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Militär und Politiker
- 1890
-
22. November: Charles André Joseph Marie de Gaulle wird in Lille als Sohn des Gymnasiallehrers
Henri de Gaulle geboren.
- 1911
-
Nach Beendigung der Offiziersschule St. Cyr Eintritt in die französische Armee als
Infanterieoffizier.
- 1914-1918
- Kriegsdienst im Ersten
Weltkrieg. De Gaulle nimmt an den Kämpfen um das Fort Douaumont
bei Verdun als Hauptmann teil. Er wird schwer verwundet und gerät
in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er fünfmal vergeblich
versucht zu entkommen. In dieser Zeit erlernt er die deutsche Sprache.
- 1918
-
Nach Kriegsende und Entlassung aus der deutschen Gefangenschaft, tritt de Gaulle wieder in die französischen Armee ein.
- 1920/21
-
De Gaulle arbeitet im Stab von General Maxime Weygand (1867-1965) in Polen.
- 1924 und 1927
-
Aufenthalt in Deutschland im Stab der Rheinarmee in Mainz (1924) und als Bataillonskommandeur
in Trier (1927).
- 1925
- Versetzung zum Kabinett von Marschall
Henri Philippe Pétain.
- 1932-1936
-
Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates.
- 1937-1939
- De Gaulle ist zuerst Oberst eines Panzerregiments und 1939 Kommandeur
einer Panzerdivision.
- 1938
- Veröffentlichung der militär-philosophischen Schrift "Frankreich
und seine Armee".
- 1940
-
19. Mai: Beförderung zum jüngsten General der französischen Armee.
6. Juni: Berufung auf den Posten eines Unterstaatssekretäres für
Nationale Verteidigung.
15. Juni: Nachdem sich die Befürworter für einen Waffenstillstand um
Pétain durchsetzen, fliegt
de Gaulle nach London.
18. Juni: Über Radio London Aufruf an die französische Nation, an der Seite der Alliierten
weiterzukämpfen.
25. Juni: Gründer des Londoner Komitees "Freies Frankreich", Chef der "Freien Französischen
Streitkräfte" und Chef des "Nationalen Verteidigungskomitees" (1940-1943).
Juli: Vom Kriegsrat der Vichy-Regierung in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
- 1942
-
Juni: Mitbegründer und ab November 1943 Präsident des "Comité Francais de Libération
Nationale" (Nationales Befreiungskomitee).
- 1944
-
Mai: Das "Comité Francais de Libération Nationale" konstituiert sich in Algier zur "provisorischen
Regierung der französischen Republik".
August: Rückkehr nach Paris.
September: De Gaulle wird Chef der provisorischen Regierung Frankreichs.
- 1945
-
13. November: Die konstituierende Nationalversammlung wählt de Gaulle zum Ministerpräsidenten
Frankreichs.
- 1946
- Januar: Rücktritt vom Ministerpräsidentenamt wegen seiner
Kritik an der Verfassung der IV. Republik.
- 1947
-
Gründer der "Sammlungsbewegung des französischen Volkes" (Rassemblement du Peuple
Francais, RPF) mit dem Hauptprogrammpunkt, einer durchgreifenden Verfassungsreform.
In der Folge lehnt de Gaulle den Beitritt Deutschlands zur NATO,
den Schumanplan
und die Gründung der EWG
mit der Begründung ab, dass Deutschland in diesen Gemeinschaften
militärisch und wirtschaftlich das Übergewicht erhalten werde.
- 1953
-
Nach Wahlniederlage Auflösung der RPF als politische und parlamentarische Gruppe.
- 1954-1959
-
De Gaulle schildert seine politischen Aktivitäten bis 1946 in der Memoirenserie "L'Appel", "L'Unite"
und "Le Salut".
- 1958
-
1. Juni: De Gaulle wird Ministerpräsident Frankreichs mit Sondervollmachten zur Niederschlagung
des Aufstandes in Algier.
28. September: Durch Volksentscheid wird die auf de Gaulle zugeschnittene Verfassung der V.
Republik angenommen: Sie legt die bestimmende Rolle des Staatspräsidenten fest und beschränkt
die Rechte des Parlaments erheblich.
14./15. September: Gespräche mit Bundeskanzler
Konrad Adenauer auf de Gaulles Landsitz in
Colombey-les-deux-Eglises.
21. Dezember: De Gaulle wird mit 78 % der Stimmen zum französischen Staatspräsidenten
gewählt.
