Mehrere Personen skaten auf dem Alexanderplatz. Im Hintergrund ist der Fernsehturm und Passanten zu sehen

10.06.2026 - 04.04.2027

Skater & Rollbrettfahrer

vor und nach dem Mauerfall

Skateboarding ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung oder ein Sport. Es steht für ein Lebensgefühl. Seit den 1970er-Jahren entdecken sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR Jugendliche das Skateboarding.  

Die Ausstellung „Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall“ zeigt Bilder des „Stern“-Fotografen Harald Schmitt sowie der Szenefotografen Thomas Kalak und Helge Tscharn. Gleichzeitig wird sie erweitert durch zahlreiche Fotografien und Objekte aus Ost und West. 

Helge Tscharn fotografiert die Szene europaweit und seit 1982 für das „Monster Skateboard Magazin“. Thomas Kalak ist Mitbegründer des Magazins und in den frühen 1980er-Jahren Profi-Skater. Ihre Bilder zeigen, wie Skater Städte erobern und sie auf eine neue Weise nutzen: Denkmäler, leerstehende Gebäude und historische Monumente werden so zur Bühne für ihre Tricks. Harald Schmitt fotografiert für den „Stern“ jugendliche Skater in Ost-Berlin.

Rollbretter aus Ost und West zeigen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Szenen: Die westdeutsche Firma „Geist“ produziert schon in den 1960ern Skateboards - lange bevor diese die Straßen der Bundesrepublik prägen. In der DDR stellt der VEB Schokoladenverarbeitungsmaschinen Wernigerode ab 1985 das erste Skateboard „Germina Speeder“ her. Es erweist sich als unpraktisch und zu teuer für die DDR-Skater. 

Begehrte Kleidung, selbstgebaute Skateboards oder Objekte zum internationalen Wettbewerb „Euroskate“ hinter dem Eisernen Vorhang 1988 in Prag zeichnen ein vielfältiges Bild der Skateboarder dies- und jensseits der Mauer. 

Eine Wand voller Skateboards veranschaulicht lebendig die Kreativität der Szene. Fotos der Olympischen Spiele 2020 in Tokio und den Skateparks als sozialem Treffpunkt geben einen Ausblick auf die Szene in der Gegenwart. 

Einblicke
Ein Skater skatet die Berliner Mauer entlang. Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor zu sehen.
Eine Person macht einen sogenannten Frontside Boardslide Trick
Eine Person skatet auf dem Denkmal von Ernst Thälmann in Berlin-Prenzlauer Berg
Ein Skateboarder springt mit dem Skateboard über ein Fahrrad
Ein Skater macht einen Trick bei einem Skateboard-Wettbewerb.
Plakat zur Ausstellung "Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall". Zu sehen sind zwei Skater auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz

Begleitungen und Veranstaltungen

Anna Gross, Fotografin: Caren Pauli
Anna Gross, Fotografin: Caren Pauli
Katharina Gehling, Fotografin: Sonka Hinders
Katharina Gehling, Fotografin: Sonka Hinders
Velten Schäfer
Velten Schäfer

Pop-Kultur zu Gast im Museum in der Kulturbrauerei!

Skateboarding ist mehr als Sport: Es ist Subkultur, DIY-Praxis und Gemeinschaft. Was einst als männlich geprägte Gegenkultur begann, wird heute zunehmend von FLINTA*- und queeren Communities mitgestaltet, die eigene Räume schaffen und Skateboarding als Praxis von Empowerment, Teilhabe und solidarischem Miteinander verstehen.

Vor diesem Hintergrund fragt der Talk danach, wie sich Skateboarding verändert hat und welche Rolle Community und Selbstorganisation dabei spielen. Welche Perspektiven bringen FLINTA*- und queere Skater*innen in eine lange männlich dominierte Szene ein? Wie entstehen Räume, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Identitäten sichtbar werden, und welche Bedeutung haben Vernetzung und gegenseitige Unterstützung für eine vielfältigere Skatekultur?

Dabei steht auch die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle der öffentliche Raum für gesellschaftliche Teilhabe spielt. Wie kann Skateboarding dazu beitragen, bestehende Strukturen zu hinterfragen und Selbstermächtigung praktisch erfahrbar zu machen? Gemeinsam diskutiert das Panel darüber, wie sich Skateboarding zwischen Sport, Kultur und Aktivismus bewegt – und welches Potenzial in dieser Verbindung für eine offenere Gesellschaft liegt.

Es diskutieren:

  • Anna Groß Co-Leiterin des Berliner Musiklabels Springstoff und Mitorganisatorin des internationalen FLINTA*-Skateboard-Contests Suck My Trucks. Sie engagiert sich seit Jahren intensiv für Diversität und Empowerment in der Musik- und Jugendkultur.
  • Katharina Gehling Fotografin und Kulturwissenschaftlerin. In ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit konzentriert sie sich auf Subkulturen, die Do-it-yourself-Kultur und deren fotografische sowie kulturanalytische Erforschung.
  • Velten Schäfer Journalist und Autor. Er schreibt über Politik, Kultur sowie Gesellschaft und veröffentlichte mit Dogtown und X-Games eine vielbeachtete Kulturgeschichte des Skateboardens.

 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Pop-Kultur-Festivals finden statt am 28.8. und 29.9. im Atelier des Museums.

 

Zwei Frauen machen ein sogenanntes Spiegelselfie. Eine Person hält die Kamera und fotografiert mit Blitz
Sandra Grether und Kersty Grether (Foto: Sandra Grether)

Pop-Kultur zu Gast im Museum in der Kulturbrauerei!

