Veranstaltungen und Termine

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August 2022
"Familien-Spezial: Alte Computerspiele testen" im Juli, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt
René Meyer, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt

Aktivangebot mit dem Haus der Computerspiele 14.00–17.00 Uhr 

Welches war Ihr erstes digitales Spiel? Haben Sie Bausteine bei Tetris gestapelt, mit Pong Tischtennis gezockt oder sind mit Super Mario durch die Welten bis zur Prinzessin gesprungen? Ganz gleich, ob diese Spiele Teil Ihrer Erinnerung sind oder nicht, alte Computerspiele machen auch heute noch Spaß. Sie gelten als erstes rein digitales Medium und haben in den letzten 50 Jahren seit Bestehen große Entwicklungen in Sachen Design, Handhabung und Technik durchlaufen. Ihre Themen und Bildsprachen spiegeln zugleich immer auch den Zeitgeist wider. Bis in die heutige Zeit dienen alte Computerspiele zudem als Inspiration für Kreative, die mit den Motiven Kunstwerke entwickeln oder die Spielmelodien in neuen Musikstücken verarbeiten. 


René Meyer, der Gründer des Hauses der Computerspiele, hat die weltgrößte Sammlung historischer Spielsysteme. Er bringt eine Reihe von Konsolen, Heimcomputern und Spielen aus 50 Jahren mit in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig – nicht zum Anschauen, sondern zum selbst spielen. In der Wechselausstellung #DeutschlandDigital können Besucherinnen und Besucher weitere digitale Spielarten erkunden und in andere Themen eintauchen. Daher ist das Angebot sowohl für Zockerinnen und Zocker als auch für die nicht-spielbegeisterten Familien-mitglieder geeignet. 


Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden an ausgewählten Mittwochen und Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr statt.


Das Haus der Computerspiele, gegründet von René Meyer, ist eine Sammlung zur Geschichte und Kultur der digitalen Unterhaltung. Die über 30.000 Exponate sind nicht in einer eigenen Dauerausstellung zu sehen, sondern werden ausgewählt auf Messen, Kongressen, Festivals, in Hochschulen und Museen präsentiert. 

Keine Anmeldung erforderlich. 

Informationen zur Veranstaltungsfotografie
 

Gespräch und Tipps 14 - 17 Uhr
Mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung

Eintritt frei

„Covid-19 ist nur erfunden, um die Menschheit zu versklaven. Der Klimawandel ist nicht vom Menschen beeinflusst, sondern eine Lüge zur Errichtung der kommenden Öko-Diktatur. Die Bundesrepublik Deutschland ist kein souveräner Staat, sondern ein besetztes Land.“ Das sind einige der gängigen Verschwörungstheorien, heißt es in einer Veranstaltungsankündigung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Insbesondere in Krisen verbreiten sich Verschwörungserzählungen über die Sozialen Medien rasant. Auch Fake News und Hasskommentare gegen die jeweiligen Feindbilder werden massenhaft gepostet und geteilt. Mit dem Ukrainekrieg hat die Desinformation über Social Media noch einmal eine stärkere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. 


Was sind die Ursachen für die Konjunktur von Verschwörungstheorien, Fake News und Hass im Netz? Wann ist es wichtig, sich mit anderen Meinungen in Social Media auseinanderzusetzen? Und welche Form der Diskussion ist angebracht und zielführend? Ein Referent der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung hat Falschinformationen im Gepäck, die aktuell verbreitet sind und gibt Tipps zur Beteiligung an der digitalen Debatte.   


Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden an ausgewählten Mittwochen und Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr statt.


Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, gegründet 1991, ist eine staatliche Einrichtung ohne Parteizugehörigkeit. Sie ist dem Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung zugeordnet und unterbreitet vielfältige Angebote für demokratische Bildung. 

Keine Anmeldung erforderlich. 

