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Politiker
- 1947
- 2. Dezember: Rudolf Albert Scharping wird als erstes von sieben Kindern
des Möbelhändlers Albert Scharping und der Sekretärin
Hilde Scharping (Geburtsname: Kern), in Niederelbert/Unterwesterwald
geboren.
- 1949
- Umzug nach Niederlahnstein.
- 1966
- Abitur am Gymnasium Oberlahnstein.
Eintritt in die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands (SPD).
Freiwillige Verpflichtung
zur Bundeswehr. Nach sechs Monaten wird Scharping wegen seiner Sehschwäche
vorzeitig entlassen.
- 1966-1974
- Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Rechtswissenschaften
an der Universität Bonn. Seine Magisterarbeit behandelt das Thema:
"Probleme eines regionalen Wahlkampfes am Beispiel des Bundestagswahlkampfes
1969 der SPD im Wahlkreis Bad Kreuznach".
Parallel zum Studium arbeitet Scharping als Assistent von Bundestagsabgeordneten.
- 1968/69
- Aufgrund eines kritischen Flugblattes wird Scharping vorübergehend
aus der Partei ausgeschlossen.
- 1969-1974
- Landesvorsitzender der Jungsozialisten Rheinland-Pfalz.
- 1971
- Heirat mit Jutta Krause. Aus der Ehe gehen drei Töchter hervor.
- 1974-1976
- Stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungsozialisten.
- 1974-1991
- Mitglied des Stadtrates von Lahnstein.
- 1975-1994
- Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz.
- 1976/1977
- Nebenberuflicher Landesgeschäftsführer der rheinland-pfälzischen
SPD.
Mitglied der Gewerkschaft ÖTV und der Arbeiterwohlfahrt.
Mitarbeit im Deutschen Roten Kreuz (DRK).
- 1979-1991
- Mitglied des Kreistages von Bad Ems.
- 1979-1985
- Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion
in Rheinland-Pfalz.
- 1984-1990
- Vorsitzender des SPD-Bezirks Rheinland/Hessen-Nassau.
- 1985-1991
- Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz.
- 1985-1993
- Vorsitzender der SPD-Rheinland-Pfalz.
- 1987
- Spitzenkandidat der SPD bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz,
bei denen sich jedoch die Christlich
Demokratische Union (CDU) durchsetzt.
- 1988-2003
- Mitglied des SPD-Parteivorstandes.
- 1991-1994
- April: Bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz setzt sich die SPD
durch und führt nach 44jähriger CDU-Herrschaft einen Regierungswechsel
herbei. Scharping wird neuer Ministerpräsident des Landes. Er setzt
sich besonders für arbeitsschaffende Investitionen, die steuerliche
Besserstellung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie für
die "Entschlackung" und effizientere Gestaltung der öffentlichen
Verwaltung ein.
- 1993
- Nachdem Björn
Engholm wegen früherer Falschaussagen in der Kieler Barschel-Affäre
als Parteichef zurücktritt, bewerben sich Gerhard
Schröder, Scharping und Heidemarie Wieczorek-Zeul (geb. 1942)
um die Nachfolge. Die SPD-Delegierten wählen Scharping zum neuen
und jüngsten SPD-Vorsitzenden in der Geschichte der Partei.
- 1994
- Juni: Die SPD nominiert Scharping zum Kanzlerkandidaten.
15. Oktober: Scharping gibt sein Amt als Ministerpräsident von
Rheinland-Pfalz auf, um unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahlen
nach Bonn zu wechseln.
Oktober: Nach der für die SPD erfolglosen Bundestagswahl
wird Scharping SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Er bildet zusammen
mit Gerhard Schröder und Oskar
Lafontaine die sogenannte Führungs-"Troika" der SPD.
Veröffentlichung der Schrift "Was jetzt zu tun ist".
- 1995
- 6. März: Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) wählt
Scharping zu ihrem Vorsitzenden.