Mit der Show »Rebel Queens« erschaffen die Schwestern Kersty Grether und Sandra Grether ein begehbares Tagebuch zwischen Lesung, Konzert und Kunstinstallation. Ausgangspunkte sind ihr gefeierter Bestseller »Rebel Queens. Frauen in der Rockmusik« sowie das neue Buch »Patti Smith. 100 Seiten«. Sie verschmelzen Lieder aus dem Buch zu einer heiligen Mashup-Messe. Gemeinsam mit Songs aus »Mondscheinpsychose, Bordsteinrose«, dem aktuellen Album ihrer Band The Doctorella, ergeben sie eine rebellische Visual Performance aus Farbenrausch, Noise Pop und Wortkraft – keine sterile Lesung, sondern eine ästhetische Antwort auf Negativität. Mit dabei ist außerdem Bandkollege Gordon Ashdown an Bass und Drums, während Sandra E-Gitarre und Kersty Klavier spielt.

Im Zentrum steht die Idee der Synästhesie als kreativer Antrieb: Farben werden hörbar, Worte erscheinen als Objekte im Raum, Musik verwandelt sich in Bilder. Die asketische Energie des Rock’n’Roll trifft auf die Idee von Buntheit als Schutzschild gegen graue Stereotype.

Die Pionierinnen des Pop-Feminismus in Deutschland erzählen von Pop-Ikonen wie Madonna, Rosalía oder auch Pussy Riot als unbesiegbare Kräfte und gehen von ihren Flucht-nach-vorn-Strategien aus: also jenen Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichten, gegen Widerstände und Zuschreibungen anzukämpfen. Gerade die mit streng katholischen Werten konfrontierten Musikerinnen haben Religion nicht einfach verlassen, sondern gegen rigide Sexualmoral getanzt. Um mit diesen Königinnen des Pop zu leuchten, wählen die Grether-Schwestern die Form einer Andacht, die an einen Göttinnendienst erinnert und innere Welten äußerlich erfahrbar macht. Ein poetisches Gesamterlebnis voller Humor, Intimität und Empowerment – und dabei randvoll mit Themen, die Popkultur und Feminismus zu Manifest und Bewegung werden ließen.

Die Veranstaltung findet auch am 29.08. um 19:40 Uhr statt.

 

Zwei Frauen machen ein sogenanntes Spiegelselfie. Eine Person hält die Kamera und fotografiert mit Blitz
Sandra Grether und Kersty Grether (Foto: Sandra Grether)

Pop-Kultur zu Gast im Museum in der Kulturbrauerei!

Mit der Show »Rebel Queens« erschaffen die Schwestern Kersty Grether und Sandra Grether ein begehbares Tagebuch zwischen Lesung, Konzert und Kunstinstallation. Ausgangspunkte sind ihr gefeierter Bestseller »Rebel Queens. Frauen in der Rockmusik« sowie das neue Buch »Patti Smith. 100 Seiten«. Sie verschmelzen Lieder aus dem Buch zu einer heiligen Mashup-Messe. Gemeinsam mit Songs aus »Mondscheinpsychose, Bordsteinrose«, dem aktuellen Album ihrer Band The Doctorella, ergeben sie eine rebellische Visual Performance aus Farbenrausch, Noise Pop und Wortkraft – keine sterile Lesung, sondern eine ästhetische Antwort auf Negativität. Mit dabei ist außerdem Bandkollege Gordon Ashdown an Bass und Drums, während Sandra E-Gitarre und Kersty Klavier spielt.

Im Zentrum steht die Idee der Synästhesie als kreativer Antrieb: Farben werden hörbar, Worte erscheinen als Objekte im Raum, Musik verwandelt sich in Bilder. Die asketische Energie des Rock’n’Roll trifft auf die Idee von Buntheit als Schutzschild gegen graue Stereotype.

Die Pionierinnen des Pop-Feminismus in Deutschland erzählen von Pop-Ikonen wie Madonna, Rosalía oder auch Pussy Riot als unbesiegbare Kräfte und gehen von ihren Flucht-nach-vorn-Strategien aus: also jenen Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichten, gegen Widerstände und Zuschreibungen anzukämpfen. Gerade die mit streng katholischen Werten konfrontierten Musikerinnen haben Religion nicht einfach verlassen, sondern gegen rigide Sexualmoral getanzt. Um mit diesen Königinnen des Pop zu leuchten, wählen die Grether-Schwestern die Form einer Andacht, die an einen Göttinnendienst erinnert und innere Welten äußerlich erfahrbar macht. Ein poetisches Gesamterlebnis voller Humor, Intimität und Empowerment – und dabei randvoll mit Themen, die Popkultur und Feminismus zu Manifest und Bewegung werden ließen.

Die Veranstaltung findet auch am 28.08. um 19:40 Uhr statt.

 

Der Eingangsbereich zur Wechselausstellung bei Nacht.
Der Eingangsbereich des Museums bei Nacht.

Mit unserer Reihe späti! laden wir Sie einmal im Monat abends zu uns ins Museum ein:
Um 18.00 Uhr erkunden wir gemeinsam bei einem Getränk die Ausstellung „Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall" und erfahren mehr über die beeindruckenden Aufnahmen des „Stern"-Fotografen Harald Schmitt sowie der Szenefotografen Thomas Kalak und Helge Tscharn. Wir blicken auf die Geschichten hinter den Fotografien und Objekten, die den Alltag und das Lebensgefühl der Rollbrettfahrer in Ost und West dokumentieren. 

Zu ausgewählten Terminen begleiten uns dabei spannende Gäste und kommen mit uns ins Gespräch.

Das Angebot ist kostenfrei und die Plätze sind begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Zur Anmeldung
 

Medienpartner