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Politiker
- 1937
- 28. April: Saddam Hussein wird in der Nähe der Stadt Tikrit
in die Familie des Schafhirten Saddam Abd al Majid und seiner Frau Subha
Tulfah al-Musallat geboren.
- 1947
- Übersiedlung nach Bagdad, wo er fortan in der Familie seines
Onkels Khairallah Tulfah lebt.
- 1956
- Teilnahme an einem erfolglosen Putschversuch gegen den irakischen
König Faisal II.
- 1957
- Hussein tritt der damals noch verbotenen nationalrevolutionären
Ba'ath-Partei bei.
- 1959
- Nach einem misslungenen Attentat auf Premierminister Kassem flieht
er nach Ägypten und wird in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
- 1962
- Hussein nimmt in Kairo ein Studium der Rechtswissenschaften auf,
das er 1963 in Bagdad fortsetzt und 1969 abschließt.
- 1968
- 17. Juli: Hussein unterstützt einen erfolgreichen Putsch von
Ba'ath-Partei und Armee. In der neuen Regierung übernimmt er das
Amt des stellvertretenden Generalsekretärs der Ba'ath-Partei und
Vizepräsidenten des Revolutionären Kommandorates. Er wird
außerdem Chef der Ministerien für Staatssicherheit und Propaganda.
Hussein schließt die irakische KP und die Kurdische Demokratische
Partei zur "Nationalen Front" zusammen.
- 1969
- Hussein übernimmt das Amt des Vizepräsidenten.
- 1972
- 1. Juni: Er verstaatlicht westliche Ölfirmen, die ein Ölmonopol
im Irak innehatten. Mit den Einnahmen aus Ölexporten entwickelt
er das Land zu einer regionalen militärischen Großmacht.
Er besetzt Schlüsselpositionen mit Angehörigen seines Clans,
kultiviert einen beispiellosen Führerkult und kontrolliert sein
Land mit Hilfe eines lückenlosen Überwachungssystems.
Freundschaftsvertrag mit der UdSSR.
- 1973
- Obwohl ohne militärische
Ausbildung lässt er sich zunächst in den Rang des Generalleutnants
erheben, später zum General und schließlich zum Feldmarschall
ernennen.
- 1975
- 6. März: Im Abkommen von Algier einigt sich Hussein mit dem
iranischen Schah Mohammed Reza Pahlevi über den Grenzverlauf im
Schatt el Arab. Beide Länder vereinbaren die gegenseitige Nichteinmischung
in innere Angelegenheiten. Der Iran verzichtet damit auf eine Unterstützung
der irakischen Kurden.
- 1979
- 11. Juli: Hussein wird Generalsekretär der Ba'ath-Partei.
16. Juli: Er übernimmt die Macht als Staats- und Regierungschef.
In der Folgezeit veranlasst er eine blutige Säuberung der Partei
und verhindert den geplanten Zusammenschluss mit dem gleichfalls von
der Ba'ath Partei geführten Regime in Syrien.
- 1980-1988
- 22. September 1980: Die irakische Armee greift den Iran - inzwischen
islamische Republik - an und beginnt damit den fast acht Jahre andauernden
ersten Golfkrieg.
1988: Die irakischen Luftwaffe setzt im Norden des Irak Giftgas gegen
die dort lebenden Kurden ein. In der Stadt Halabdscha werden 5.000 Zivilisten
getötet.
20. August 1988: Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran. Ein Friedensvertrag
wird nie abgeschlossen.
- 1990
- 2. August: Hussein lässt das Nachbarland Kuwait besetzen und
erklärt es zur irakischen Provinz. Motive sind die Verschuldung
gegenüber Kuwait aus dem ersten Golfkrieg und territoriale Ansprüche.
- 1991
- 17. Januar: Nach Ablauf eines UNO-Ultimatums wird der Irak von einer
US-geführten Koalition angegriffen und fast besiegt. Der von westlichen
Staaten ermutigte Aufstand der Schiiten im Süden des Irak wird
von Hussein brutal niedergeschlagen.
