Kanzlerarbeitszimmer

Haus der Geschichte und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eröffnen historische Räume im Bonner Kanzleramt

Haus der Geschichte

„Es könnte genauso gut eine rheinische Sparkasse darin residieren“, bemerkte Helmut Schmidt als neuer Hausherr, als vor vierzig Jahren der Bundeskanzler seine Arbeit im neuen Kanzleramt in Bonn aufnahm. Bis dahin hatten seit Konrad Adenauer alle Bundeskanzler das Palais Schaumburg als Amtssitz genutzt. Die erste Kabinettssitzung im neuen Gebäude fand am 7. Juli 1976 statt.

Am Freitag, dem 23. September 2016, eröffnen Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, die historischen Räume im BMZ.

Das Kanzlerarbeitszimmer wurde mit Originalmöbeln des im November 2015 verstorbenen ersten Nutzers, Bundeskanzler Helmut Schmidt, eingerichtet. Eine Präsentation des Hauses der Geschichte mit Fotos und Exponaten − auch zu den Bundeskanzlern Helmut Kohl und Gerhard Schröder − sowie zwei Medien-stationen ergänzen das Ensemble. Die Räumlichkeiten im ehemaligen Kanzleramt werden ab Januar 2016 der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Michail Gorbatschow, François Mitterrand, Margaret Thatcher und Bill Clinton sind nur einige der Staats- und Regierungschefs, die im neuen Kanzleramt in Bonn zu Gast waren. Von 1976 bis 1999 übten die Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder hier ihre Regierungsgeschäfte aus.

Die Planungen für das Gebäude begannen bereits 1969 unter Kanzler Willy Brandt. Nach einem Bauwettbewerb, den ein Verbund aus fünf Architekten – die Planungsgruppe Stieldorf aus Königswinter – gewann, entstand an der Adenauerallee ab Herbst 1973 ein Stahlskelettbau mit einer Fassade aus dunkelbraun eloxiertem Aluminium. Schlichtheit und jeglicher Verzicht auf repräsentative Elemente kennzeichnen das dreigeschossige Bauwerk, dessen Schlüssel Bundeskanzler Helmut Schmidt am 1. Juli 1976 als neuer Hausherr entgegennahm. Der Kanzler war von der Architektur des Gebäudes wenig begeistert: „Dieses Haus braucht dringend eine menschliche Atmosphäre“, erklärte er und stattete das Amt mit Kunstwerken expressionistischer Maler und Bildhauer aus. Auf dem Vorplatz lässt Helmut Schmidt 1979 die Bronze-Skulptur „Large Two Forms“ des britischen Bildhauers Henry Moore aufstellen.

Das Gebäude umfasst viereinhalbmal mehr Nutzfläche als das Palais Schaumburg, das von 1949 bis 1976 Dienstsitz des Bundeskanzlers war, und ist mit zahlreichen technischen Neuerungen ausgestattet wie einer Rohrpostanlage für den schnellen internen Aktenaustausch. Das neue Kanzleramt gliedert sich in einen Kanzler- und einen Abteilungsbau. Der Kanzlerbau beherbergt neben dem Kabinettssaal und den Büros der engsten Mitarbeiter des Bundeskanzlers auch dessen Arbeitszimmer sowie Empfangsräume. Hierzu gehört etwa das „Heckel-Zimmer“, in dem der Bundeskanzler seine Gäste begrüßt und sich den Fotografen stellt. Im Abteilungsbau sind die Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen des Kanzleramts untergebracht.

Das Kanzleramt war Schauplatz bedeutender politischer Entscheidungen: Bundeskanzler Helmut Schmidt führte hier die Krisensitzungen im so genannten „Deutschen Herbst“ 1977 durch. Unter Kanzler Helmut Kohl bot das Gebäude die Kulisse für entscheidende Gespräche im Vorfeld der deutschen Wiedervereinigung 1989/90. Bundeskanzler Gerhard Schröder arbeitete nur ein knappes Jahr in Bonn, dann zogen Parlament und Regierung 1999 nach Berlin. Nach umfassender Sanierung bekommt der unter Denkmalschutz stehende Bau im Dezember 2005 mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen neuen Nutzer.

Gruppenbesuche: Ab Januar 2017 sind Besuche in den historischen Räumen möglich, Anmeldungen nimmt der Besucherdienst des Hauses der Geschichte ab Oktober 2016 entgegen: Tel. 0228/9165-400; besucherdienst-bonn@hdg.de

Medienanfragen richten Sie bitte an
Pressereferent
Bonn
Peter Hoffmann

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