Ulrich Wegener 1929 - 2017

  • 1929

    22. August: Ulrich Wegener wird als Sohn eines Reichswehroffiziers in Jüterbog geboren.

  • 1939 - 1945

    Schüler und Mitglied in der Hitler-Jugend

  • 1949

    Beginn eines Studiums der Volkswirtschaftslehre in der DDR.

    Wegener schließt sich Anfang der 1950er Jahre einer antikommunistischen Gruppe an und verteilt Flugblätter.

    Inhaftierung wegen "gesellschaftsfeindlicher Tätigkeit". Verurteilung zu 18 Monaten Gefängnis.

  • 1952

    Unmittelbar nach seiner Haft Flucht zunächst nach West-Berlin, von dort nach Baden-Württemberg. Wegener meldet sich dort freiwillig zur Bereitschaftspolizei.

  • 1958

    Wechsel zum Bundesgrenzschutz (BGS), Offizierslehrgang an der BGS-Offiziersschule Lübeck.

  • 1959 - 1969

    Abteilungsadjutant des BGS, Einsatzoffizier sowie Führer einer gepanzerten Einheit und Hundertschaft in Coburg.

  • 1969

    Stabsoffizier für Nachrichtenwesen im Stab des Inspekteurs des Bundesgrenzschutzesim Bundesinnenministerium.

  • 1970 - 1972

    Verbindungsoffizier im Büro von Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher.

  • 1972

    Studium am NATO Defense College in Rom.

    Wegener ist der erste Bundesgrenzschutzbeamte bei dieser hochrangigen Ausbildung.

    Am 5. September verüben Mitglieder der arabischen Organisation "Schwarzer September" im Olympischen Dorf in München ein Attentat auf die israelische Olympiamannschaft.

    Bei dem Anschlag sowie bei dem polizeilichen Versuch, die von den Terroristen als Geiseln genommenen Israelis zu befreien, werden elf Israelis, ein deutscher Polizist und fünf Terroristen getötet.

    Für Wegener ist das Attentat ein Schlüsselereignis: Die gescheiterte Aktion zur Befreiung der Geiseln führt am 19. September zum Beschluss zur Gründung einer Spezialeinheit für Terrorismusbekämpfung.

    Am 26. September betraut Genscher Wegener als Kommandeur mit der Aufstellung der Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9).

  • 1973 – 1977

    Verschiedene Kommando-Lehrgänge in Israel, beim FBI, den US-SpecialForces und beim britischen Special Air Service (SAS).

  • 1977

    17./18. Oktober: Leitung der Operation "Feuerzauber" in Mogadischu, Befreiung des von arabischen Terroristen entführten Flugzeuges "Landshut" durch die GSG 9. Wegener erhält für die erfolgreiche Beendigung dieser Aktion das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

  • 1979

    Ständiger Vertreter des Inspekteurs des Bundesgrenzschutzes im Bundesministerium des Innern.

  • 1981

    Ernennung zum Kommandeur des Grenzschutzkommandos West durch den Bundesinnenminister.

  • 1988 - 1989

    Beförderung zum Inspekteur des Bundesgrenzschutzes.

    Leiter der deutschen Beratergruppe bei den Royal Saudi Special Security Forces.

    Nach seiner Pensionierung weiterhin Experte für Terrorismusbekämpfung und internationaler Sicherheitsberater.

  • 2017

    Juni: Wegeners Biografie "GSG 9 - Stärker als der Terror" erscheint.

    28. Dezember: Ulrich Wegener stirbt im Alter von 88 Jahren.

 

(jov/reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 03.01.2018
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Volkwein, Johanna/Haunhorst, Regina: Biografie Ulrich Wegener, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/ulrich-wegener.html
Zuletzt besucht am 17.11.2018

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