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Künstler
- 1921
- 12. Mai: Joseph Beuys wird in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren.
- 1944
- Während eines Einsatzes als Kampfflieger im Zweiten
Weltkrieg stürzt er über der Krim ab. Später erzählt er, er sei schwer u.a. am Kopf verwundet worden. Tartaren hätten ihn mit Filz gewärmt, seine Wunden mit Fett behandelt und ihm so das Leben gerettet. Die bis auf den Absturz historisch nicht nachweisbare Geschichte wird mit Beuys' wachsendem Ruhm als Künstler zum Mythos. Sie erklärt angeblich, warum Filz und Fett zwei seiner zentralen Materialien wurden und warum er stets einen Hut trug.
- 1946-1955
- Mitglied im Klevener Künstlerbund.
- 1947-1952
- Studium der Malerei und der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf
bei Josef Enseling, später Meisterschüler von Ewald Mataré.
- 1953
- Erste Einzelausstellung von Skulpturen und Zeichnungen in Kranenburg
und in Wuppertal.
- 1957
- Zur Genesung von seinen Depressionen, die ihn infolge seiner Kriegserlebnisse
plagen, hält sich Beuys länger in Kranenburg auf.
- 1959
- Heirat mit der Kunsterzieherin
Eva Wurmbach. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.
- 1961-1972
- Professur an der Kunstakademie Düsseldorf.
- seit 1964
- Beteiligung an jeder documenta, einer Ausstellung für zeitgenössische
Kunst, die seit 1955 regelmäßig in Kassel stattfindet.
- 1965
- Erste Galerieausstellung bei Alfred Schmela in Düsseldorf.
- 1967
- 20 Tage nach der Protestkundgebung gegen den Besuch des Schahs in
Berlin, bei der der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde, gründet
Beuys als Reaktion darauf die "Deutsche Studentenpartei". Ziel der Partei
ist die Autonomie der Hochschule und ein demokratisches Aufnahmeverfahren
der Studenten ohne Prüfung eingereichter Mappen mit eigenen Arbeiten.
- 1970
- Gründung der "Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung".
Das Hessische Landesmuseum Darmstadt stellt das umfassende Gesamtwerk
aus Zeichnungen, plastischen Bildern und vielteiligen Rauminstallationen,
den sogenannten "Beuys Block", aus.
- 1971
- Gründer der "Organisation für direkte Demokratie durch
Volksabstimmung".
Oktober: Beuys nimmt alle Studienbewerber, auch die abgewiesenen, in
seine Klasse auf. Beuys und seine Studenten besetzen erstmals das Sekretariat
der Kunstakademie Düsseldorf.
- 1972
- 30. Juni-8. Oktober: Auf der documenta 5 in Kassel stellt Beuys ein
Büro seiner "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung"
aus. Beuys ist bis zum Ende der documenta jeden der 100 Tage in diesem
Büro anwesend.
10. Oktober: Beuys besetzt mit abgewiesenen Bewerbern für das Kunststudium
erneut das Sekretaritat der Kunstakademie Düsseldorf. Noch am gleichen
Tag schickt ihm der Minister für Wissenschaft und Forschung,
Johannes Rau, die fristlose Kündigung zu. In einem offenen
Brief protestieren Künstler wie Heinrich
Böll, Peter Handke (geb. 1942), Uwe
Johnson, Martin Walser
und Gerhard Richter gegen
die Entlassung. Beuys klagt gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen
der fristlosen Kündigung.
- 1973
- Gründung der "Freien Internationalen Hochschule für Kreativität
und interdisziplinäre Forschung".
- 1976
- Ausstellungsbeiträge zur Biennale in Venedig und zur Zeitgeistausstellung
in Berlin.
- 1978
- Abschluss des Rechtsstreits bezüglich der Professur an der Kunstakademie
Düsseldorf. Beuys bekommt Recht, die fristlose Kündigung von
1972 wird für rechtswidrig erklärt. Es wird ein Kompromiss
ausgehandelt: Beuys behält den Professorentitel und das Nutzungsrecht
für das Atelier.
Gastprofessur an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst.
- 1979
- Retrospektive im New Yorker Guggenheim-Museum.
Kandidatur für das Europaparlament.
- 1980
- Gastprofessur an der Frankfurter Städel-Schule.
Kandidatur für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter
der Grünen.
- 1984
- Beuys-Ausstellung im Tokioter Seibu-Museum.
- 1985
- Ausstellung "Kreuz und Zeichen - Religiöse Grundlagen im Werk
von J.B".
Teilnahme an der Eröffnung der Londoner Ausstellung "German Art
in the Twentieth Century Painting and Sculpture 1905-1985".
- 1986
- 23. Januar: Joseph Beuys stirbt in Düsseldorf nach einer seltenen
Entzündung des Lungengewebes an Herzversagen.
(at/iz)
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