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Politiker und Jurist
- 1946
- 19. August: Bill Clinton wird als William Jefferson Blythe in Hope/Arkansas
geboren. Sein Vater, ein Handlungsreisender, stirbt wenige Monate vor
der Geburt des Sohnes bei einem Autounfall.
Clintons Mutter zieht nach New Orleans und überlässt die Erziehung
ihres Sohnes zunächst den Großeltern, die auf dem Land einen kleinen
Gemischtwarenladen betreiben.
- 1950
- Clintons Mutter kehrt nach Hope zurück und heiratet den Autohändler
Roger Clinton.
- 1963
- Als Mitglied einer Schülerdelegation der patriotischen American
Legion trifft Clinton in Washington mit Präsident John
F. Kennedy zusammen.
- 1968
- Abschluss des Studiums der Internationalen Beziehungen an der Georgetown
University in Washington D.C mit einem Bachelor-Grad.
Während seines Studiums engagiert sich Clinton in verschiedenen
Studentenvereinigungen und spielt Saxophon in einer Jazz Band.
Clinton arbeitet im Büro von Senator J. William Fulbright (1905-1995).
- 1968-1970
- Clinton erhält ein Rhodes-Stipendium mit dem er an die Universität
von Oxford in England geht.
- 1970-1973
- Studium der Rechtswissenschaften an der Yale University.
Nach seiner Promotion ist Clinton kurzzeitig Mitarbeiter beim Justizausschuss
des Repräsentantenhauses.
- 1973-1976
- Clinton übernimmt eine Lehrtätigkeit an der University
of Arkansas School of Law.
- 1974
- Clinton bewirbt sich ohne Erfolg um einen Sitz im Kongress.
- 1975
- Heirat mit Hillary Rodham (geb. 1947). Aus der Ehe geht eine Tochter,
Chelsea, hervor.
- 1976
- November: Nach dem erfolgreichen Wahlkampf für den demokratischen
Präsidentschaftsbewerber Jimmy Carter (geb.1924) wird Clinton zum
Justizminister in Arkansas gewählt.
- 1978-1980
- Clinton wird zum Gouverneur des Bundesstaates Arkansas gewählt.
Bereits zwei Jahre später muss er das Amt wieder abgeben. Die Wähler
werfen ihm "intellektuelle Überheblichkeit" und Steuererhöhungen
vor.
- 1981
- Eintritt in die Anwaltskanzlei Wright, Lindsey und Jennings in Little
Rock.
- 1983-1992
- Clinton ist zum zweiten Mal Gouverneur von Arkansas.
Clinton vertritt traditionelle demokratische Grundüberzeugungen
und fordert mehr Liberalität und soziale Gerechtigkeit. Er setzt
sich für verstärkte Anstrengungen im Gesundheits- und Bildungssektor
ein.
- 1985
- Mitbegründer des "Democratic Leadership Council".
- 1986-1987
- Vorsitzender der National Gouverneurs Association.
- seit 1990
- Vorsitzender des "Democratic Leadership Council".
- 1992
- Clinton bewirbt sich um das Amt des Präsidenten der Vereingten
Staaten. In seinem Wahlkampf fordert er u. a. Steuererleichterungen
für niedrige Einkommen und die Anhebung des Spitzensteuersatzes.
Des Weiteren setzt er sich für ein aus Steuermitteln finanziertes nationales
Arbeitsschulungsprogramm, Investitionshilfen für klein- und mittelständische
Betriebe, Kürzungen des Militärbudgets und die drastische
Reduzierung des amerikanischen Truppenkontingents in Europa ein. Außerdem
spricht er sich für umfangreiche Hilfen für die Länder der
früheren Sowjetunion unter der Voraussetzung aus, dass deren Nuklearwaffenpotential
einer zentralen Kontrolle unterworfen wird.
3. November: Bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen setzt
sich Clinton gegen den republikanischen Amtsinhaber George Bush (geb.
1924) und den unabhängigen Kandidaten Ross Perot (geb. 1930) durch.
Der 46-Jährige ist nach Theodore
Roosevelt und John F. Kennedy
der drittjüngste Präsident in der Geschichte der Vereinigten
Staaten.
- 1993
- 20. Januar: Clinton wird in Washington als 42. Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.
- 1994
- Januar: Das In-Kraft-Treten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens
mit Kanada und Mexiko (NAFTA) ist ein Erfolg der Clinton-Regierung.
