"Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit"

Neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

"Sie sind ab 3. Oktober 1990, 00.00 Uhr, Soldaten bzw. Zivilangestellte der Bundeswehr ..." So lautet der Tagesbefehl des Ministers für Abrüstung und Verteidigung der DDR, Rainer Eppelmann, am 2. Oktober 1990 an die Nationale Volksarmee (NVA). Die deutsche Wiedervereinigung führt 1989/90 zu einem historisch einmaligen Vorgang: Die Nationale Volksarmee der DDR löst sich auf und wird in die Bundeswehr der Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Aus zwei bis dahin verfeindeten Armeen entsteht eine gemeinsame deutsche Streitmacht, aus ehemaligen Gegnern werden über Nacht Kameraden. 
Mit rund 500 Objekten und zahlreichen Medien beleuchtet die neue Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig vom 17. März bis 10. September 2017 die zentralen Aspekte der Zusammenführung von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee im Zuge der Wiedervereinigung 1989/90. Der Eintritt ist frei.
Zur Eröffnung am Donnerstag, 16. März 2017, um 19.00 Uhr laden wir herzlich ein. Einführend spricht Generalmajor a.D. Ekkehard Richter, der 1990 als Leiter der Verbindungsgruppe die Planungsarbeiten zwischen den Verteidigungsministerien in Bonn und Strausberg koordinierte. Danach war er bis 1995 Kommandeur der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig.

Während des Kalten Krieges stehen sich zwei hochgerüstete deutsche Streitkräfte gegenüber: die Bundeswehr, eingebunden in das Nordatlantische Verteidigungsbündnis (NATO) und die Nationale Volksarmee der DDR als Teil des Warschauer Pakts. Der Zerfall des Ostblocks und die deutsche Einheit beenden diese jahrzehntelange Konfrontation. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und die beiden deutschen Staaten regeln im Zwei-plus-Vier-Vertrag die Rahmenbedingungen für die Streitkräfte des vereinten Deutschland. Der Vertrag besiegelt das Ende der NVA. Die Bundeswehr wird einzige deutsche Armee, die Truppenstärke auf 370.000 Mann beschränkt, Deutschland kann NATO-Mitglied bleiben.

Das Bundeswehrkommando Ost erhält den Auftrag, Angehörige der ehemaligen NVA einzugliedern, Standorte zu schließen und Waffen zu zerstören. Insgesamt werden dauerhaft rund 11.000 Soldaten und Offiziere der NVA in die Bundeswehr übernommen.

In der "Armee der Einheit" treffen erstmals Soldaten aus Ost und West aufeinander. Sie überwinden alte Feindbilder für viele unerwartet schnell. Zugleich steht das wiedervereinte Deutschland vor neuen Herausforderungen in einem veränderten internationalen Umfeld. Einsätze außerhalb des NATO-Gebiets lösen intensive Debatten aus. Die neue Kameradschaft bewährt sich auch in gefährlichen Einsätzen.

Pressevorbesichtigung: 16.3.2017, 10.00 Uhr

Pressegespräch: 16.3.2017, 11.00 Uhr
Eröffnung: 16.3.2017, 19.00 Uhr mit Ekkehard Richter, Generalmajor a.D.

Ausstellung "Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit"

(17. März - 10. September 2017)
Öffnungszeiten: Di-Fr, 9-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr, Eintritt frei

Pressereferent
Leipzig
Dr. Daniel Kosthorst

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Plakat zur Ausstellung Ab morgen Kameraden Armee der Einheit

Plakat zur Ausstellung "Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit"
Ausstellungsmotiv: Schleiner + Partner, Freiburg.
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Pressefoto Unterzeichnung 2+4 Vertrag

Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags am 12. September 1990 in Moskau: v. l. n. r. James Baker (USA), Douglas Hurd (Großbritannien), Eduard Schewardnadse (UdSSR), Roland Dumas (Frankreich), Lothar de Maizière für die DDR und Hans-Dietrich Genscher für die Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Bundesregierung B 145 Bild 00329937/Reineke, Engelbert
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Pressefoto NVA Angehöriger

Am 2. Oktober 1990 wird die NVA aufgelöst, ihre Angehörigen werden vom Eid entbunden. Das Ministerium für Abrüstung und Verteidigung veranstaltet in Strausberg einen letzten Appell und lässt anschließend die Fahne einholen.
Foto: Ekkehard Richter
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Pressefoto Wappen des Bundeswehrkommandos Ost

Das Wappen des Bundeswehrkommandos Ost versinnbildlicht die Herausforderung, aus zwei verfeindeten Armeen eine deutsche Streitmacht zu schaffen.
Foto: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/ Axel Thünker
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Pressefoto KInderpanzer Pressefoto Kinderpanzer

Der Kinderpanzer aus den 1970er Jahren der "Station junge Techniker und Naturforscher, Weißwasser" kommt bei Paraden zum Einsatz.
Historisches Foto: Werner Porth
Objektfoto: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/ Axel Thünker
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Pressefoto Geschreddertes Funkgerät

Geschredderte Teile eines Funkgeräts der Nationalen Volksarmee: In Folge des Zwei-plus-Vier-Vertrags vernichtet die Bundeswehr immense Bestände an Waffen und Material.
Foto: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/ Axel Thünker
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