Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos

Neue Ausstellung im Haus der Geschichte

Kaum ein zweites Massenprodukt strahlt eine Faszination aus wie das Automobil, über kaum ein anderes wird zugleich so gestritten. Werbe- und Marketingstrategen investieren Millionen, um ihr Produkt emotional aufzuladen. Umweltbelastung, verstopfte Autobahnen und Innenstädte nehmen dagegen zunehmend die "Freude am Fahren". Aber des Deutschen liebstes Kind bleibt auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Hunderttausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Autoindustrie ab. 

Das Haus der Geschichte zeigt vom 10.3.2017 bis 21.1.2018 die Ausstellung "Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos". Ausgewählte Fahrzeuge wie ein Mercedes 600 Pullman und der "Kult-Manta" aus dem Film "Manta, Manta", dazu Objekte, Medienstationen, Plakate, Fotos und Dokumente machen die Faszination des Autos deutlich. Die Ausstellung mit rund 800 Exponaten beschreibt die soziale und kulturelle Bedeutung des Automobils in Deutschland vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen. 

Symbol der Freiheit
Das Automobil ermöglicht seit seinen Anfängen Individualität und Unabhängigkeit. Es erweitert den Handlungsspielraum des Menschen. Mit zunehmender Motorisierung nutzt eine immer größere Zahl von Verkehrsteilnehmern das Auto für den Weg zum Arbeitsplatz oder zu Ausflügen und Urlaubsreisen. Autowerbung, Popsongs und Filme knüpfen an die Versprechen von "Freiheit und Abenteuer" an. "Freie Fahrt für freie Bürger" propagiert der ADAC in den 1970er Jahren.

Identität
Spiegelt das Auto am Beginn der Motorisierung noch Sozialstatus und Einkommensunterschiede wider, verändert sich zunehmend seine gesellschaftliche Funktion: Automarke, Ausstattung, Design und Zubehör schaffen eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich auszudrücken. Das Image einer Marke und die emotionale Aufladung  des Produkts werden zur zentralen Aufgabe von Marketing und Werbung der Autoindustrie. In Auto- und Fanclubs, wie z.B. beim VW-Käfer oder Opel-Manta, schließen sich Gleichgesinnte zusammen.

Männer und Frauen
Autos sind Männersache - zumindest zu Beginn der Massenmotorisierung Anfang der 1960er Jahre. Im Zuge der Emanzipation steigt der Anteil der Autofahrerinnen, die Autoindustrie entdeckt die Käuferinnen. Wenig bekleidete Models, die sich auf Kühlerhauben räkeln, verschwinden zunehmend aus den Prospekten und bei Messepräsentationen.


Auto und Macht
Das Auto ist auch ein Mittel der politischen Kommunikation. Die Wahl der Staatskarosse signalisiert über alle politischen Systeme hinweg den Status des Politikers. In Ministerien und Ämtern spiegelt die Größe des Autos die Hierarchie innerhalb der Institution. Nach ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 1983 setzen die Grünen mit ihren Dienstfahrrädern einen öffentlichkeitswirksamen Akzent und machen damit auch auf die Umweltbelastung  durch den Autoverkehr aufmerksam.

Zukunft der Autos
Die Euphorie der automobilen Anfangsjahre ist weitgehend verschwunden.
In den Städten findet die Idee des Carsharings zunehmend Anhänger, während die Menschen in ländlichen Bereichen auf Autos angewiesen bleiben. Die Entwicklung schadstoffarmer Elektroautos ist ein Thema auf den großen Automobilmessen. Auf den Straßen testet die Industrie selbstfahrende Autos, während die Digitalisierung und Vernetzung des Automobils mit anderen Lebensbereichen fortschreitet. 

Geliebt.Gebraucht.Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos
10.3.2017–21.1.2018 
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Öffnungszeiten: Di–Fr 9–19 Uhr,  Sa/So/Feiertage 10–18 Uhr, Eintritt frei   
Pressevorbesichtigung: 9.3.2017, 10.00 Uhr; Pressekonferenz: 11.00 Uhr
Eröffnung am 9.3.2017, 19.30 Uhr mit Horst Lichter, Autonarr und Fernsehkoch

Medienanfragen richten Sie bitte an
Pressereferent
Bonn
Peter Hoffmann

Eine Veröffentlichung der Fotos ist nur in Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellung und unter Angabe des Copyright-Hinweises zulässig.

Plakat zur Ausstellung "Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos"
© Schleiner+Partner, Freiburg
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VW-Werbung 1953
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Mit dem Großen Preis von Deutschland findet auf dem Nürburgring 1951 zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg ein internationales Rennen statt.
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Begehrtes Familienfahrzeug: Werbung für den P 50 Trabant aus dem Jahr 1958. 
Sammlung Peter Kirchberg
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Der ADAC wirbt in der ADAC Motorwelt für die "Kraftfahrstraße" zwischen Köln und Bonn.
Der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eröffnet die Autobahn am 6. August 1932.
©ADAC  e.V./ Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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In den 1980er Jahren gilt das "Waldsterben" als größtes Umweltproblem in Deutschland.
Initiativen fordern, auf der Autobahn die Geschwindigkeit auf 100 km/h zu begrenzen.
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Porsche wirbt in den 1970er Jahren mit weiblichen Reizen.
© Porsche Archiv/ Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Kultobjekt Wackeldackel:
1965 fertigt der Unternehmer Rakso Oskar Schneider eine kleine Hundefigur mit beweglichem Kopf und meldet sie wenig später in Italien zum Patent an. 
© Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Das Elektromobilitätsgesetz räumt Elektrofahrzeugen seit 2015 im öffentlichen Verkehr Sonderrechte ein, zum Beispiel spezielle oder vergünstigte Parkplätze zum Aufladen der Akkus.
© Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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"Knutschkugel", "Schlaglochsuchgerät" oder "Adventsauto":
Der Volksmund kennt viele Bezeichnungen für die BMW Isetta, die von 1955 bis 1962 gebaut wird.
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Die Goggomobil-Werbung erscheint 1955 in Constanze Sommermode.
Sie propagiert den kleinen, sparsamen Wagen als wichtiges Accessoire für Damen.
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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Original-Manta aus dem Film "Manta, Manta" (1991) mit dem Autogramm von Hauptdarsteller Til Schweiger.
© Foto: Jennifer Zumbusch
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Plakat zum Film "Manta, Manta"
Foto: Haus der Geschichte/ Axel Thünker
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