Sabine Bergmann-Pohl geb. 1946

Sabine Bergmann-Pohl ist eine deutsche CDU-Politikerin, Ärztin und im Jahr 1990 das letzte Staatsoberhaupt der DDR. Sie wird im Zuge der Wiedervereinigung im März 1990 bei der ersten freien Wahl in der DDR Mitglied der Volkskammer und im April zu deren Präsidentin gewählt. Unter ihrer Präsidentschaft beschließt die Volkskammer am 23. August 1990 den „Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“ und damit ihre Auflösung.

  • 1946

    20. April: Sabine Bergmann-Pohl (Geburtsname: Schulz) wird in Eisenach geboren, wohin die Berliner Arztfamilie vor den alliierten Bombenangriffen geflüchtet war. Sie hat zwei Geschwister.

  • 1948

    Übersiedlung nach Ruhla im Thüringer Wald.

  • 1957

    Die Familie zieht nach Berlin, wo Bergmann-Pohl die Kant-Oberschule im Stadtteil Lichtenberg besucht. In dieser Zeit knüpft sie erste Kontakte mit der Jungen Gemeinde der evangelischen Kirche in Karlshorst.

  • 1964

    Nach dem Abitur wird Bergmann-Pohl nicht zum Medizinstudium zugelassen. Stattdessen absolviert sie ein zweijähriges Praktikum in der Gerichtsmedizin der Humboldt-Universität Berlin.

  • 1966-1972

    Medizinstudium an der Humboldt-Universität Berlin. Bergmann-Pohl verfasst eine Dissertation über die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Polikliniken.

  • 1972-1979

    Facharztausbildung für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Lungenheilkunde.

  • 1972

    Heirat mit dem Ingenieur Ulrich Pohl. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.

  • 1979

    Scheidung von Ulrich Pohl.

  • 1980-1995

    Nach ihrer Promotion ist sie Leiterin der Poliklinischen Abteilung für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Berlin-Friedrichshain. Von 1985 bis 1990 amtiert Bergmann-Pohl als Ärztliche Direktorin in der Bezirksstelle für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Ost-Berlin.

  • 1981-1990

    Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), einer Blockpartei im SED-Regime. Sie möchte damit einer Anwerbung durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) entgehen. Nach dem Zusammenschluss der Ost-CDU mit der West-CDU 1990 ist Bergmann-Pohl Mitglied der gesamtdeutschen CDU.

  • 1987

    Wahl in den Bezirksvorstand der Ost-Berliner CDU. Sie engagiert sich vor allem für Behinderte, Alkohol- und Drogenabhängige.

  • 1990

    18. März: Bei der ersten freien Wahl in der Geschichte der DDR wird Bergmann-Pohl in die Volkskammer gewählt.

    5. April: Wahl zur Präsidentin der Volkskammer und damit zum letzten Staatsoberhaupt der DDR.

    3. Oktober: Mit der Deutschen Einheit beruft Bundeskanzler Helmut Kohl sie als Bundesministerin für besondere Aufgaben in die Bundesregierung.

    Heirat mit dem Maschinenbauingenieur Jürgen Bergmann.

  • 1991

    18. Januar: Nach der ersten Gesamtdeutschen Bundestagswahl scheidet Bergmann-Pohl als Bundesministerin aus der Regierung aus und wird zur Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit ernannt. Sie bekleidet dieses Amt bis 1998.

  • 2002

    Nach der Wahl scheidet sie aus dem Bundestag aus.

 

(sw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 24.11.2017
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Wirtz, Susanne: Sabine Bergmann-Pohl in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/sabine-bergmann-pohl.html
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