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Inhalte eines Westpakets
Foto: ZFL

Warum war Deutschland geteilt? Und wie haben die Menschen damit gelebt? Bei diesem begleiteten Rundgang können Kinder unsere Dauerausstellung kennenlernen. Sie erfahren, wie die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten nahezu unüberwindbar wurde und wie die Menschen trotzdem miteinander in Verbindung blieben. Gemeinsam packen alle Kinder ein Westpaket aus und machen sich Gedanken über den Stellenwert von Kaffee, Backzutaten und Zahncreme in einer Mangelgesellschaft. Dabei entdecken sie zahlreiche Facetten des Alltags in der DDR.
 

für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren
Informationen und Anmeldung unter besucherdienst-leipzig@hdg.de oder 0341-2220400

Weiterer Termin:
Donnerstag, 25. August 2022, 14-15 Uhr

 

Ausstellung #DeutschlandDigital, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt
Dr. Uta Bretschneider, Foto: Oliver Niemeier

Gespräch 14.00–17.00 Uhr 
Mit Dr. Uta Bretschneider (Direktorin) und Dr. Thomas Stein (wissenschaftlicher Projektmitarbeiter) vom Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Wenn Objekte digital verfügbar und jegliche Informationen im World Wide Web abrufbar sind, warum sollen Menschen dann noch ins Museum kommen? Natürlich: Es gibt die Faszination des Originals, doch auch mit digitalen Mitteln können Museen, wie das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, beim analogen Besuch begeistern. Die Ausstellungen arbeiten schon längst mit Filmen, Projektionen oder interaktiven Anwendungen, um Besucherinnen und Besuchern Inhalte lebendig zu vermitteln. Das Web und die Sozialen Medien ergänzen den analogen Besuch mit Mehrinformationen und bieten neue Zielgruppen. Nicht zuletzt funktioniert auch die Arbeit hinter den Kulissen des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig immer digitaler.

Die Direktorin des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Dr. Uta Bretschneider, und der wissenschaftliche Projektmitarbeiter Dr. Thomas Stein sind vor Ort, um mit den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung über das digitale Museum zu diskutieren. Wie haben sich Filme und Bildschirme bisher bewährt? Was ist in Zukunft geplant und wo ist wirklich eine Entweder-oder-Entscheidung zwischen digital und anlog notwendig? Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, ihre Meinung zu dem Thema zu teilen und Vorschläge für ein – mehr oder weniger – digitales Museum zu diskutieren.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden während der Laufzeit der Ausstellung an ausgewählten Mittwochen und Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr statt.

 

Foto eines aufgeklappten Laptop
Foto: Helliwood media & education

Für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren
Im Workshop entwerfen Kinder und Jugendliche ein eigenes virtuelles Museum. Sie holen sich Inspirationen in der Ausstellung #DeutschlandDigital, um dann ihr eigenes Projekt umzusetzen. Sie nutzen das Computerspiel Minecraft, um darin ein dreidimensionales Museum nach ihren Vorstellungen zu bauen. Dabei machen sie sich Gedanken, wie sie sich das Museum der Zukunft vorstellen und tauschen sich im Team über ihre Ideen aus.

Vorkenntnisse in Minecraft sind nicht nötig.

15 freie Plätze
Anmeldung bis 23. August unter besucherdienst@hdg.de oder 0341-2220400

Szenische Lesung 

mit Victoria Schaetzle (TheaterTurbine) und Philipp Zemmrich (Theater der Jungen Welt)
Musikalisch begleitet von Steffen Greisiger
im Rahmen der Themenwoche "30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen"

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September 2022
Cybermobbing Foto: Forum für Kultur und Bildung
Foto: Forum für Kultur und Bildung

Beratung und Gespräch 14 bis 17 Uhr
Mit FKUB – Forum für Kultur und Bildung 

Soziale Medien wie Instagram, TikTok, Snapchat und Co. erfreuen sich heute großer Beliebtheit, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Dabei stoßen Heranwachsende neben kreativen, lustigen Videos und Bildern häufig auch auf beleidigende und diskriminierende Inhalte. Sie sind selbst Gerüchten, Bildmontagen oder beleidigenden Nachrichten ausgesetzt – sie erleben Cybermobbing – oder beobachten es bei anderen. Einige Minderjährige werden gezielt im Netz angesprochen, um sexuelle Kontakte herbeizuführen und werden Opfer von Cybergrooming. Problematisch ist ebenso, dass junge Menschen oft denken, bei diesen Chats oder Anfeindungen von anderen mitmachen zu müssen. Sie sind getrieben von FOMO – „Fear of missing out“ (Angst, etwas zu verpassen).

Was heißt das für Kinder und Jugendliche? Wie können sie reagieren, wenn sie selbst betroffen sind oder es bei anderen beobachten? Und sollten Eltern die Social-Media-Posts ihrer Kinder kontrollieren? Eine Medienpädagogin des Forums für Kultur und Bildung, KUB, gibt Tipps zu Begleitung, Prävention und Intervention. 


Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden an ausgewählten Mittwochen und Samstagen zwischen 14 und 17 Uhr statt. Die Besucherinnen und Besucher können während des gesamten Zeitraums frei mitmachen, erzählen und verweilen.

 

Das Forum für Kultur und Bildung, FKUB, ist ein Unternehmen in Leipzig, das Weiterbildungen für Kunst- und Kulturschaffende sowie Bildungsträger anbietet. Ziel ist die Professionalisierung der Kunst- und Kulturszene auch in digitalen Belangen. 


Keine Anmeldung erforderlich. 
 

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Christian Bangel @rbb

Dokumentarfilmreihe (D 2021, 6 x 15 Min., Kooperation von rbb und ZEIT ONLINE)
Anschließend Gespräch mit Christian Bangel (Journalist, DIE ZEIT, Berlin) und Luc-Carolin Ziemann (Filmwissenschaftlerin, Leipzig)
In der Reihe „Baseballschlägerjahre“
 

Prügel, Drohungen, Hetzjagden – in den sogenannten Nachwendejahren sind in Ostdeutschland Hass, Rassismus und Gewalt allgegenwärtig. An vielen Orten gehören Straßen und Plätze der rechten Szene. Bomberjacken, Springerstiefel und Hitlergruß zeigen dem eingeschüchterten Rest, wo man steht. Wer politisch andere Ansichten vertritt oder eine andere Hautfarbe hat, muss nicht selten um sein Leben fürchten.
Der Journalist und Autor Christian Bangel, in Frankfurt/Oder geboren und aufgewachsen, nennt diese für ihn prägende Zeit die „Baseballschlägerjahre“. Als Bangel Ende 2019 auf Twitter mit dem Hashtag „#Baseballschlägerjahre“ dazu aufruft, Erinnerungen an diese Zeit zu teilen, trifft er einen Nerv: Viele Menschen aus Ost und West melden sich zu Wort, um ihre Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen. Zu lange wurde über die Zeit der „Baseballschlägerjahre“ geschwiegen. Eine Zeit, die bis heute nachwirkt.

Christian Bangel, 1979 in Frankfurt/Oder geboren, ist ein deutscher Journalist und Autor. Bangel studierte Geschichte, Politikwissenschaften und Ethnologie an der Universität Hamburg. Als Studierender gründete er das Netzmagazin „Zuender“ und den Anti-Rechtsextremismus-Blog „stoerungsmelder.org“. Später entwickelte er das Portal „Netz gegen Nazis“ mit. Nach einem Ausflug in die Politik – er wirkte im Grünen-Wahlkampf 2009 mit – kehrte er 2010 zurück zur ZEIT. Von 2012 bis 2018 war Bangel Chef vom Dienst bei ZEIT ONLINE. 2017 veröffentlichte er den Roman „Oder Florida“. Seit 2022 ist er Redakteur im Ressort Politik, Wirtschaft, Gesellschaft bei ZEIT ONLINE. Wichtigstes Thema: Die nicht enden wollenden #Baseballschlägerjahre.

 

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Walter Stefan, Foto: Roos Mulders
Walter Stefan, Foto: Roos Mulders

Ausstellungsrundgang und Gespräch mit Stefan Walter, Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Leipzig
 

Überall in der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig begegnen den Besucherinnen und Besuchern Stasi-Akten. Sie dokumentieren Ermittlungen der Geheimpolizei, geben Einschätzungen zur Wirtschaftslage ab, beschäftigen sich mit der Wohnsituation in der DDR, kommentieren selbst den Verkauf von Jeans. Die Hinterlassenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) geben damit nicht nur Aufschluss über die Funktionsweise des staatlichen Überwachungsapparats, sondern gewähren auch einen tiefen Einblick in viele Bereiche des täglichen Lebens in der DDR – wenn sie fachkundig interpretiert werden. Heute sind sie daher ein nahezu unverzichtbarer Bestandteil zeithistorischer Forschungen und Ausstellungen, auch der Dauerausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum.

Bei einem Tandemrundgang durch die Ausstellung spricht Stefan Walter, der Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Leipzig, über die Bedeutung der MfS-Akten als Quellen, erklärt, wie sie kritisch zu lesen sind, und gibt Einblicke in die Arbeit seines Archivs. Danach besteht die Möglichkeit zum Gespräch.