- 1960
-
14. Juni: Nach fortdauernden Unruhen in Algerien spricht de Gaulle erstmalig von einem
"algerischen Algerien".
- 1961
-
8. Januar: 75 % der Wähler entscheiden sich in Frankreich per Volksentscheid für die
Algerienpolitik de Gaulles, die eine unabhängige Republik Algerien vorsieht. In Algerien selbst
stimmen nur 40 % der Wahlberechtigten für diese Lösung.
April: General-Putsch in Algier, der jedoch bald zusammenbricht.
- 1962
-
18. März: Beendigung des siebenjährigen Algerienkrieges durch das Abkommen von Evian.
2.-8. Juli: Der Staatsbesuch Adenauers in Frankreich wird als Akt der feierlichen Versöhnung des
deutschen und des französischen Volkes gestaltet.
3. Juli: Nach entsprechendem Volksentscheid erhält Algerien die Unabhängigkeit.
4.-9. September: Der Staatsbesuch de Gaulles in der Bundesrepublik wird von großen
Sympathiebekundungen seitens der Bevölkerung begleitet.
28. Oktober: Per Volksentscheid votieren 61 % der Wähler für eine Verfassungsreform, nach der
der Staatspräsident direkt vom Volk gewählt wird.
De Gaulle forciert die Bildung einer französischen Nuklearstreitmacht.
- 1962/63
-
Anhänger der "Organisation Armée Secrète" (OAS) verüben insgesamt sieben Attentate auf de
Gaulle.
- 1963
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14. Januar: De Gaulle bringt durch seine ablehnende Haltung die Brüsseler Verhandlungen zum
Eintritt Großbritanniens in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft zum Scheitern.
22. Januar: Adenauer und de Gaulle unterzeichnen im Elysée-Palast
in Paris den deutsch-französischen
Freundschaftsvertrag.
- 1965
-
19. Dezember: Wiederwahl zum französischen Staatspräsidenten im zweiten Wahlgang gegen
François Mitterrand.
- 1965/66
-
Frankreich boykottiert sieben Monate die Tagungen des europäischen Ministerrats. De Gaulle
protestiert mit dieser "Politik der leeren Stühle" gegen die Vorschläge der Europäischen
Kommission zur Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik.
- 1966
- 21. Februar: In einer Fernsehansprache erklärt de Gaulle, dass
Frankreich nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des NATO-Vertrages
im April 1969 die Unterstellung sämtlicher ausländischer militärischer
Einrichtungen in Frankreich unter seinen Oberbefehl fordere.
20.-30. Juni: Reise in die Sowjetunion.
1. Juli: Da die NATO-Partner nicht auf de Gaulles Forderungen eingehen, wird der Abzug der
französischen Offiziere aus den integrierten Stäben vollzogen und das NATO-Hauptquartier sowie
die politische NATO-Spitze von Paris nach Belgien verlegt.
- 1967
-
6.-12. September: Auf seiner Polen-Reise spricht sich de Gaulle für die Anerkennung der Oder-
Neiße-Grenze, aber gegen die
Zweistaatentheorie aus.
- 1968
-
Die Studentenrevolte in Paris und die folgende große Streikwelle erschüttern de Gaulles Autorität.
- 1969
-
27. April: De Gaulle verbindet das Referendum über die sogenannte Regionalreform und die
praktische Abschaffung des Senats mit der persönlichen Vertrauensfrage. Mit 47,5 % der
Stimmen scheitert der Volksentscheid. Noch in der Nacht zum 28. April erklärt de Gaulle
daraufhin seinen Rücktritt.
- 1970
-
Erscheinungsbeginn der zweiten Memoirenserie de Gaulles. Im ersten Band, "Le Renouveau"
schildert er die ersten vier Jahre seiner Präsidentschaft. Die neue Folge unter dem Gesamttitel
"Memoire d'Espoir" ist auf drei Bände konzipiert.
9. November: Charles de Gaulle stirbt auf seinem Landsitz in Colombey-les-deux-Eglises
/Département Haute-Marne.
12. November: Beisetzung in Colombey-les-deux-Eglises. Da er ein Staatsbegräbnis ausdrücklich
abgelehnt hatte, findet am selben Tag in Paris nur ein offizieller Trauergottesdienst statt, an dem
über 80 ausländische Staats- und Regierungschefs teilnehmen.
(db/iz/reh)
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