Fotografie 'Kissen auf Hutablage im Trabant'
Fotografie 'Parade FDJ'
Leih-Ausstellung

Zeitsprung

Fotografien von Thomas Hoepker

Von 1964 bis 1989 arbeitet Thomas Hoepker für das Wochenmagazin „Stern“. Schon vor dem Mauerbau reist er zum ersten Mal nach Ost-Berlin. Mit rund 60 Aufnahmen Hoepkers zeigt die Ausstellung „Zeitsprung“ das Leben und den Alltag in Ostdeutschland zwischen 1959 und 1991. Hoepkers Fotografien bilden die verschiedensten Facetten des Lebens in Ostdeutschland ab. Propagandaplakate und Paraden sind ebenso wie Sonntagsausflüge und Einschulungsfeiern zu sehen.  
Stets hat er dabei einen Blick für das überraschende Detail: das liebevoll gestaltete Kissen auf der Hutablage eines Trabant, ein junger Mann in Uniform, der am Rande einer Flugschau der „Gesellschaft für Sport und Technik“ (GST) heimlich mit einem Mädchen flirtet. Einfühlsam erfasst Hoepker alltägliche Situationen.

„Zeitsprung“ ist eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit Thomas Hoepker. Die Erstpräsentation fand im Haus der Geschichte Bonn vom 30. Juni 2011 bis September 2012 statt.

Dies ist eine Ausstellung, die Museen und kulturelle Einrichtungen ausleihen können, um sie in ihren Häusern zu zeigen. Es handelt sich um eine Foto-Ausstellung, die verpackt in kompakten Transportkisten zu sehr günstigen Konditionen ausgeliehen werden kann. Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen zu Bedingungen, Vorgehensweise und Ansprechpartnern.

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Ansprechpartner
Ausstellungsdirektor
Stiftung
Dr. Thorsten Smidt
Ausstellungsassistentin
Bonn
Ann-Kathrin Heinzelmann
Informationen für Leihnehmer
Ein junger Mann verstaut ein großeformatiges, gerahmtes Foto in einer offenen Holzkiste. Um ihn herum stehen weitere geschlossene Holzkisten
Die Ausstellungen werden an kulturelle Einrichtungen ausgeliehen

Gliederung der Ausstellung

I. Chronologischer Überblick über den politischen und gesellschaftlichen Alltag in Ostdeutschland von 1959 bis 1991 (27 Fotografien)
II. Alltag auf der Straße (11 Fotografien)
III. Zwischen Uniformierung und der Suche nach Freiraum (11 Fotografien)
IV. Eingebundensein in Organisationen (10 Fotografien) 

Umfang der Leih-Ausstellung

  • Insgesamt 59 Fotografien (s/w und Farbe) in 53 Rahmen:
  • 19 Rahmen im Format 100 x 70 cm (5 Hochformat, 14 Querformat)
  • 2 Rahmen im Format 120 x 90 cm (2 Hochformat)
  • 32 Rahmen im Format 58 x 45 cm (4 Hochformat, 28 Querformat)
  • 1 Pult für Besucherbuch und Informationsmaterial
  • Farbe der Rahmen: dunkel-grau / Passepartout-Karton: hell-grau
  • 1 Eingangstext auf Dibond im Format 75 x 55 cm
  • 3 Texttafeln mit Zitaten auf Dibond im Format 58 x 45 cm
  • 53 Objekttexttafeln auf Dibond (2 Tafeln 8,6 x 12,5 cm / 51 Tafeln 5,5 x 12,6 cm)
  • Für die Hängung der Rahmen werden ca. 60 m laufende Wandfläche benötigt.
  • 2 Transportkisten, Maße Kisten : ca. 70 x 70 x 70 cm (H x B x T) 
  • 2 Transportkisten, Maß Kiste: 120 x 140 x 100 cm (H x B x T)
  • Gesamtgewicht der Kisten: ca. 400 kg
  • Die Transportkisten sind auf Rollen gelagert
  • Üblich ist eine Leihfrist von mindestens acht Wochen.
  • Der Leihnehmer versichert die Leihgaben "von Nagel zu Nagel" (Versicherungswert: 11.500 Euro).
  • Der Leihnehmer übernimmt in Absprache mit der Stiftung Haus der Geschichte die Organisation und die Kosten des Hin- und Rücktransports.
  • Der Leihnehmer stellt geeignete Ausstellungsräumlichkeiten inklusive Ausstellungstechnik (Galerieleisten bzw. Stellwände) bereit.
  • Der Leihnehmer beteiligt sich an den Handlingkosten, den Kosten für das Grundlayout der Kommunikationsmittel und die Abgeltung von Lizenzrechten mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 250,00 Euro.
  • Der Leihnehmer führt die Öffentlichkeitsarbeit durch (s.u.).
  • Für die eventuelle Ankündigung in Publikationen des Hauses der Geschichte stellt der Leihnehmer 2-3 Fotos des Raumes bzw. der Einrichtung zur Verfügung, in der die Ausstellung gezeigt wird.
  • Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.
  • Der Leihnehmer erstellt eine Ausstellungsdokumentation und überlässt diese nach Beendigung der Laufzeit dem Haus der Geschichte. Die Dokumentation umfasst:
    • 5-10 repräsentative Fotos der Ausstellung in den Räumen des Leihnehmers mit und ohne Besucher
    • Angaben zur Besucherzahl
    • Pressespiegel
    • Besucherstimmen / Kopien des Besucherbuchs

Allgemein
Der Leihnehmer führt eine Eröffnungsveranstaltung durch und übersendet dem Leihgeber rechtzeitig Belegexemplare der Einladung zur Ausstellungseröffnung. Der Leihnehmer führt die Pressearbeit durch und organisiert ein Begleitprogramm zur Ausstellung. Das Haus der Geschichte stellt dafür eine Presseinformation sowie Pressefotos zur Verfügung

Plakat und Einladungskarte
Das Haus der Geschichte stellt dem Leihnehmer pauschal 50 Plakate und 300 Einladungskarten mit dem Ausstellungsmotiv ohne individuellen Eindruck zur Verfügung. Dieser kann auf Wunsch und auf Kosten des Leihnehmers in Absprache mit dem Haus der Geschichte eingedruckt werden. Zusätzliche Kontingente können zum Herstellungspreis abgenommen werden.