Das Angebot ist Teil der Reihe „Blick hinter die Kulissen“, in dem das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig regelmäßig sein Arbeiten und seine Methoden transparent macht.


Stefan Walter studierte Geschichts- und Politikwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2012 bis 2016 war der Projektmanager der Geschichtswerkstatt Jena e.V. und Redakteur der Zeitschrift „Gerbergasse 18.“ Seither leitet er das Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig. 

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Gespräch
Mit Katharina Warda (Autorin, Soziologin und Literaturwissenschaftlerin, Berlin), Prof. Dr. Oliver Decker (Gründungsdirektor des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts für Demokratieforschung an der Universität Leipzig, angefragt), Dr. Janosch Steuwer (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Historische Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, angefragt) und Dr. Roland Löffler (Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Dresden)
Moderation: Bastian Wierzioch (Journalist, Leipzig)
In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
Im Rahmen der Themenwoche „30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen“

 

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Banda Comunale, Foto: Moritz Schlieb
Banda Comunale, Foto: Moritz Schlieb

Seit mehr als 20 Jahren machen sie „antifaschistische Blasmusik“, und am 9. September spielen sie im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig: Die Banda Comunale aus Dresden ist eine Brass-Band mit Musikern unterschiedlicher Herkunft; sie kommen etwa aus Syrien, Palästina, Burkina Faso, Russland, Polen, Katalonien, Irak und Deutschland. Die Band spielt auf großen Festivalbühnen wie auch in kleinen Clubs und Jugendzentren, auf der Straße, auf Demos und in Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Musiker engagieren sich für Weltoffenheit, Willkommenskultur und Integration, sowohl mit ihrer Musik als auch mit soziokulturellen Projekten. Mit diesem Konzept gewannen sie zahlreiche nationale und internationale Preise.


Das Konzert der Banda Comunale ist Teil der Themenwoche „30 Jahre nach Rostock Lichtenhagen“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Mit ihr erinnert das Museum an die lange Serie fremdenfeindlicher Übergriffe in den frühen 1990er Jahren an vielen Orten in der gesamten Bundesrepublik.

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Demokratie im Stresstest? Entfremdung, Protest, Partizipation – Herausforderungen für die politische Bildung
Öffentliche Tagung
Um Anmeldung wird per E-Mail unter litt2022@deutsche-gesellschaft-ev.de gebeten.
In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft e. V. Berlin, der Stadt Leipzig und der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
www.deutsche-gesellschaft-ev.de

 

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Foto: Sam Pak/Unsplash
Martin Geisler

Vortrag und Interaktion mit 
Prof. Dr. Martin Geisler (Leiter des Studiengangs Spiel- und Medienpädagogik/Ernst-Abbe-Hochschule Jena) 

Im Spiel ist es ein bisschen wie im „echten“ Leben: Wir bekommen eine Aufgabe und müssen sie lösen. Wir wissen nicht wie, aber wir erarbeiten uns Strategien und üben, bis wir das Ziel erreichen. Auf dem Weg können uns Druck und Frustration begegnen, wir können Fehler machen, aber auch motiviert werden und über uns hinauswachsen. 

Durch diese Herausforderungen in Computerspielen können sich die Spielenden – Kinder, Jugendliche, Erwachsene – persönlich weiterentwickeln. Das gilt nicht nur für spezielle Lernspiele, sondern auch für populäre und verbreitete Standard-Games. 

Der Medienpädagoge und begeisterte Computerspieler Professor Martin Geisler bringt Laien und erfahrenen Gamern die möglichen positiven Auswirkungen des digitalen Spielens nahe. Neben dem Wesen des Spiels und den unterschiedlichen Genres geht er auf die Prozesse ein, die beim Gaming aktiviert werden. Was sagt der Entwurf einer Spielfigur über meine Persönlichkeit aus? Wie trete ich mit anderen Figuren im digitalen Raum in Verbindung? Und welche Aktionen passieren neben dem Spiel – wie Wissensaneignung und kreative Erweiterungen?

Im Sinne des Spiels bindet Martin Geisler dabei das Publikum mit kleinen Aktionen unterhaltsam in seinen Vortrag ein.  


Martin Geisler ist seit 2011 am Fachbereich Sozialwesen Professor für Kultur und Medien an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Er konzipierte und leitet den Studiengang „Spiel- und Medienpädagogik“ sowie das Institut für Spiel- und Medienkultur e. V. – Spawnpoint. Seit 2014 ist er Landessprecher der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in Thüringen. Weiterhin ist er als Kunstfotograf, im Schauspiel, in der Lyrik und als (Clan-)Spieler aktiv. 
 

