1921-1986

 

Joseph Beuys

Künstler

1921
12. Mai: Joseph Beuys wird in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren.
1944
Während eines Einsatzes als Kampfflieger im Zweiten Weltkrieg stürzt er über der Krim ab. Später erzählt er, er sei schwer u.a. am Kopf verwundet worden. Tartaren hätten ihn mit Filz gewärmt, seine Wunden mit Fett behandelt und ihm so das Leben gerettet. Die bis auf den Absturz historisch nicht nachweisbare Geschichte wird mit Beuys' wachsendem Ruhm als Künstler zum Mythos. Sie erklärt angeblich, warum Filz und Fett zwei seiner zentralen Materialien wurden und warum er stets einen Hut trug.
1946-1955
Mitglied im Klevener Künstlerbund.
1947-1952
Studium der Malerei und der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Josef Enseling, später Meisterschüler von Ewald Mataré.
1953
Erste Einzelausstellung von Skulpturen und Zeichnungen in Kranenburg und in Wuppertal.
1957
Zur Genesung von seinen Depressionen, die ihn infolge seiner Kriegserlebnisse plagen, hält sich Beuys länger in Kranenburg auf.
1959
Heirat mit der Kunsterzieherin Eva Wurmbach. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.
1961-1972
Professur an der Kunstakademie Düsseldorf.
seit 1964
Beteiligung an jeder documenta, einer Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die seit 1955 regelmäßig in Kassel stattfindet.
1965
Erste Galerieausstellung bei Alfred Schmela in Düsseldorf.
1967
20 Tage nach der Protestkundgebung gegen den Besuch des Schahs in Berlin, bei der der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde, gründet Beuys als Reaktion darauf die "Deutsche Studentenpartei". Ziel der Partei ist die Autonomie der Hochschule und ein demokratisches Aufnahmeverfahren der Studenten ohne Prüfung eingereichter Mappen mit eigenen Arbeiten.
1970
Gründung der "Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung".
Das Hessische Landesmuseum Darmstadt stellt das umfassende Gesamtwerk aus Zeichnungen, plastischen Bildern und vielteiligen Rauminstallationen, den sogenannten "Beuys Block", aus.
1971
Gründer der "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung".
Oktober: Beuys nimmt alle Studienbewerber, auch die abgewiesenen, in seine Klasse auf. Beuys und seine Studenten besetzen erstmals das Sekretariat der Kunstakademie Düsseldorf.
1972
30. Juni-8. Oktober: Auf der documenta 5 in Kassel stellt Beuys ein Büro seiner "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung" aus. Beuys ist bis zum Ende der documenta jeden der 100 Tage in diesem Büro anwesend.
10. Oktober: Beuys besetzt mit abgewiesenen Bewerbern für das Kunststudium erneut das Sekretaritat der Kunstakademie Düsseldorf. Noch am gleichen Tag schickt ihm der Minister für Wissenschaft und Forschung, Johannes Rau, die fristlose Kündigung zu. In einem offenen Brief protestieren Künstler wie Heinrich Böll, Peter Handke (geb. 1942), Uwe Johnson, Martin Walser und Gerhard Richter gegen die Entlassung. Beuys klagt gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen der fristlosen Kündigung.
1973
Gründung der "Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung".
1976
Ausstellungsbeiträge zur Biennale in Venedig und zur Zeitgeistausstellung in Berlin.
1978
Abschluss des Rechtsstreits bezüglich der Professur an der Kunstakademie Düsseldorf. Beuys bekommt Recht, die fristlose Kündigung von 1972 wird für rechtswidrig erklärt. Es wird ein Kompromiss ausgehandelt: Beuys behält den Professorentitel und das Nutzungsrecht für das Atelier.
Gastprofessur an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst.
1979
Retrospektive im New Yorker Guggenheim-Museum.
Kandidatur für das Europaparlament.
1980
Gastprofessur an der Frankfurter Städel-Schule.
Kandidatur für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter der Grünen.
1984
Beuys-Ausstellung im Tokioter Seibu-Museum.
1985
Ausstellung "Kreuz und Zeichen - Religiöse Grundlagen im Werk von J.B".
Teilnahme an der Eröffnung der Londoner Ausstellung "German Art in the Twentieth Century Painting and Sculpture 1905-1985".
1986
23. Januar: Joseph Beuys stirbt in Düsseldorf nach einer seltenen Entzündung des Lungengewebes an Herzversagen.

(at/iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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