Haus der Geschichte baut inklusive Zugänge weiter aus

App, Audioguide und Tastmodelle ermöglichen selbstbestimmten Museumsbesuch

Wie kann ein Museum für möglichst viele Menschen selbstständig zugänglich sein? Das Haus der Geschichte setzt mit seiner Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte. Deutschland seit 1945“ neue Standards bei der inklusiven Zugänglichkeit und kulturellen Teilhabe. Bei einem Pressetermin am 20. August stellte das Museum weitere Angebote vor, die Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen einen selbstbestimmten Besuch ermöglichen.

Ein besonderes Angebot ist die kostenfreie Navigations-App eZwayZ, die blinde und sehbeeinträchtigte Besucherinnen und Besucher mit akustischen Signalen, Sprachausgabe und Vibration durch das Haus führt. Das Haus der Geschichte ist das erste Museum im deutschsprachigen Raum, das die App einsetzt. Sie führt unter anderem gezielt zu Tastobjekten.

Hartmut Streuff, seit seinem 14. Lebensjahr blind, hat die neuen Angebote getestet: „Die App sagt zwischendurch ‚noch vier Meter bis zum Tastobjekt‘ oder sie sagt, ‚das Tastobjekt befindet sich jetzt einen Meter vor dir‘. Mit dem Blindenstock erreicht man die Taststation, mit den Händen kann man dann erfühlen.“ Orientierung im Haus wird so mit Inhalten kombiniert, an den Taststationen kann man sich direkt in der App die dazugehörigen Audiodeskriptionen anhören.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten in eigener Sache entwickelt

Die inklusiven Angebote entstanden in einem mehrjährigen Entwicklungsprozess. Eine rund 20 Personen starke Arbeitsgruppe aus Menschen mit und ohne Behinderungen hat das Ausstellungsteam beraten und Prototypen getestet. Streuff war daran beteiligt und findet besonders das Tastmodell der Ahr-Flut gelungen: „Für Blinde ist es eine Hilfe, aber auch für alle Sehenden eine gute Anschauung, wie groß die Katastrophe war.“

Dr. Simone Mergen, Direktorin für Bildung und Publikumsservice, betont: „Wir bringen ein möglichst breites Publikum mit Zeitgeschichte in Kontakt, inklusive Angebote unterstützen beim Entdecken, interaktive und partizipative Elemente beteiligen Besucherinnen und Besucher an der Auseinandersetzung mit Geschichte.“ Die neue Dauerausstellung sei in einem offenen und kreativen Prozess entstanden, bei dem das Haus der Geschichte intensiv mit den Fokusgruppen gearbeitet habe.

 

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Mitglieder aus der Fokusgruppe aus Expertinnen und Experten in eigener Sache gehen durch die Dauerausstellung.

Mitglieder aus der Fokusgruppe aus Expertinnen und Experten in eigener Sache gehen durch die Dauerausstellung. Taktile Begleitungen sind über den Besucherdienst buchbar.

Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
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Zehn taktile Orientierungspläne bieten eine Übersicht über alle Zeiträume in der neuen Dauerausstellung.

Zehn taktile Orientierungspläne bieten eine Übersicht über alle Zeiträume in der neuen Dauerausstellung.

Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
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Die digitale Navigation "eZwayZ" gibt mit akustischen Signalen, Vibration und kontrastreicher Gestaltung eine Orientierung durch das Haus.

Die digitale Navigation "eZwayZ" gibt mit akustischen Signalen, Vibration und kontrastreicher Gestaltung eine Orientierung durch das Haus. Ein Tast-Rundgang führt durch die Dauerausstellung. Die Audiodeskriptionen zu den Tastobjekten und Plänen sind direkt in der App zu hören.

Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
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Videos in Deutscher Gebärdensprache finden sich als Einleitung in alle Kapitel und an den großen Medienstationen, hier am Bundestag.

Videos in Deutscher Gebärdensprache finden sich als Einleitung in alle Kapitel und an den großen Medienstationen, hier am Bundestag.

Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
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Hartmut Streuff ertastet die Station zur Flutkatastrophe am Ahrtal. Insgesamt gibt es 17 Tastobjekte in der neuen Dauerausstellung.

Hartmut Streuff ertastet die Station zur Flutkatastrophe am Ahrtal. Insgesamt gibt es 17 Tastobjekte in der neuen Dauerausstellung.

Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch
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