Eintritt frei
Der Eintritt zum Museum und allen Ausstellungen ist kostenlos.
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Kommende Veranstaltungen
Vortrag Forum live
„Wessi werden oder Ossi bleiben?“ – Die „Super Illu“ als Ratgeber für die frühen Wendejahre in Ostdeutschland
Eintritt frei
Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte:
Vortrag und Gespräch mit Dominic Wendekamm (Student am Historischen Seminar der Universität Leipzig)
In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Leipzig
Eintritt frei
Die Zeitschrift „Super Illu“ etablierte sich kurz nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 als prägendes Medium in Ostdeutschland. In den turbulenten Jahren nach der Wiedervereinigung begleitete sie die Menschen durch einen beispiellosen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch. Die Illustrierte reagierte mit Ratgeberjournalismus und fungierte als eine Art „Gebrauchsanweisung“ für das westdeutsche System. Ihren Leserinnen und Lesern empfahl das Blatt dabei enorme individuelle Anpassungen: Um auf dem neuen Markt zu bestehen, riet es zur Abkehr von alten Berufsidentitäten, forderte stundenlanges Pendeln in den Westen und rief zur offensiven Selbstvermarktung auf.
Während sie wirtschaftlich zur bedingungslosen Anpassung an westdeutsche Gegebenheiten aufrief, kanalisierte die „Super Illu“ gleichzeitig teils lautstarke Gegenwehr im gesellschaftlichen Leben und wurde zum Sprachrohr für ostdeutschen Trotz: Sie organisierte Protestaktionen gegen als herabwürdigend empfundene westdeutsche Fernsehformate, kritisierte die Verdrängung von Ost-Produkten aus den Supermarktregalen und verteidigte Traditionen wie die Jugendweihe als schützenswerten Raum einer Ost-Identität.
Dominic Wendekamm ist in seiner Staatsexamensarbeit der bewegten und oft widersprüchlichen Geschichte der Illustrierten im Zeitraum von 1990 bis 1994 nachgegangen und stellt im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig seine Ergebnisse zur Diskussion. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Werkstattgespräche zur Zeit/Geschichte“. Regelmäßig stellen Studierende und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen des Historischen Seminars der Universität Leipzig ihre Forschungsprojekte außerhalb des akademischen Raums zur Diskussion. Besucherinnen und Besuchern eröffnet die Reihe neue Perspektiven auf die universitäre Forschung und lädt zum Mitdiskutieren ein.
Dominic Wendekamm, geboren 1999 am Rand des Erzgebirges, studiert seit 2021 an der Universität Leipzig die Fächer Deutsch und Geschichte für das Lehramt am Gymnasium.
Vortrag Saal
Nicht vertreten, nicht gehört? Wie Unterrepräsentation Elitenkritik in Ostdeutschland prägt
Eintritt freiVortrag
Mit Prof. Dr. Raj Kollmorgen (Hochschule Zittau/Görlitz)
In der Reihe „Positive Visionen für Politik und Gesellschaft“
Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Dresden – Politisches Bildungsforum Sachsen
Eintritt frei
Ostdeutsche sind in Entscheidungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch immer unterrepräsentiert. Diese These ist allgegenwärtig in der öffentlichen Diskussion und wird von aktuellen Zahlen, so dem Elitenmonitor von 2025 gestützt. Auch in anderen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen nehmen Menschen ein Ungleichgewicht wahr und erleben reale Teilhabechancen häufig als begrenzt. Trägt das zu einer wachsenden Distanz gegenüber demokratischen Institutionen und gesellschaftlichen Eliten in Ostdeutschland bei?
Der Vortrag von Prof. Dr. Kollmorgen beleuchtet, wie Populisten solche Erfahrungen und Wahrnehmungen aufgreifen, zuspitzen und politisch nutzen. Im Fokus stehen dabei auch die gesellschaftlichen Folgen dieses Prozesses: Schwächt er das Vertrauen in demokratische Verfahren und Formen politischer Beteiligung? Beschleunigt er die Polarisierung der Gesellschaft?
Prof. Dr. Raj Kollmorgen, 1963 in Leipzig geboren, ist Soziologe mit den Schwerpunkten sozialer Wandel und Transformationsforschung. Er studierte Philosophie, Gesellschaftswissenschaften und Volkswirtschafts-lehre in Berlin und promovierte 1999 in Soziologie, gefolgt von der Habilitation 2010. Nach vielfältigen akademischen Stationen im In- und Ausland ist er seit 2013 Professor an der Hochschule Zittau/Görlitz. Seit 2025 leitet er dort das Forschungsinstitut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS).
Spaziergang Wechselausstellung, 3. Etage
Zwischen Pflanzen und Pflastersteinen: Auf Spurensuche im urbanen Grün
Eintritt frei
Gespräch und Stadtspaziergang
Mit der Künstlerin Franziska Klose und Daniel Janko, Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, Fachbereichsleiter Gärten
Begleitprogramm zur Ausstellung „Übern Zaun – Gärten und Menschen“
Eintritt frei
Wie nehmen wir Pflanzen in der Stadt wahr – und was übersehen wir dabei? Ungeplantes Grün in Bordsteinritzen, auf Brachflächen oder entlang von Wegen bleibt oft unbeachtet, obwohl es unseren Stadtraum prägt.
