Außenminister Pinay das Palais Schaumburg, als gerade ein Posten der noch jungen Bundeswehr abgelöst wird: "Diese Soldaten sehen ihren Vorgängern von 1914 und 1940 verdammt ähnlich", sagt er zu Botschafter Francois-Poncet, der ihn begleitet. Der abrückenden Wache sieht er interessiert nach: "Ach nein, es sind doch nicht die gleichen. Diese hier tragen ja Gummisohlen" - "Weshalb wir sie das nächste Mal auch nicht kommen hören werden", erwidert der Botschafter.



Wolfgang Hicks



Gustav kommt zum Standesbeamten: "Ich möchte die Geburt ,meines ersten Sohnes anmelden. Äh, und dann bitte ich auch noch um einen Heiratstermin." Der Beamte erstaunt: "Alles hübsch der Reihe nach: Wie soll der Junge heißen?" - "Sputnik." - "O Gott, warum das denn? - "Weil mir genauso wie den Amerikanern zumute ist. Er ist einfach zu früh gekommen." (1957)


Zwei Freundinnen treffen sich auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz. Sagt die eine zur anderen: "Ich glaube, morgen gibt es Schnee..." - "Das ist mir völlig egal", antwortet die andere resigniert: "Ich stelle mich für nichts mehr an."




Ein Mann steht stundenlang an der Spree und schaut. Fragt ihn einer: "Jenosse, wat kiekst de uff det Wasser?" - "Ich warte auf die Schiffe, die uns Getreide aus Russland bringen sollen. "Brüllt der andere los: "Mensch, biste doof? Kiek nich ins Wasser, kiek ins Neue Deutschland!"




An der Sowjetischen Kommandantur in Plauen wird ein Stalinbild angebracht. Fragt eine alte Frau einen Volkspolizisten: "Wer ist dieser schöne Mann?" Antwort: "Das ist doch Stalin, der hat uns von den Nazis befreit!" - "Ach, so ein guter Mann... Ob er uns auch von den Russen befreit?"



Wolfgang Hicks



Otto Grotewohl gewährt einem westlichen Reporter ein Interview. Nach der korrekten Wiederholung seiner letzten Volkskammerrede schließt er mit der Versicherung, dass in der DDR weiter im Sinne des neuen Kurses gearbeitet würde. "Aber ich bitte Sie", sagt der Reporter, "gerade jetzt hat Ihr Ministerium für Handel und Versorgung eine neue Lebensmittelverknappung für den Sommer angekündigt!" - "Na und?", fragt Grotewohl. "Früher hätten wir sie nie angekündigt!"




Walter Ulbricht kommt in eine Kleinstadt. Ein Kraftwerk blieb von Kriegsschäden verschont. Der Hauptingenieur führt ihn in das Kesselhaus. "Sehen Sie, Genosse Ulbricht: Dieser alte Kessel ist schon über 80 Jahre im Betrieb - und noch kein Fünkchen Kesselstein." Darauf Ulbricht zu seinem Begleiter: "Hier helfen wir. Bitte aufschreiben - Kesselstein besorgen!"



Wolfgang Hicks



In Ost-Berlin unterhalten sich zwei Freunde: "Was hältst Du von Ulbricht?" - "Bist Du wahnsinnig? Eine solche Frage mitten auf der Straße? Gehen wir woanders hin, wo uns niemand hören kann!" Sie gehen auf den nächsten Friedhof. "Also, was hältst Du von Ulbricht?" - "Sei still!" flüstert der Gefragte. "Hinter jedem Grabstein kann einer lauern. Gehen wir noch weiter!" Sie gehen eine Weile spazieren und gelangen schließlich auf eine Wiese; weit und breit ist kein Mensch zu sehen. "Also jetzt! Was hältst Du von Ulbricht?" Der mehrfach Gefragte beugt sich ganz nahe zu seinem Freund und flüstert: "Ich bin für ihn!"



Josef Partykiewicz



"Die Erfolge der sowjetischen Wissenschaft werden der ganzen Menschheit zugute kommen", erklärt ein sowjetischer Gastdozent an der Rostocker Universität. "Unsere Sputniks waren nur der Anfang. Es wird der Tag kommen, wo Sie einfach zu Ihrem Flugplatz gehen und eine Flugkarte zum Mond oder zur Venus kaufen können!" - "Das wäre schön!" meint einer der Studenten, "vielleicht hätten wir von dort Anschluss nach Hamburg und Köln!"
(1957)




10. Jahrestag der DDR. An einem volkseigenen Zirkus wird ein Plakat angebracht: "10 Jahre DDR". Über Nacht wird ein zweites befestigt: "10 Jahre Zirkus". (1959)


Harald Kretzschmar