Revolte! Fotografien von Ludwig Binder 1967/68

Neue Fotoausstellung im Haus der Geschichte

Sie protestierten gegen starre Strukturen an den Universitäten, den Vietnamkrieg, die rigide Sexualmoral und das Schweigen der Kriegsgeneration zum Nationalsozialismus: Zehntausende Studenten gingen in den späten 1960er Jahren auf die Straße, die Generation der "68er" wurde zum Begriff. Fotos vom Vietnam-Kongress 1968, Demonstrationen gegen den Schah-Besuch und gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei gingen um die Welt.
Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zeigt ab dem 30. Juni 2017 im Pavillon und in der U-Bahn-Galerie über 100 Arbeiten von Ludwig Binder, der die Proteste der "68er" in eindrucksvollen Fotos festhielt. Hinzu kommen ausgewählte Impressionen vom Ausbau der Berliner Mauer, der Präsenz der amerikanischen Schutzmacht in West-Berlin und kulturellen Ereignissen wie den Filmfestspielen. Die Arbeiten stammen aus einem größeren Konvolut, das die Stiftung Haus der Geschichte zwischen 1996 und 2012 erwarb. 
Beim Kultur-Hackathon "Coding da Vinci" 2015 in Berlin wurden bereits stiftungseigene Fotos von Ludwig Binder unter dem Titel "bilder-der-revolte.de" ins Netz gestellt.

Die Fotoausstellung im Pavillon vermittelt einen anschaulichen Eindruck von den politisch unruhigen Zeiten der späten 1960er Jahre. Ludwig Binder ist mitten im Geschehen und fotografiert dabei auch eindrucksvolle Details, die nachdenklich machen: Die Schuhe von Rudi Dutschke, die nach dem Attentat auf den Studentenführer auf der Straße liegen oder Hunderte von Pflastersteinen auf einer Berliner Straße nach der "Schlacht am Tegeler Weg".

Ludwig Binder, als Sohn eines Pfarrers am 22. November 1928 in der Nähe von Belgrad geboren, fotografierte bereits mit zehn Jahren und experimentierte mit der Entwicklung von Fotos. 1948 begann er ein Jurastudium an der FU Berlin, nachdem er an Universitäten der Sowjetischen Besatzungszone als Pfarrerssohn nicht studieren durfte. Während seiner Studienzeit ging Binder seiner zweiten Leidenschaft, der Musik, nach und war Mitglied einer Jazzband. 
Der autodidaktisch geschulte Fotograf arbeitete schon früh für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Ab 1961 betrieb er ein eigenes Fotostudio in West-Berlin und widmete sich als Bildjournalist politischen und kulturellen Tagesereignissen. Zu seinem Team gehörte auch der international bekannte Fotograf Jim Rakete. Ludwig Binder starb am 15. Mai 1980.

Revolte! Fotografien von Ludwig Binder 1967/68
30. Juni 2017 - 11. März 2018
Pavillon und U-Bahn-Galerie

Öffnungszeiten: Di-So, 9-19 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr
Eintritt frei

Eröffnung am 29. Juni 2017, 19.00 Uhr, im Haus der Geschichte, Saal, mit dem Fotografen Jim Rakete 

Medienanfragen richten Sie bitte an
Pressereferent
Bonn
Peter Hoffmann

Eine Veröffentlichung der Fotos ist nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellung und unter Angabe des Copyright-Hinweises zulässig.

Ausstellungsplakat

Plakat zur Ausstellung "Revolte! Fotografien von Ludwig Binder 1967/68"
JahnDesign, Thomas Jahn.
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Pflastersteine

"Schlacht am Tegeler Weg"
Pflastersteine als Spuren der Gewalt: Am 4. November 1968 kommt es am Berliner Landesgericht zur"Schlacht am Tegeler Weg". Auslöser ist ein Ehrengerichtsverfahren gegen Rechtsanwalt Horst Mahler.

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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"Schlacht am Tegeler Weg"
Die "Schlacht am Tegeler Weg", eine brutale Ausschreitung zwischen Demonstranten und Polizisten im Berliner Stadtteil Charlottenburg, gilt als Wendepunkt in der Geschichte der Außerparlamentarischen Opposition (APO).

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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Dutschke-Attentat

"Dutschke-Attentat"
Blick auf den Tatort: Am 11. April 1968 schießt Josef Bachmann den Studentenführer Rudi Dutschke dreimal auf offener Straße an.

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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Vietnamkongreß

Vietnamkongreß
17. Februar 1968: über 3.000 Studenten versammeln sich in der Technischen Universität Berlin zum Internationalen Vietnam-Kongress. Sie kritisieren die Kriegführung der USA in dem südostasiatischen Land.

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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Berliner Mauer

Berliner Mauer
Provisorischer Gedenkort: Als Zeichen ihrer Trauer stellen West-Berliner in den ersten Jahren nach dem Mauerbau Holzkreuze für die Todesopfer auf. Nach der Abriegelung mit Stacheldraht verstärkt die DDR die Sperranlagen durch Mauern und Betonplatten. Nun ist "Die Berliner Mauer" Teil des Stadtbildes und des Alltags der Berliner Bevölkerung.

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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Berliner Mauer
Nach der Abriegelung mit Stacheldraht verstärkt die DDR die Sperranlagen durch Mauern und Betonplatten. Nun ist "Die Berliner Mauer" Teil des Stadtbildes und des Alltags der Berliner Bevölkerung.

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Bonn

Bonn
Blick auf das Hauptgebäude der Universität Bonn: Am 11. Mai 1968 demonstrieren beim sogenannten "Sternenmarsch" tausende Demonstranten gegen die Notstandsgesetze.

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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Schah-Besuch

"Schah-Besuch"
Beim Staatsbesuch des persischen Schah demonstrieren Berliner Studenten 1967 gegen das repressive Regime des Herrschers. Vor dem Rathaus in Schöneberg kommt es am 2. Juni zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten, Schah-Anhängern und der Polizei. 

Ludwig Binder/Stiftung Haus der Geschichte
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"Schah-Besuch"
Das "Hamburger Gitter" setzt die Polizei oft als Absperrung und zur Begrenzung ein. Beim Schah-Besuch 1967 kommt es bei Ausschreitungen zwischen Studenten und Polizei vor der Berliner Oper zum Einsatz.

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Fritz Teufel

Fritz Teufel
Im Gerichtssaal: Am 27. November 1967 beginnt der Prozess gegen Fritz Teufel wegen Landesfriedensbruch vor dem Landgericht Berlin.

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Osterunruhen

"Osterunruhen"
Unruhen nach Dutschke-Attentat: Die anfangs friedlichen Proteste erreichen an den Ostertagen 1968 ihren Höhepunkt. Die Polizei setzt mehrere Hundertschaften ein, Wasserwerfer versuchen den Vormarsch der Demonstranten zu stoppen.

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