Besuchende beim E-Sport ausprobieren, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Stefan Hoyer
Christian Engler von Leipzig eSports e. V. im OpenSpace, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Stefan Hoyer

Aktivangebot und Gespräch 14 bis 17 Uhr
Mit Leipzig eSports e. V.
 

E-Sports sind zu einem Trend abseits der Nische geworden. Mehrere Menschen treten in einem Computerspiel gegeneinander an. Das geht mittels Konsole oder PC. Mittlerweile hat sich der digitale Sport professionalisiert. Bei wichtigen Wettkämpfen kommt ein Millionenpublikum per Livestream oder ganz analog in großen Stadien zusammen. Unternehmen fördern die Stars der Branche und bauen eigene Mannschaften auf.

Der Leipzig E-Sports e. V. holt diesen Trendsport in die Ausstellung. Mitglieder des Vereins beantworten den Besucherinnen und Besuchern Fragen, wie: Was sind E-Sports, welche Muskeln werden benötigt oder warum liegen E-Sports so im Trend? Außerdem laden sie die Besucherinnen und Besucher dazu ein, in dem klassischen Spiel Mario Kart gegeneinander anzutreten oder mit einem Vereinsprofi zu spielen.   


Die Veranstaltung ist Teil der Formatreihe OpenSpace in der Wechselausstellung #DeutschlandDigital. Dabei laden wir gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern zu kleinen Aktionen in der Ausstellung ein. Die OpenSpace-Angebote finden an ausgewählten Mittwoch- und Samstagnachmittagen zwischen 14 und 17 Uhr statt. Die Besucherinnen und Besucher können während des gesamten Zeitraums mitmachen, erzählen und verweilen.


Leipzig eSports e. V., gegründet 2016, ist einer der ersten deutschen E-Sportvereine mit Fokus auf Jugendarbeit und Breitensport. Die Mitglieder üben ihren Sport mit Gleichgesinnten aus und informieren in der Öffentlichkeit über den pädagogischen Wert für junge Menschen.

Keine Anmeldung erforderlich. 
 

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Mit Prof. Dr. Manuela Dudeck (Lehrstuhl für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm), Prof. Dr. Thomas Großbölting (Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) und Professor für Neuere Geschichte/Zeitgeschichte, Universität Hamburg) und Derek Scally (Journalist und Autor, Berlin)
In Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen

Bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche rückt neben dem Blick auf das Ausmaß und die konkreten  Täterinnen und  Täter auch die Frage in den Vordergrund, wie die Vertuschung von Missbrauchsfällen jahrzehntelang gelingen und das Leid der Betroffenen kirchlich wie gesellschaftlich kaum wahrgenommen werden konnte. Der Journalist Derek Scally erklärt dies für Irland mit der Rolle der katholischen Kirche in der Geschichte des Landes und ihrer sakralen Überhöhung. Besteht ein ähnlicher Zusammenhang auch in Deutschland? Nach 1945 galt die katholische Kirche in der Bundesrepublik als eine der letzten noch moralisch „integren“ Institutionen. In der DDR war sie für viele ein unverzichtbarer Schutzraum gegenüber dem SED-Regime. Der kritische zeithistorische Vergleich zwischen Irland und Deutschland macht gefährliche Staat-Kirchen-Arrangements sowie unheilvolle Kirchenbilder sichtbar, um Prävention und Aufarbeitung zu unterstützen.

Prof. Dr. Manuela Dudeck ist Lehrstuhlinhaberin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm und war an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder in der katholischen Kirche Mecklenburgs beteiligt.

Prof. Dr. Thomas Großbölting ist Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) und Professor für Neuere Geschich-te/Zeitgeschichte an der Universität Hamburg. Er ist Mit-Autor des Gutachtens „Macht und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Betroffene, Beschuldigte und Vertuscher im Bistum Münster seit 1945“ sowie Autor von „Die schuldigen Hirten. Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche“ (Herder, 2022).

Derek Scally ist als Journalist für die Irish Times und als Autor in Berlin tätig. 2021 erschien sein Buch „The Best Catholics in the World. The Irish, the Church and the End of a Special Relationship“, das den gesellschaftlichen Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Irlands nachzeichnet.