15. April: Die GATT-Schlussakte (General Agreement on Tarifs and Trade)
wird in Marrakesch unterzeichnet. Sie gilt als bisher umfangreichstes
internationales Handelsabkommen zur Liberalisierung des Welthandels.
Die neue World Trade Organization (WTO) tritt an die Stelle des bisherigen
GATT-Sekretariats. Clinton setzt die Verabschiedung der GATT-Verträge
gegen starke innenpolitische Widerstände im Kongress durch.
10. Juli: Clinton trifft zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik
Deutschland ein. In seine Rede in Berlin bindet Clinton wie John
F. Kennedy 1963 deutsche Formulierungen ein: "Amerika steht an Ihrer
Seite - jetzt und für immer".
26. Oktober: Clinton unterstützt den israelisch-jordanischen Friedensprozess,
der zum Friedensvertrag zwischen beiden Ländern führt.
4. Dezember: Am Rande des KSZE-Gipfels (Konferenz
über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Budapest tauschen
Clinton, Russlands Präsident Boris
Jelzin sowie die Präsidenten der Ukraine, Weißrusslands
und Kasachstans die Ratifizierungsurkunden zum START-I-Abkommen (Strategic
Arms Reduction Talks/Verhandlungen über die Reduzierung der strategischen
Waffen) aus. Damit tritt der Vertrag über eine Reduzierung der
Atomwaffen mit einer Reichweite von mehr als 5.500 km in Kraft, der
1991 unterzeichnet worden war.
- 1995
- Juli: Clintons Bemühungen um eine Normalisierung des Verhältnisses
zu Vietnam führen zu einer Aufnahme diplomatischer Beziehungen
zwischen den beiden Ländern.
11. August: Clinton gibt die Einstellung aller US-amerikanischer Atomwaffentests
bekannt.
23. Oktober: Bei ihrem Treffen im Bundesstaat New York einigen sich
Clinton und sein russischer Amtskollege Boris Jelzin auf eine Beteiligung
russischer Soldaten an einer Bosnien- Friedenstruppe.
- 1996
- 26. Januar: Hillary Clinton muss als erste First Lady der USA unter
Eid aussagen. Sie soll Auskunft in der sog. Whitewater-Affäre geben.
Clinton werden Verfehlungen im Zusammenhang mit Grundstücksgeschäften
in seiner Zeit als Gouverneur des Bundesstaates Arkansas vorgeworfen.
Auch wenn sich keine Beweise für eine strafrechtlich relevantes
Vergehen finden, belastet die Affäre seine Präsidentschaft.
Februar: Die nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung
durch Regierungstruppen 1989 verhängten Handelsbeschränkungen
gegen China werden aufgehoben.
5. November: Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA setzt sich
Clinton gegen den Kandidaten der Republikaner, Robert Dole (geb. 1923),
durch. Die Mehrheit im Kongress liegt aber weiterhin bei den Republikanern.
- 1997
- 20. Januar: Clinton wird in Washington für seine zweite Amtszeit
als US-Präsident vereidigt.
20. März: Das Gipfeltreffen zwischen dem russischen Präsidenten
Jelzin und Clinton in Helsinki endet ohne eine Einigung im Streit um
die NATO-Osterweiterung.
Mai: Clinton reist zu einem offiziellen Besuch nach Mexiko. Es ist die
erste Visite eines US-Präsidenten seit 1979.
27. Mai: Unterzeichnung der "Grundakte über gegenseitige Beziehungen,
Zusammenarbeit und Sicherheit zwischen der Nordatlantik-Organisation
und der russischen Föderation" in Paris.
Juni: Clinton ernennt eine Kommission, die ihn in Rassenfragen beraten
soll. Damit hofft er, die Rassenschranken in den USA weiter abbauen
zu können.
Juli: Nach monatelangem Haushaltsstreit zwischen Regierung und Kongress
wird eine Einigung über Steuersenkungen erzielt. Der US-Haushalt
wird erstmals seit 1969 aus den roten Zahlen herausgeführt.
26. Oktober: Der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin (geb.
1926) trifft zu seinem ersten Staatsbesuch in den USA ein. Clinton stellt
bei einem Treffen "fundamentale Differenzen" in Menschenrechtsfragen
fest.
Dezember: Clinton trifft zu einem ersten Staatsbesuch in Sarajewo ein.
