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Jurist
- 1898
- 10. September: Hans Maria Globke wird als Sohn eines Tuchhändlers
in Düsseldorf geboren.
- 1914-1918
- Teilnahme als Soldat am Ersten Weltkrieg.
- nach 1918
- Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und Köln.
Promotion über das Thema "Die Immunität der Mitglieder
des Reichstages und der Landtage".
- 1925
- Beginn der Verwaltungslaufbahn als stellvertretender Polizeipräsident
in Aachen.
- 1929
- Regierungsrat im Preußischen Innenministerium.
- 1932
- Globke wird aus der preußischen Verwaltung ins Reichsinnenministerium
übernommen, dem er bis 1945 als Ministerialrat und Referent für
Staatsangehörigkeitsfragen angehört.
- 1933
- Obwohl er nie Mitglied der Nationalsozialistischen
Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) wird, wirkt Globke an der Formulierung
des Gesetzes zur Auflösung des preußischen Staatsrates sowie
weiterer Gesetze über die Gleichschaltung
der parlamentarischen Gremien in Preußen mit.
- 1934
- Heirat mit Augusta Vaillant. Aus der Ehe gehen zwei Söhne und
eine Tochter hervor.
- 1936
- Zusammen mit dem SS-Obergruppenführer Wilhelm Stuckart verfasst
er einen Kommentar zu den ein Jahr zuvor erlassenen "Nürnberger
Gesetzen". Darin werden das Zusammengehörigkeitsgefühl
des "rassisch homogenen deutschen Volkes" propagiert und alle
Personen "fremden Blutes", vor allem Juden, als rassisch minderwertig
diskriminiert.
- 1939
- Nachdem die Slowakei dem Deutschen Reich als "Schutzstaat"
beigeordnet wurde, erarbeitet Globke den "Kodex des jüdischen
Rechts" für die Slowakei, mit dem die Entrechtung und Enteignung
der jüdischen Bevölkerung eingeleitet wird. Gleichzeitig unterhält
er als praktizierender Katholik und ehemaliges Mitglied der Zentrums-Partei
Kontakt zu militärischen und christlichen Widerstandskreisen.
- 1943
- Sein Antrag auf Parteimitgliedschaft
in der NSDAP wird nach dem Einspruch von Martin Bormann abgelehnt. Grund
ist wohl Globkes Verbindung zu katholischen Oppositionskreisen um den
Berliner Bischof Preysing.
- 1945
- Vor dem Internationalen
Militärtribunal in Nürnberg wird er von seinem ehemaligen
Kollegen Robert Klempner, der 1935 in die USA ausgewandert war und in
Nürnberg als Vertreter der Anklage amtiert, entlastet. Ausschlaggebend
sind vor allem Globkes Kontakte zur Opposition im Dritten Reich.
- nach 1945
- Vizepräsident des Landesrechnungshofes Nordrhein-Westfalen.
- 1949
- Oktober: Globke wird auf Wunsch Konrad
Adenauers als Ministerialdirigent in das neugeschaffene Bundeskanzleramt
berufen, das er zum Regierungsinstrument des Kanzlers ausbaut.
- 1950
- Globke übernimmt als Ministerialdirektor die Leitung der Hauptabteilung
für innere Angelegenheiten.
- 1953
- 27. Oktober: Trotz heftiger
Proteste seitens der Opposition und der Presse wegen seiner politischen
Vergangenheit macht ihn Adenauer zu seinem Staatssekretär und wichtigsten
Mitarbeiter. Globke wird als Adenauers "rechte Hand" bezeichnet.
- 1956
- Globke gerät immer
wieder ins Kreuzfeuer der Kritik, vereinzelt auch aus den Reihen der
Christlich Demokratischen Union (CDU).
Vorgeworfen wird ihm neben der Mitverantwortung für die Nürnberger
Rassegesetze vor allem die Einführung des "J"-Stempels
in Reisepässe, der Juden den Fluchtweg in die Schweiz versperrte.
Auf Globkes Initiative sollen auch die zwangsweisen Namenszusätze
"Israel" und "Sarah" für Juden eingeführt
worden sein. Globke beteuert dagegen, er habe die von Hitler geforderten
Maßnahmen zu mildern versucht und betont seine Kontakte zum Widerstand
während der NS-Zeit.
- 1961
- Mai: Globke wird in einem
Ermittlungsverfahren der Bonner Staatsanwaltschaft vom Vorwurf des Kontakts
mit Adolf Eichmann freigesprochen.
Herbst: Globke strengt einen Zivilprozess gegen den Hamburger Verlag
Rütten und Löning an, der ihn in einem Buch als Handlanger
der Nazis charakterisiert hatte. Der Prozess endet im Folgejahr mit
einem Vergleich, der die Beklagten verpflichtet, das Buch nicht mehr
in der von Globke beanstandeten Form herauszubringen.
Trotz heftiger Angriffe und mehrerer Rücktrittsangebote hält
Adenauer an ihm fest.
- 1963
- Mit dem Ziel, Bundeskanzler Adenauer außen- wie innenpolitisch zu schaden, startet die
DDR eine Propaganda-Kampagne gegen Globke. Das Oberste Gericht der DDR
verurteilt ihn schließlich in einem Schauprozess in Abwesenheit
zu lebenslanger Haft.
15. Oktober: Mit Adenauers Rücktritt scheidet auch Globke aus dem
Staatsdienst aus. Er tritt in den folgenden Jahren noch mehrmals als
Zeuge in NS-Prozessen auf. Globke möchte sich in der Schweiz niederlassen,
erhält aber keine Aufenthaltsgenehmigung.
- 1973
- 13. Februar: Hans Globke stirbt nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren in Bonn.
(sw)
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