Eröffnungsveranstaltung
Ein Vertreter des Hauses der Geschichte ist anzufragen, die Ausstellung zu eröffnen. Der Leihnehmer verpflichtet sich, die Fahrtkosten und ggf. die Kosten für die Unterkunft zu übernehmen.

Eine Veröffentlichung der Fotos ist nur in Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ausstellung und unter Angabe des Copyright-Hinweises zulässig.

Fotografie 'Kissen auf Hutablage im Trabant'

© Thomas Hoepker

Der Trabant, das Zweitakt-Phänomen aus DDR-Produktion, wurde ebenso geliebt wie geschmäht. Für Neuwagen gab es Wartefristen bis zu 15 Jahren.

72 dpi, jpg, gezippt, 0.36 MB 
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Fotografie 'Parade FDJ'

© Thomas Hoepker

25. Jahrestag der DDR. Eine Delegation der russischen Jugendorganisation Komsomol bringt das "Banner des Sieges" nach Berlin - zur Erinnerung an den "Sieg über den Hitler-Faschismus"  am 8. Mai 1945.

72 dpi, jpg, gezippt, 0.42 MB 
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Fotografie 'Robert Havemann und Wolf Biermann'

© Thomas Hoepker

Der Philosoph und Regimekritiker Robert Havemann und sein Freund Wolf Biermann 1975 in Havemanns Haus in Berlin-Grünheide.

72 dpi, jpg, gezippt, 0.42 MB 
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Fotografie 'Erster Schultag'

© Thomas Hoepker

Die Zuckertüte gehörte zum ersten Schultag wie die modische Kurzkrawatte zum korrekten Anzug.

72 dpi, jpg, gezippt, 0.35 MB 
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Fotografie 'Mädchen mit roten Nelken in den Zöpfen'

© Thomas Hoepker

Mädchen mit roten Nelken in den Zöpfen in Erfurt

72 dpi, jpg, gezippt, 0.52 MB 
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Spielende Kinder an der Berliner Mauer, Propagandaplakate, Sonntagsausflüge und triste Plattenbausiedlung - die Bilder von Thomas Hoepker gewähren einzigartige Einblicke in das Leben im anderen Teil Deutschlands. Die ca. 60 Fotografien der Ausstellung "Zeitsprung" umspannen die Jahre 1959 bis 1991.

Thomas Hoepker, 1936 in München geboren, zählt zu den international bekanntesten Fotografen. "Ich bin kein Künstler, sondern Bilderfabrikant", umschreibt Hoepker seine Arbeitsweise und betont den Zeugnischarakter der Fotografie. Im Laufe seiner Karriere als Fotoreporter reist er immer wieder in den Osten des geteilten Landes und fängt das Leben der Menschen in seinen Bildern ein. Von 1974 bis 1976 leben Hoepker und seine Frau, die "Stern"- Journalistin Eva Windmöller, in Ost-Berlin und berichten von dort über Politik und Alltagsgeschehen. Windmöller ist als Korrespondentin akkreditiert, ihr Mann firmiert laut Visum als "technisches Hilfspersonal".

Mit der Kamera erkundet Hoepker das andere, unbekannte Deutschland jenseits der Grenze. Einfühlsam erfasst er den Alltag der Menschen, triste Plattenbausiedlungen genauso wie ausgelassene Tanzabende. Viele seiner Arbeiten leben vom Kontrast. Ein Junge schaut durch ein Fernglas in den Westen, neben ihm patrouilliert scheinbar unbeteiligt ein Grenzsoldat. Durch einen Pfeiler im Bild scheint es auf den ersten Blick fast so als stünden sie auf gegensätzlichen Seiten der Grenze. 

Humor und Empathie zeichnen Hoepkers Bilder aus. Gerade auch dann, wenn es um ernste Themen geht. So zeigt eine Aufnahme aus dem Jahr 1975 einen Kaufmann in seinem kleinen Laden. Stolz präsentiert er eine Weihnachtsgans - in der DDR eine Rarität. So wird die scheinbar profane Aufnahme zum Hinweis auf die allgegenwärtigen Versorgungsengpässe.

Thomas Hoepker arbeitet von 1964 bis 1989 als Fotoreporter beim Wochenmagazin "Stern". 1989 wird er Mitglied der Fotoagentur "Magnum" und steht ihr von 2003 bis 2006 als Präsident vor. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf wirkt Hoepker als Autor, Kameramann und Regisseur. Seit 1989 lebt und arbeitet er als freier Fotograf in New York.

"Zeitsprung. Fotografien von Thomas Hoepker" ist eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit Thomas Hoepker. Die Erstpräsentation fand im Haus der Geschichte Bonn vom 30. Juni 2011 bis September 2012 statt.