Kurz zuvor hatte er angekündigt, dass die US-Truppen auch nach
Ende des Sfor-Mandats im Juli 1998 in Bosnien stationiert bleiben.
- 1998
- 17. Januar: Die Regierungsangestellte Paula Jones beschuldigt Clinton,
sie 1991 in einem Hotelzimmer sexuell belästigt zu haben. Clinton
weist den Vorwurf zurück. Erstmals in der Geschichte der USA sagt
ein amtierender Präsident in eigener Sache unter Eid aus.
26. Januar: Clinton bekräftigt seine eidesstattliche Erklärung,
wonach er keine außereheliche Affäre mit Monica Lewinsky
(geb. 1973), einer früheren Praktikantin im Weißen Haus,
gehabt habe. Auch den Vorwurf, er habe Lewinsky mit einer eidesstattlichen
Erklärung zur Falschaussage angestiftet, weist Clinton zurück.
Februar: Der seit Oktober 1997 neu aufgeflammte Konflikt um Rüstungskontrollen
der UNO im Irak belastet das Verhältnis zwischen den USA und dem
Irak weiterhin stark. Den UNO-Inspektoren wird der uneingeschränkte
Zugang zu den Palästen des irakischen Präsidenten Saddam
Hussein verwehrt. Die USA drohen mit militärischen Aktionen.
Clinton trifft sich mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen,
Kofi Annan, um über die Situation
im Irak zu sprechen.
März: Clinton unternimmt als erster US-Präsident eine ausgedehnte
Reise durch das südliche Afrika. Im Rahmen dieser Reise kündigt
er einen Schuldenerlass für afrikanische Reformstaaten an.
2. April: Die Klage von Paula Jones gegen Clinton wegen sexueller Belästigung
wird von dem Bundesgerichtshof in Arkansas abgewiesen.
13. Mai: Anlässlich der Feiern zum 50. Jahrestag der Berliner Luftbrücke
empfängt Bundeskanzler Helmut
Kohl Clinton zu einem Deutschlandbesuch.
6. August: Monica Lewinsky berichtet vor einer Kommission von mehr als
einem Dutzend sexueller Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten
Clinton. Damit widerspricht sie der Aussage des Präsidenten vom
26. Januar, in der dieser jeglichen sexuellen Kontakt mit ihr abgestritten
hatte.
17. August: Clinton gibt in einer Fernsehansprache zu, eine "unangemessene
Beziehung" zur der Ex-Praktikantin Lewinsky unterhalten zu haben.
20. August: Nach Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia
und Tansania feuern die USA als Vergeltungsaktion Marschflugkörper
auf sechs mutmaßliche Terroristenlager in Afghanistan.
21. September: Parallel zu der jährlichen Ansprache Clintons vor
den Vereinten Nationen wird weltweit die Videoaufzeichnung der Vernehmung
Clintons über sein Verhältnis zu Monica Lewinsky vor der Grand
Jury im Fernsehen ausgestrahlt. Am 11. September war bereits der Untersuchungsbericht
des Sonderermittlers Kenneth Starr (geb. 1946), in dem der Präsident
des Meineids und der Behinderung der Justiz beschuldigt wird, ins Internet
gestellt worden.
24. Oktober: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (geb.
1949) und der palästinensische Präsident Jassir Arafat (1929-2004)
unterzeichnen auf Clintons Initiative hin in Washington ein Friedensabkommen.
Damit wird der fast zwei Jahre lang blockierte Friedensprozess in Nahost
wieder in Gang gebracht.
11. November: Trotz heftiger Proteste der chinesischen Regierung empfängt
Clinton den Dalai Lama im Weißen Haus.
14. November: Clinton stimmt einem außergerichtlichen Vergleich
zu. Danach ist er bereit, 850.000 Dollar an Paula Jones zu bezahlen,
wenn diese im Gegenzug ihre Klage wegen "sexueller Belästigung"
zurückzieht und auf ein Schuldeingeständnis des Präsidenten
verzichtet.
16. Oktober: Die USA starten Luftangriffe auf den Irak. Anlass der Angriffe
sind erneute Konflikte um die Rüstungskontrollen.
- 1999
- 7. Januar: Im amerikanischen Senat beginnt das Amtsenthebungsverfahren
gegen Clinton. In der Anklageschrift wird Clinton Meineid und die Behinderung
der Justiz im Zusammenhang mit dem Versuch, seine intime Beziehung zu
Monica Lewinsky zu vertuschen, vorgeworfen.