Hinweis für Betroffene:
Im Nachgang der Veranstaltung stehen Ihnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Leipzig bei Bedarf zum persönlichen Gespräch zur Verfügung.
Wenn Sie oder Ihre Angehörigen von Missbrauch innerhalb der Kirche betroffen sind, können Sie sich im Bistum Dresden-Meißen an folgende unabhängige Ansprechpersonen wenden:

Ursula Hämmerer, Chemnitz
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
0173 5365222
ansprechperson.haemmerer@bddmei.de

Dr. Michael Hebeis, Dresden
Rechtsanwalt
0172 3431067
ansprechperson.hebeis@bddmei.de

Manuela Hufnagl, Leipzig
Psychologin
0162 1762761
ansprechperson.hufnagl@bddmei.de

 

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Grafik zu Politik und Brause
Grafik: Oskar Teufert

Interaktives Gespräch mit Vicki Felthaus (Bürgermeisterin für Jugend, Schule und Demokratie, Leipzig), Hannah Lilly Lehmann (StadtSchülerRat Leipzig). Moderation: Oskar Teufert (Jugendparlament Leipzig)
In Kooperation mit dem Jugendparlament Leipzig
 

Schule soll allen Kindern gleiche Chancen eröffnen, egal, wo sie herkommen, wie sie leben, was ihre Familien sich leisten können. Wie steht es in Leipzig um dieses Versprechen der Bildungsgerechtigkeit? Darüber diskutieren im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig Schul-Bürgermeisterin Vicki Felthaus und Hannah Lilly Lehmann, Sprecherin des StadtSchülerRats Leipzig. Es moderiert Oskar Teufert vom Jugendparlament Leipzig. Das „JuPa“ als Interessenvertretung der Leipziger Jugendlichen ist Mitveranstalter des Gesprächs.


Auf dem Prüfstand stehen drängende Fragen der Bildungspolitik: Gibt es genügend Lehrkräfte, Schulassistenzen, Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter? Was ist dringend zu tun, damit Kinder und Jugendliche mit körperlichen, sprachlichen und anderen Handicaps optimal lernen können? Sollen Schulen gleich oder je nach Bedarf ausgestattet und gefördert werden? Weitere Fragen und Mitdiskutieren sind dringend erwünscht! Nach dem hitzigen Austausch gibt es eine kühle Brause.


Das Gespräch ist Teil einer gemeinsamen Reihe des Jugendparlaments Leipzig und des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig. Sie bringt Gesprächspartnerinnen und -partner aus Stadtpolitik und gesellschaftlichen Initiativen zusammen und richtet sich vor allem an Schülerinnen, Schüler und Studierende. Auf der Tagesordnung stehen Themen, die junge Menschen umtreiben und auch den Transformationsprozess seit 1989 prägten und prägen.
 

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Poetry Slam 
mit Lina Klöpper, Marsha Richarz, Nils Straatmann, Simon Stursberg (alle Leipzig) und Jonas Galm (Hildesheim)
Moderation: Inke Sommerlang (Leipzig)

In Kooperation mit Livelyrix e. V. 

Hasskommentare sind laut und drängen sich in den Vordergrund. Das Netz und die Sozialen Medien sind voll von rassistischen, sexistischen, antisemitischen oder anderen menschenverachtenden Kommentaren. Nur weil sie digital sind, ist ihre Wirkmächtigkeit nicht geringer. Sie können die Adressaten schwer treffen, sogar Leben zerstören. Hingegen sind konstruktive und positive Kommentare im Netz oft leise und treten angesichts der Wucht des Hasses in den Hintergrund. 

Beim Hatespeech Slam wird den diskriminierenden Aussagen etwas Lautes entgegengesetzt – auf der Bühne und mit Hilfe von Betroffenen. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig und der Verein Livelyrix rufen ihre Follower über die Sozialen Medien auf, ihre prägnantesten Hasskommentare, die sie digital erhalten haben, zu teilen.
Aus diesen machen Poetinnen und Poeten kunstvolle Texte und setzen damit dem Hass ihre Poesie entgegen. In einem Hatespeech Slam im Zeitgeschichtlichen Forum, angelehnt an einen Poetry Slam, treten die Autorinnen und Autoren mit ihren Texten gegeneinander an. Das Publikum entscheidet, welcher Text die Hasskommentare am besten umwandelt und den Hass ganz leise werden lässt.

