40 Jahre Deutscher Herbst

Buchvorstellung und Filmvorführung: Donnerstag, 14. September 2017/ Dienstag, 17. Oktober 2017 im Haus der Geschichte

Das Jahr 1977 bildet den dramatischen Höhepunkt des Linksterrorismus in der Bundesrepublik: Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto werden von Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF) ermordet. In Stuttgart-Stammheim nehmen sich die inhaftierten RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nach der gescheiterten Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ das Leben. Der entführte Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wird in der Folge von RAF-Terroristen ermordet.

Der Publizist und Rechtsanwalt Butz Peters beschränkt sich nicht auf die Ereignisse dieses „Schicksalsjahres“, sondern untersucht in seinem Buch „1977 – RAF gegen Bundesrepublik“ auch die juristische Aufarbeitung der Verbrechen und verfolgt diese bis in die Gegenwart. Das Buch beruht auf vielen Zeitzeugen-gesprächen und der Auswertung zahlreicher Quellen, die zum Teil erst jetzt zugänglich sind.

Der Spielfilm „Die Stille nach dem Schuss“ von Volker Schlöndorff thematisiert die Aufnahme von zehn RAF-Terroristen Anfang der 1980er Jahre in der DDR. Das Ministerium für Staatssicherheit sorgte für neue Biografien und beschaffte entsprechende Papiere, Wohnungen und Arbeitsstellen. Während die Terroristen dem Fahndungsdruck aus dem Westen entgingen, versprach sich die DDR von der Aufnahme Aufklärung über die Absichten und das Innenleben der RAF. Alle Aussteiger wurden im Sommer 1990 enttarnt, verhaftet und acht Terroristen zu Freiheitsstrafen verurteilt.

40 Jahre Deutscher Herbst

Donnerstag, 14. September 2017, 19.30 Uhr
1977 – RAF gegen Bundesrepublik
Buchvorstellung und thematische Einführung

Dr. Butz Peters stellt zentrale Aspekte seines Buches vor.
Anschließend Gespräch mit dem Autor
Moderation: Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Ge-schichte

Dienstag, 17. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Die Stille nach dem Schuss

(Spielfilm, D 2000, 98 Min., Regie: Volker Schlöndorff, FSK 12)
Filmvorführung mit vorheriger Einführung durch Dr. Tobias Wunschik, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Der Eintritt in beide Veranstaltungen ist frei.

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Pressereferent
Bonn
Peter Hoffmann