Die Künstlerin und Fotografin Franziska Klose sowie Daniel Janko, Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, sprechen über Themen wie Zufallsgrün, Pflanzenblindheit und urbane Vegetation. Wie kann die Koexistenz von Mensch und Natur im Stadtraum funktionieren? Welche Rolle spielt unsere eigene Wahrnehmung urbaner Vegetation dabei? Und welche stadtplanerischen und politischen Weichenstellungen beeinflussen unser Verhältnis zur Natur in der Stadt?
Im Anschluss an das Gespräch laden wir zu einem gemeinsamen Stadtspaziergang ein, bei dem das Diskutierte unmittelbar erfahrbar wird.
Franziska Klose studierte Visuelle Kommunikation, Freie Kunst und Fotografie in Weimar, Genf und Leipzig. In ihrer Arbeit widmet sie sich zeitgenössischen Landschaften und urbaner Flora. Zuletzt erschien ihr Buch „COHABITAT Stadt“ im publish&print Verlag.
Ausstellungseröffnung Saal
Platte. Leben in der Großwohnsiedlung
Eintritt frei / Anmeldung erforderlich
Eröffnung der Galerieausstellung
Mit Halina Kirschner (Illustratorin, Leipzig), Harald Kirschner (Fotograf, Leipzig) und Dmitrij Kapitelman (Autor, Berlin)
Moderation: Carolin Büscher (Journalistin, Leipzig)
Eintritt frei
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Leipzig-Grünau lädt eine neue Galerieausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig dazu ein, den DDR-Plattenbau als soziales und kulturelles Phänomen neu zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen Fotografien, Dokumente und Alltagsobjekte, die vom Leben in der „Platte“ erzählen: Alltag, Nachbarschaft, Ankommen und Veränderung. Die Ausstellung zeigt, wie die Großwohnsiedlungen als Antwort auf akute Wohnungsnot entstanden und sich rasch zu prägenden Lebensräumen entwickel-ten. Sie verfolgt die Brüche und Umbrüche nach 1990 ebenso wie die Kontinuitäten im Wohnen und Zusammenleben.
Zur Eröffnung der Ausstellung greift ein Gespräch die unterschiedlichen Lebenserfahrungen von Grünauerinnen und Grünauern über die Jahrzehnte auf: Der Leipziger Fotograf Harald Kirschner zog 1981 mit seiner Familie zunächst eher widerwillig in die Plattensiedlung, lernte jedoch, nach Jahren im unsanierten Altbau, das Leben im Neubau rasch schätzen. Noch heute wohnt er mit seiner Frau in Grünau. Tochter Halina Kirschner hat das Quartier als Kind und junge Erwachsene in den Umbruchsjahren erlebt. Dmitrij Kapitelmann kam in den 1990er Jahren als Jugendlicher mit seiner Familie aus der Ukraine nach Leipzig-Grünau. Als jüdischer Zuwanderer erlebte er hier in den sogenannten Baseballschlägerjahren Rassismus und Gewalt. Mit der Leipziger Journalistin Carolin Büscher sprechen die Gäste darüber, wie das Leben in der Großwohnsiedlung sie prägte und bis heute prägt.
Um verbindliche Anmeldung wird bis zum 26. Juni 2026 unter anmeldung-zfl@hdg.de gebeten.
Laufzeit der Ausstellung: 3. Juli 2026 bis 17. Januar 2027
Carolin Büscher arbeitet als freie Journalistin für den MDR und ARD Kultur. Als Reporterin berichtet sie in Hörfunk, TV und Online mit einem Schwerpunkt auf Kultur und Nachrichten. Sie hat Philosophie, Literatur und Kulturwissen-schaften in Hildesheim, Montpellier und Leipzig studiert und von 2022 bis 2024 ein Volontariat beim MDR absolviert. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.
Dmitrij Kapitelman wurde 1986 in Kiew (Ukraine) geboren und wuchs in Leipzig-Grünau auf. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. 2016 erschien sein erster Roman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“, gefolgt von „Eine Formalie in Kiew“ (2021) und „Russische Spezialitäten“ (2025). Er lebt als freier Journalist und Buchautor in Berlin und macht unter dem Künstlernamen „Dheema“ poetische Hip-Hop-Musik.
Halina Kirschner arbeitet als freischaffende Illustratorin und Grafikerin. Die gebürtige Leipzigerin studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) sowie der École Supérieure des Arts Décoratifs in Strasbourg. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Buchillustration für Kinder und Erwachsene. Ihre Leidenschaft für traditionelle Techniken pflegt sie aktiv in der Grafikdruckwerkstatt des Leipziger Kulturzentrums WERK-2.
Harald Kirschner, Jahrgang 1944, ist bekannt für seine sensible sozialdokumentarische Fotografie. Nach seiner Ausbildung und einem Studium an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig war er dort als Dozent tätig, bevor er sich 1981 selbstständig machte. Ein besonderer Schwerpunkt seines Schaffens liegt auf dem Plattenbauviertel Leipzig-Grünau, dessen Entstehung er begleitete. Seine präzisen historischen Aufnahmen aus der Gründungsphase des Stadtteils sind aktuell in der Ausstellung „Als Grün-au noch Schlammhausen hieß“ im KOMM-Haus in Lausen-Grünau zu sehen.
Audioguide
Audioguide zur Dauerausstellung
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