 

Teilen Sie Ihre erhaltenen Hasskommentare mit uns und lassen Sie sie zu Poesie umwandeln!

Wie: über Facebook , über Instagram, über Twitter, per Email an leipzig(at)hdg.de
Wann: bis 15. September 2022

 

Livelyrix e.V., gegründet 2005, hat es sich zur Aufgabe gemacht, zeitgenössische Literatur lebendig, vielfältig und neuartig zu inszenieren und eine breite Öffentlichkeit in den Veranstaltungsprozess einer freien Literaturszene einzubinden. Der Verein organisiert jährlich über 100 Literaturveranstaltungen in soziokulturellen Zentren, Clubs und Theaterhäusern in Leipzig, Dresden und Jena und erreicht ca. 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Vorschau

Ausstellungsrundgang und Gespräch mit Anne König, Verlegerin und Autorin (Leipzig)
 

Die Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung erlebten viele Menschen in der DDR als eine Achterbahnfahrt zwischen Hoffnungen und Zukunftsängsten. Diese Spannung zog sich durch die frühen 1990er Jahre, in denen sich in viele Biografien die Extreme einschrieben: Weggehen und Wiederkommen, Neuanfang und Scherbenhaufen, Versöhnung und Gewalt.

Die Leipziger Verlegerin und Autorin Anne König erlebte den Herbst und Winter 1989/90 mit seinen Massendemonstrationen als Volontärin der Thüringischen Landeszeitung in Weimar. Im September 1990, kurz vor der Wiedervereinigung, zog sie nach Leipzig. Während am Abend des 2. Oktober in der Innenstadt die offiziellen Feierlichkeiten über die Bühne gingen, beobachtete sie dort gewaltsame Übergriffe von Rechtsradikalen und schrieb in ihrem Tagebuch darüber. Später erschien daraus ein Textauszug in dem Band „Das Jahr 1990 freilegen“. In den Nachwendejahren, die von ständiger Gewalt zwischen Linken und Rechten geprägt waren, wohnte Anne König unter anderem in einem besetzten Haus in Leipzig-Connewitz.

Während eines Rundgangs durch die Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig am 3. Oktober 2022 berichtet Anne König unter anderem, wie sie die Umbrüche von 1989/90 erlebte, wie ihr Studiengang in Leipzig nach dem ersten Semester abgewickelt wurde, von Studentenprotesten, Demonstrationen gegen den Irakkrieg und den Weg zum eigenen Verlag.


Anne König lebt seit 1990 mit Unterbrechungen in Leipzig. Sie gründete 2001 gemeinsam mit Markus Dreßen und Jan Wenzel den Verlag Spector Books. Sie ist die Herausgeberin des literarischen Hauptwerks des amerikanischen Undergroundfilmemachers Jonas Mekas „I Seem to Live. The New York Diaries, 1950–2011“. Gemeinsam mit dem Comiczeichner Nino Bulling veröffentlichte sie „Bruchlinien – Drei Episoden zum NSU“. Zurzeit bereitet sie mit Anselm Graubner den Foto-Text-Band „Der kurze Winter der Anarchie. Weimar 1989/90“ vor.

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Buchcover "Drei Frauen träumten vom Sozialismus"
Buchcover "Drei Frauen träumten vom Sozialismus"
Carolin Würfel, Foto: Lea Hopp
Carolin Würfel, Foto: Lea Hopp
Annegret Richter, Foto: Martin Jehnichen
Annegret Richter, Foto: Martin Jehnichen

Lesung und Gespräch mit der Autorin Carolin Würfel, Moderation: Annegret Richter (Moderatorin, Leipzig)
In Kooperation mit dem Carl Hanser Verlag
 

Christa Wolf, Brigitte Reimann, Maxie Wander – waren sie Träumerinnen oder Macherinnen, diese drei Frauen, die zu Ikonen der DDR-Literatur wurden? In einem atmosphärischen Porträt zeigt Carolin Würfel drei Schriftstellerinnen, die im Temperament unterschiedlicher kaum sein konnten und die doch eines einte: die Begeisterung für das Versprechen des Sozialismus, die Bereitschaft, den Traum vom neuen Menschen in ihrem Alltag, ihrer Arbeit und ihren Beziehungen umzusetzen. Mit welchem Selbstbewusstsein diese Frauen in den 1950er und 1960er Jahren ihre Ziele verfolgten, sich dabei als Freundinnen stützten – wie und warum ihre Träume aber auch platzten, davon erzählt Carolin Würfel und lässt ein Stück Zeitgeschichte lebendig werden. 


