Unser Grundgesetz. Neue Ausstellung im Bundesrat in Bonn

Begleitungen für Besuchergruppen

Haus der Geschichte

„Heute…beginnt ein neuer Abschnitt in der wechselvollen Geschichte unseres Volkes: Heute wird nach der Unterzeichnung und Verkündung des Grundgesetzes die Bundesrepublik Deutschland in die Geschichte eintreten.“ Mit diesen Worten leitet Konrad Adenauer am 23. Mai 1949 die Unterzeichnung des Grundgesetzes ein. Ort des historischen Geschehens ist die Pädagogische Akademie in Bonn, wo der Parlamentarische Rat seit dem 1. September 1948 über die Bestimmungen der vorläufigen Verfassung verhandelt hatte.

Die neue Ausstellung „Unser Grundgesetz“ der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland rückt mit ausgewählten historischen Objekten und interaktiven Medienstationen den Saal als Ort der Beratung, Unterzeichnung und Verkündung des Grundgesetzes in den Fokus der Betrachtung. Von September 1949 bis zum Umzug im Jahr 2000 tagt in diesem Saal der Bundesrat. Entstehung, Aufbau und Funktion dieses Verfassungsorgans werden ebenfalls in der Ausstellung deutlich. Ab 7. Dezember 2016 können sich Besuchergruppen beim Haus der Geschichte für einen Besuch der Ausstellung und des Saals anmelden.

Am 1. September 1948 versammeln sich auf Veranlassung der westlichen Besatzungsmächte in Bonn erstmals die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates, um über eine provisorische Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland zu verhandeln. Die 65 stimmberechtigten Mitglieder − 61 Männer und 4 Frauen − waren zuvor von den Länderparlamenten in den drei westlichen Besatzungszonen gewählt worden. Die Erfahrungen mit dem „Dritten Reich“ prägen die Debatten des Parlamentarischen Rates. Die Gefahren des Totalitarismus sollen gebannt und die Fehler der Weimarer Verfassung vermieden werden.

„He is cold and distant“: So charakterisiert Chaput de Saintonge 1949 den Präsidenten des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer. Der Verbindungs-offizier des britischen Büros in der Besatzungszone legt auch zu anderen Mitgliedern des Rates geheime Notizen an. Das Dossier mit Angaben zu den Mitgliedern des Rates ist eines der herausragenden Exponate, die Besucher in der Ausstellung entdecken können.

Nach langen Verhandlungen wird das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949 mit 53 gegen 12 Stimmen beschlossen. Die westlichen Besatzungsmächte stimmen ebenso zu wie die Länderparlamente - mit Ausnahme Bayerns. Da jedoch zwei Drittel der Länder zur Annahme des Grundgesetzes ausreichen, tritt es auch in Bayern in Kraft.

Am 23. Mai 1949 wird es in Bonn feierlich unterzeichnet und verkündet. Am folgenden Tag tritt die Verfassung in Kraft, die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet. Die Erfolgsgeschichte des Grundgesetzes ist bei seiner Entstehung 1948/49 nicht abzusehen. Unter dem Vorzeichen des Kalten Krieges und der sich abzeichnenden Teilung Deutschlands gilt es zunächst als provisorische Grundordnung für den entstehenden Weststaat.

Der Saal des Bundesrates zählt neben dem Kanzlerbungalow und dem Kanzleramt zu den authentischen, historischen Orten der ehemaligen Bundeshauptstadt. Das Haus der Geschichte hat dort jeweils Ausstellungen eingerichtet und führt Besuchergruppen durch die historischen Räumlichkeiten.

Unser Grundgesetz. Ausstellung im Bundesrat
Ab 7. Dezember 2016 

Platz der Vereinten Nationen 7
53113 Bonn
Anmeldungen für Gruppenbegleitungen über besucherdienst-bonn(at)hdg.de, Tel.: 0228/ 9165-400

Eröffnung am 6. Dezember 2016, 18.00 Uhr, mit Staatssekretärin Dr. Ute Rettler und Prof. Dr. Josef Isensee

Medienanfragen richten Sie bitte an
Pressereferent
Bonn
Peter Hoffmann

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In diesem Saal beriet der Parlamentarische Rat über das Grundgesetz. Von 1949-2000 tagte hier der Bundesrat.

© Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Axel Thünker
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Das Hotel "Zum Adler" ist Sitz des Büros der Ministerpräsidenten, das die Arbeit am Grundgesetz aktiv begleitet. Im Mai 1949 tragen sich in Bad Godesberg Ministerpräsidenten in das Gästebuch des Hotels ein.

© Foto: Haus der Geschichte, Axel Thünker
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Die "Mütter des Grundgesetzes" v. l. n. r.: Helene Wessel, Helene Weber, Friederike Nadig und Elisabeth Selbert.

© Foto: Bestand Erna Wagner-Hehmke/ Stiftung Haus der Geschichte, Bonn
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Zuschauer verfolgen am 23.5.1949 vor der Pädagogischen Akademie die Unterzeichnung des Grundgesetzes.

© Foto: Bestand Erna Wagner-Hehmke/ Stiftung Haus der Geschichte, Bonn
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Für den Festakt zur Eröffnung des Parlamentarischen Rates im Museum Alexander Koenig wurden die Tierpräparate der zoologischen Sammlung unter den Arkaden und auf der Galerie zum Teil mit Tuch verhüllt. Das Tierpräparat des "Säbelschnäblers" befand sich unverhüllt in einer Vitrine auf der Galerie.

© Museum Alexander Koenig/ Foto: Haus der Geschichte, Axel Thünker
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Konrad Adenauer unterschreibt am 23. Mai 1949 das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.

© Foto: Bestand Erna Wagner-Hehmke/ Stiftung Haus der Geschichte, Bonn
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt

© Foto: Haus der Geschichte, Axel Thünker
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Plakat zur Ausstellung 'Unser Grundgesetz'

Ausstellungsplakat

@ Stiftung Haus der Geschichte
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