Februar: Bill Clinton und Bundeskanzler Gerhard
Schröder warnen Serbien vor einem Scheitern der Verhandlungen
von Rambouillet und betonen, dass in diesem Fall die NATO bereit ist,
militärisch einzugreifen.
Die USA schließen ein Handelsabkommen mit China ab. Clinton befürwortet
das Abkommen, dem im Jahr 2000 auch das US-Repräsentantenhaus zustimmt.
12. Februar: Zum Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens spricht der
Senat Clinton in zwei getrennten Abstimmungen von der Anklage wegen
Meineids und der Behinderung der Justiz frei. Anschließend wendet
sich Clinton in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung und entschuldigt
sich für sein Verhalten in der Affäre um Monica Lewinsky.
14. Oktober: Der US-Senat lehnt die Ratifizierung des Atomteststopvertrages
ab. Damit wird zum ersten Mal seit 1920 ein wichtiger Internationaler
Vertrag zurückgewiesen. Der Vertrag verbietet Atomwaffentests in
der Atmosphäre, im Weltall und unter der Erde. Das Abkommen wurde
bis zu diesem Zeitpunkt bereits von 154 Staaten unterzeichnet und von
47 Ländern ratifiziert. Clinton warnt mit scharfen Angriffen auf
die republikanische Senatsmehrheit vor einem neuen Isolationismus der
USA.
November: Zum Abschluss seiner zehntägigen Europareise ruft Clinton
Albaner und Serben im Kosovo zur Versöhnung auf.
Dezember: Bei der Welthandelskonferenz in Seattle fordert Clinton die
Entwicklungsländer auf, Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz stärker
zu berücksichtigen.
- 2000
- Februar: Nach den bisher größten Hacker-Attacken im World
Wide Web beginnt im Weißen Haus eine Konferenz über Sicherheitsfragen
im Internet. Clinton setzt sich für ein nationales Sicherheitszentrum
ein.
März: Clinton schließt seine sechstägige Asien-Reise
mit einem Besuch in Pakistan ab. Er fordert den pakistanischen Militärmachthaber
Pervez Musharraf (geb. 1943) zu einer schnellen Demokratisierung des
Landes und zur Besonnenheit im Kaschmir-Konflikt mit Indien auf.
26. März: Clinton und der syrische Präsident Hafis el Assad
(1930-2000) treffen in Genf zusammen. Clinton gelingt es nicht, wichtige
Differenzen zwischen Syrien und Israel auszuräumen.
11. April: Israels Regierungschef Ehud Barak (geb. 1942) trifft in Washington
mit Clinton zusammen. Clinton bewertet das Gespräch über den
Nahost-Friedensprozess als "ermutigend", da es neuen Schwung in die
Diskussion um zentrale Streifragen zwischen Israelis und Palästinensern
gebracht habe.
2. Juni: Während seines Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland
erhält Clinton als erster US-Präsident den Internationalen
Karlspreis der Stadt Aachen. In seiner Laudatio würdigt Bundeskanzler
Schröder Clintons Engagement für das Zusammenwachsen in Europa.
Juni: Clinton hält als erster US-Präsident eine Rede vor dem
russischen Parlament. Er bietet Russland eine umfassende Zusammenarbeit
an. Während seines dreitägigen Besuchs in Moskau trifft er
mit dem russischen Präsidenten Wladimir
W. Putin zusammen und besucht privat den früheren Präsidenten
Boris Jelzin.
- 2001
- Januar: Bill Clinton übergibt sein Amt an seinen Nachfolger George
W. Bush, der am 20.01.2001 als 43. Präsident der USA vereidigt
wird.
- seit 2003
- Mit der von ihm ins Leben
gerufenen Stiftung "Clinton Foundation" setzt er sich für
die Bekämpfung von AIDS und Armut sowie für Klimaschutz und
den interkulturellen Dialog ein.
- 2004
- 22. Juni: Clinton veröffentlicht
seine Autobiografie "My Life."
- 2005
- 1. Februar: UN-Generalsekretär
Kofi Annan ernennt Clinton zum Sonderbeauftragten für die Koordination
der Hilfsmaßnahmen der Vereinten Nationen nach der Tsunami-Katastrophe
Südostasien.
1. Dezember: Auszeichnung mit dem deutschen Medienpreis "Bambi"
der Hubert Burda Medien in der Kategorie "Charity".
(nc)
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