Carolin Würfel, geboren 1986 in Leipzig, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Istanbul. Sie arbeitet als freie Autorin und Journalistin, insbesondere für die Wochenzeitung Die Zeit. 2019 erschien von ihr „Ingrid Wiener und die Kunst der Befreiung“.

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Porträtfoto der Kulturanthropologin Sabine Hess
Sabine Hess, Foto: Universität Göttingen
Porträtfoto des Lyrikers Max Czollek
Max Czollek, Foto: zehnSeiten
Porträtfoto des Journalisten Oliver Reinhard
Oliver Reinhard, Foto: Marlen Mieth

Interaktives Gespräch mit Dr. Max Czollek (Politikwissenschaftler, Lyriker) und Prof. Dr. Sabine Hess (Direktorin des Göttingen Centers for Global Migration Studies), Moderation: Oliver Reinhard (Sächsische Zeitung)
Im Rahmen des Festivals "Leipzig denkt"
Eintritt frei

Migration verändert unsere Gesellschaft. Sie wird diverser, kulturell und weltanschaulich vielfältiger. Fragen nach Identitäten und Partizipation wer-den neu verhandelt. Ob dieser Prozess positiv oder negativ zu bewerten ist, wird heftig, teils aggressiv, diskutiert. Fakt ist aber, so formulieren es Migrationsforscherinnen und -forscher verschiedener Fachbereiche: Die heutige Gesellschaft ist postmigrantisch. Migration hat einen Status quo geschaffen, der nicht mehr rückgängig zu machen, sondern von Politik und Öffentlichkeit in seinen Konsequenzen zu gestalten ist.

Über diese These und Schlussfolgerungen daraus kommen am 6. Oktober der Politikwissenschaftler und Lyriker Max Czollek und die politische Anthropologin Sabine Hess im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig ins Gespräch. Czollek sorgte 2019 mit seinem Buch „Desintegriert euch!“ für Aufsehen, weil er gegen eine „allein selig machende Leitkultur“ anschrieb und gängige Klischees vom „guten Migranten“ auf den Prüfstand stellte. Sabine Hess sorgte unter anderem 2020 für Diskussionsstoff, als sie die europäische Flüchtlingspolitik als eine „Politik des Sterbenlassens“ brandmarkte.

Das Gespräch moderiert Oliver Reinhard, Redakteur der Sächsischen Zeitung. Für das Publikum gilt: Einmischen erwünscht!

Die Veranstaltung ist Teil des Programms von „Leipzig denkt: Alarm und Utopie“, einem interdisziplinären Festival für dialogische und künstlerisch-performative Auseinandersetzung mit zentralen gesellschaftlichen Fragen.


Sabine Hess ist Professorin für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Migrations- und Grenzregimeforschung sowie politische Anthropologie, kulturanthropologische Geschlechterforschung. Sie ist Mitbegründerin des europäischen Netzwerks kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und leitet seit 2018 als Direktorin das Centre für globale Migrationsforschung der Universität Göttingen. Zudem ist sie im Vorstand des „Rats für Migration“.

Max Czollek ist Politikwissenschaftler und Lyriker und lebt in Berlin. Er ist Teil des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins „Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart“. Mit Sasha Marianna Salzmann initiierte er den Desintegrationskongress 2016 sowie die Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 am Maxim Gorki Theater Berlin, Studio Я. Seit 2021 ist Czollek Ko-Kurator des Projekts „Coalition for a Pluralistic Public Discourse (CPPD)“; 2022 kuratierte er die Ausstellung „Rache – Geschichte und Fantasie“ im Jüdischen Museum Frankfurt am Main sowie die vierteilige Reihe „Lieder für das Jetzt“ für das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling mit. Max Czollek veröffentlichte mehrere Gedichtbände und Essays.

Oliver Reinhard ist stellvertretender Feuilleton-Chef der Sächsischen Zeitung. Er studierte Geschichte, Medienwissenschaft und Hispanistik, grün-dete das Campusradio in Paderborn und arbeitete als freier Mitarbeiter bei Lokalzeitungen, dem MDR Radio1, dem ARD-Magazin „Brisant“ und dem MDR-Magazin „Hier ab Vier“. Seit 1998 ist er Redakteur bei der Sächsischen Zeitung. 

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