6. April: Hussein akzeptiert die Waffenstillstandsbedingungen des Sicherheitsrates,
unter anderem die Einrichtung einer Flugverbotszone und die Zulassung
von UNO-Rüstungsinspektoren). Obwohl militärisch geschlagen
und durch das UNO-Handelsembargo schwer getroffen, kann Hussein einen
Großteil seines Machtapparates bewahren und überlebt zahlreiche
Attentats- und Putschversuche.
- 1994
- Hussein wird Premierminister, Vorsitzender der Ba'ath-Partei und
Oberkommandierender der Armee.
- 1995
- Ohne Gegenkandidaten wird Hussein mit fast 100 Prozent der abgegebenen
Stimmen zum Präsidenten gewählt. Seine Schwiegersöhne
und der Geheimdienstchef flüchten wegen Meinungsverschiedenheiten
nach Jordanien. Angeblich durch Saddam begnadigt, kehren sie 1996 in
den Irak zurück, wo sie inhaftiert und hingerichtet werden.
- 1996
- Das irakische Parlament akzeptiert den "Oil For Food"-Plan
des UNO-Sicherheitsrates. Er erlaubt dem Irak den begrenzten Verkauf
von Erdöl, um dringende humanitäre Bedürfnisse zu decken.
Immer wieder behindert Hussein die Arbeit der UNO-Waffeninspektoren,
welche insbesondere chemisch-biologische Massenvernichtungsmittel aufdecken
und zerstören sollen.
- 2002
- Hussein wird in einer vorgetäuschten Wahl mit 100 Prozent der
Stimmen für weitere sieben Jahre als Präsident bestätigt.
- 2003
- 20. März: Truppen der USA und verbündeter Staaten marschieren
ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates in den Irak ein, zerschlagen die
irakische Armee und besetzen das Land. Die USA begründen ihren
Angriff damit, dass Hussein weiterhin über Massenvernichtungswaffen
verfüge und terroristische Organisationen wie Al-Qaida unterstütze.
Diese Behauptung erweist sich im Nachhinein als nicht haltbar.
Auf Hussein wird ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt.
22. Juli: Husseins Söhne Udai und Kusai kommen bei einem US-Angriff
auf ihren Unterschlupf in Mossul ums Leben. Sein jüngster Sohn
Ali ist untergetaucht.
13. Dezember: Hussein wird in einem Dorf nahe Tikrit von US-amerikanischen
Truppen festgenommen.
- 2004
- 30. Juni: Nach der Machtübergabe der USA an die irakische Übergangsregierung
wird Hussein der irakischen Justiz übergeben. Vor einem von den
USA ins Leben gerufenen irakischen Sondertribunal müssen sich Hussein
und 11 weitere Mitglieder des Regimes unter anderem für den Angriff
auf Kuwait 1990, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord
und Kriegsverbrechen verantworten. Hussein streitet jede Schuld ab und
erkennt das Tribunal nicht an. Ihm droht nach irakischem Recht die Todesstrafe.
- 2005
- 19. Oktober: Beginn des
ersten Prozesses gegen Hussein und sieben Mitangeklagte. Die Anklage
lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 1982 waren nach einem
fehlgeschlagenen Attentat auf Hussein in der mehrheitlich von Schiiten
bewohnten Stadt Dudschail 140 Menschen ermordet worden.
Laut der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" ist
Hussein insgesamt für die Ermordung von mehr als 290.000 Menschen
verantwortlich.
- 2006
- August: Eröffnung
des zweiten Prozesses. Hussein und sechs weiteren Angeklagten werden
Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vorgeworfen:
1988 soll Hussein einen Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabdscha
befohlen haben, bei dem 5. 000 Menschen getötet wurden.
5. November: Hussein wird zum Tod durch den Strang verurteilt.
30. Dezember: Saddam Hussein wird hingerichtet.
(sw)
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