Hermann Kastner 1886 - 1957

Hermann Kastner ist ein deutscher Politiker. Er ist Gründungsmitglied der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD) in Ostdeutschland und von 1949 bis 1950 stellvertretender Ministerpräsident der DDR. Kastner tritt für die Anpassung der LDPD an das SED-Regime ein.

  • 1886

    25. Oktober: Hermann Kastner wird in Berlin als Sohn eines Volksschullehrers geboren.

  • 1904

    Abitur am Gymnasium zum "Grauen Kloster" in Berlin

  • 1904-1908

    Jura- und Volkswirtschaftsstudium an der Universität in Berlin

  • 1908

    Beginn des Referendariats

  • 1909

    Promotion zum Dr. jur. an der Universität Jena mit einer Dissertation über das Reichsimpfgesetz von 1874.

  • 1912-1917

    Assessor in den Stadtverwaltungen von Berlin-Lichtenberg und -Neukölln und beim Berliner Magistratsrat

  • 1917-1919

    Professor an der Fürst Leopold Akademie für Verwaltungs- und Staatsrecht in Detmold; Präsident des Reichsstädtebundes

  • 1918
  • 1920-1945

    Rechtsanwalt in Dresden

  • 1921-1933

    Geschäftsführer des Allgemeinen Dresdener Einzelhandelsverbandes. Bis 1925 ist er auch Syndikus des Arbeitgeberverbandes für den Einzelhandel Groß-Dresden e.V.

  • 1922-1933

    Mitglied des sächsischen Landtags (1922-1930 DDP, 1930-1933 Deutsche Staatspartei)

  • 1933-1945

    Tätigkeit als Rechtsanwalt in Dresden. Kastner war Mitglied im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen (BNSDJ) und später im Nationalsozialistischen Rechtswahrer Bund (NSRB).

  • 1935

    Übertritt zum Katholizismus, um Vermögensverwalter für das Haus Wettin werden zu können.

  • 1945-1946

    Präsident der Anwalts- und Notarkammer Sachsens

  • 1945

    Mitbegründer der Demokratischen Partei Deutschlands (ab Mitte August Liberal Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD))

  • 1945-1947

    Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der LDPD

  • 1946

    Mitglied des Präsidiums der Beratenden Versammlung Sachsens

  • 1946-1950

    Mitglied des sächsischen Landtags (LDPD); 1946 bis 1948 Vizepräsident und Mitglied des Ältestenrats

  • 1946-1948

    Justizminister in den Kabinetten Rudolf Friedrichs und Max Seydewitz und stellv. Ministerpräsident Sachsens

  • 1948-1949

    Leiter des Fachsekretariats Finanzen, Post und Fernmeldewesen in der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) in der Sowjetischen Besatzungszone in Berlin

    Präsidiumsmitglied des Deutschen Volksrates

  • 1949-1950

    Vorsitzender der LDPD (zusammen mit Karl Hamann); seit 1947 war er stellvertretender Vorsitzender.

    Abgeordneter der LDPD in der provisorischen Volkskammer; stellvertretender Ministerpräsident der DDR

  • 1950

    25. Juli: Der Führungsausschuss der LDPD schließt Kastner von allen Ämtern und aus der Partei aus.

  • 1951

    Mai: Wohl auf sowjetischen Druck hin wird Kastner rehabilitiert und wieder in die LDPD aufgenommen.

  • 1951-1955

    Vorsitzender des Förderungsausschusses für die Intelligenz beim Vorsitzenden des Ministerrats der DDR im Range eines Staatssekretärs

  • 1956

    Oktober: Flucht Kastners in die Bundesrepublik Deutschland, wo er in München lebt.

  • 1957

    4. September: Kastner stirbt in München an den Folgen eines Herzanfalls.

 

(mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 13.09.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Würz, Markus: Biografie Hermann Kastner, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/hermann-kastner.html
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