Joseph A. Ratzinger geb. 1927

  • 1927
    16. April: Benedikt XVI. (Geburtsname: Joseph Aloysius Ratzinger) wird als drittes Kind des Gendarmeriemeisters Joseph Ratzinger und seiner Frau Maria, einer Köchin, in Marktl am Inn geboren.
  • 1929-1946
    Durch den Beruf des Vaters zieht die Familie mehrfach um. Einen Großteil seiner Jugend verbringt Ratzinger in Hufschlag, einem Dorf in der Nähe von Traunstein. Die Familie ist tief religiös. Ratzinger besucht wie sein Bruder das Internat des katholischen Knabenseminars. 1941 wird Ratzinger im Rahmen der Jugenddienstpflicht in die Hitlerjugend (HJ) zwangsverpflichtet. Mit 16 Jahren wird er Flakhelfer in München und ein Jahr darauf zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. In den letzten Kriegstagen gerät Ratzinger in amerikanische Gefangenschaft.
  • 1946
    Abitur auf dem Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.
  • 1946-1951
    Studium der Theologie und Philosophie an der Theologischen Hochschule in Freising und der Universität München.
  • 1951
    Zusammen mit seinem Bruder Georg erhält Ratzinger in Freising die Priesterweihe. Aushilfspriester in München-Moosach.
  • 1951-1952
    Kaplan in München-Bogenhausen.
  • 1952-1954
    Dozent im Erzbischöflichen Klerikalseminar in Freising.
  • 1953
     
  • 1957
    Promotion zum Doktor der Theologie.
  • 1958
    Habilitation an der Universiät München im Fach Fundamentaltheologie mit einer Untersuchung über "Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura".
  • 1959-1963
    Mit 31 Jahren wird Ratzinger Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Freising.
  • 1962-1965
    Ratzinger lehrt an der Universität Bonn.
  • 1963-1969
    Er ist enger Vertrauter und Berater von Joseph Kardinal Frings und nimmt als solcher Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Vatikanischen Konzils.
  • 1969
    Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte in Münster und Tübingen, wo er die Zeit der Studentenrevolte miterlebt.
  • 1976
    Ratzinger erhält eine Professur für Dogmatik und Dogmengeschichte in Regensburg, wo sein Bruder Georg die Leitung der "Regensburger Domspatzen" innehat.
  • 1977
    Ernennung zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Ratzingerwird Vizepräsident der Universität von Regensburg.
  • 1978
    Papst Paul VI. beruft ihn zum Erzbischof von München und Freising. 18. März: Ratzinger erhält in München die Bischofsweihe. Sein an den Kirchenvater Augustinus angelehntes Bischofsmotto lautet: "Mitarbeiter der Wahrheit". Juni: Ratzinger erhält die Kardinalswürde.
  • 1981
    Bei der Wahl von Johannes Paul I. (1912-1978) trifft Ratzinger in Rom auf den polnischen Kardinal Karol Wojtyla. Nach 33 Tagen im Amt stirbt Johannes Paul I. völlig unerwartet. Ratzinger nimmt an der Papstwahl von Johannes Paul II. teil.
  • 1986-1992
    Ratzinger wechselt als Kurienkardinal nach Rom. Johannes Paul II. ernennt ihn zum Präfekten der Glaubenskongregation. In dieser Funktion hat er die Aufgabe, "die Glaubens- und Sittenlehre in der katholischen Kirche zu fördern und schützen." Auch unter Ratzingers Leitung lehnt die Glaubenskongregation weiterhin Priesterehen, die Befreiungstheologie sowie gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und künstliche Empfängnisverhütung ab. Ratzinger wird zum engen Vertrauten und Freund von Papst Johannes Paul II.
  • 1993
    Leiter der Päpstlichen Kommission zur Erstellung des "Katechismus der Katholischen Kirche".
  • 1998
    Erhebung zum Kardinalsbischof des Bistums Velletri-Segni durch Papst Johannes Paul II.
  • 2000
    Ernennung zum Subdekan des Kardinalskollegiums.
  • 2002
    13. November: Ehrenmitglied der päpstlichen Akademie der Wissenschaften.
  • 2005
     
  • 2006
    Ratzinger wird zum Dekan des Kardinalskollegiums gewählt. Er erhält als Titularbischof zusätzlich das Bistum Ostia.
  • 2007
    Februar: Ratzinger stellt das Buch "Erinnerung und Identität" von Johannes Paul II. vor. Für den schwer erkrankten Papst zelebriert er die Ostermesse. 8. April: Er hält die Totenmesse für Papst Johannes Paul II. Als Dekan des Kardinalskollegiums leitet er das Konklave. 19. April: Das Konklave wählt Ratzinger zum 265. Papst. Er nimmt den Namen Papst Benedikt XVI. an. Der Name erinnert sowohl an den Begründer des Benediktinerordens, Benedikt von Nursia, als auch an die Päpste Benedikt XIV. und Benedikt XV. Beide waren in dogmatischen Fragen konservative Theologen, weltlicher Bildung gegenüber jedoch aufgeschlossen. 19. August: Auf seiner ersten offiziellen Deutschlandreise anlässlich des Weltjugendtages besucht Benedikt XVI. in Köln als erster Papst eine Synagoge auf deutschem Boden.
  • 2008
    25. Januar: Die erste Enzyklika Papst Benedikts XVI. wird veröffentlicht. Sie trägt den Titel "Deus caritas est" ("Gott ist die Liebe").
  • 2009
    30. November: Veröffentlichung der zweiten Enzyklika mit dem Titel "Spe salvi" ("In der Hoffnung gerettet").
  • 2010
    17. Juli: Papst Benedikt XVI. reist zum Weltjugendtag nach Sydney/Australien. Nach dem Weltjugendtag in Buenos Aires/Argentinien (1987) ist es erst der zweite auf der Südhalbkugel.
  • 2011
    17. März: Auf seiner Afrika-Reise besucht Benedikt XVI. Kamerun und Angola. Kontroverse Reaktionen erhält er für seine Aussage, dass " sich das Aids-Problem in Afrika mit Kondomen nicht lösen lasse, im Gegenteil, es bestehe das Risiko, das Problem zu vergrößern". 11. Mai: Benedikt XVI. bricht zu einer fünftägigen Reise nach Israel und in das Westjordanland auf. Zu den wichtigsten Stationen seines Besuches zählt die Gedenkstätte für die Opfer der Nazi-Diktatur "Jad Vaschem"und ein Besuch in einem palästinensischen Flüchtlingslager. Mit klaren Worten verurteilt er den Antisemitismus als "inakzeptabel" und "abscheuerregend". 29. Juni: Papst Benedikt XVI. unterzeichnet seine erste Sozialenzyklika "Caritas in veritate" ("Die Liebe in der Wahrheit").
  • 2012
    16. - 19. September: In Schottland kommt es zur ersten offiziellen Begegnung mit einem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und der Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland seit der Kirchenspaltung 1534. Die Begegnung findet in Schottland statt, da die katholische Kirche die Queen nicht als Oberhaupt der Kirche anerkennt. In Schottland hat sie diese Position nicht inne.
  • 2013
    18. - 21. August: Papst Benedikt XVI. reist anlässlich des Weltjugendtages nach Madrid.

 

(reh) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 18.09.2014
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Haunhorst, Regina: Biografie Benedikt XVI., in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/benedikt-XVI.html
Zuletzt besucht am 22.09.2014

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