31. August: Scharping entzieht dem niedersächsischen Ministerpräsidenten
Gerhard Schröder das Amt des wirtschaftspolitischen Sprechers der
Partei, nachdem dieser die SPD-Spitze kritisiert und erklärt hatte,
es gehe nicht mehr um sozialdemokratische, sondern um moderne Wirtschaftspolitik.
Zuvor hatte Schröder bereits Scharping die Anwartschaft auf die
Kanzlerkandidatur in Abrede gestellt und Zweifel an dessen Führungsqualitäten
geäußert.
16. November: In einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz unterliegt
Scharping seinem Herausforderer Oskar Lafontaine. Scharping wird daraufhin
zu einem der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.
- 1996
- Juni: Scharping gehört zu den Gründungsmitgliedern des
von Bärbel
Bohley in Berlin initiierten "Bürgerbüro e.V." Der Verein
soll denjenigen helfen, die "durch Willkürakte der DDR fortdauernd
geschädigt sind".
15. Dezember: Scharping schlägt in der Zeitung "Bild am Sonntag"
eine Verkleinerung der Bundeswehr auf unter 300.000 Mann sowie eine
Reduzierung des Grundwehrdienstes auf sechs Monate vor.
- 1997
- Scharping wird als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag bestätigt.
- 1998
- Mai: Im Schattenkabinett Schröder ist Scharping für den
Bereich Außen- und Sicherheitspolitik vorgesehen.
27. September: Bei der Bundestagswahl erreicht die SPD 40,9 Prozent
der Stimmen und Bündnis 90/Grüne 6,7 Prozent. Damit erringen
sie zusammen die absolute Mehrheit.
Oktober: Scharping scheitert mit dem Versuch, erneut Fraktionsvorsitzender
zu werden.
27. Oktober: Gerhard Schröder wird vom Bundestag zum siebten deutschen
Bundeskanzler gewählt. Scharping übernimmt das Bundesverteidigungsministerium
im neuen Kabinett der rot-grünen Koalition.
Veröffentlichung der Schrift "Meine Tour de France. 25 Touren und
Etappen zum Nachradeln auf der Spur des längsten, härtesten
und spannendsten Radrennens der Welt".
- 1998-2002
- Zentrale Themen während
Scharpings Amtszeit als Bundesverteidigungsminister sind die Bundeswehrbeteiligung
am Kosovokrieg und die Reform der Bundeswehr. Scharping betrachtet
die NATO-Luftangriffe
auf die Bundesrepublik Jugoslawien als legitim und wendet sich gegen
die vorgesehenen Kürzungen im Verteidigungsetat. In der Diskussion
um den Umbau der Bundeswehr tritt er für die Beibehaltung der allgemeinen
Wehrpflicht und eine Herabsetzung der Wehrdienstdauer von zehn auf neun
Monate ein.
- 1999
- 4. März: Scharping gibt bekannt, dass er alle Verbindungen zwischen
der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger und der Bundeswehr
kappen wolle, da die Gemeinschaft dem Rechtsradikalismus nahe stehe.
Außerdem sollen die Kasernennamen, die auf Wehrmachtssoldaten
verweisen, überprüft und gegebenenfalls geändert werden.
24. März: Beginn der NATO Luftangriffe auf Ziele in der Bundesrepublik
Jugoslawien. Auch die Bundeswehr ist am Einsatz beteiligt und Scharping
damit der erste Verteidigungsminister, unter dessen Führung die
Bundeswehr an einem Krieg teilnimmt.
22. April: Scharping verkündet, dass im Mai eine "Kommission gemeinsame
Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr" unter der Leitung des früheren
Bundespräsidenten Richard
von Weizsäcker ihre Arbeit aufnehmen werde.
11. Juni: Der Bundestag billigt den Einsatz von bis zu 8.500 Bundeswehrsoldaten
im Rahmen der Kosovo-Friedenstruppe.
Veröffentlichung des Buches: "Wir dürfen nicht wegsehen
- der Kosovo-Krieg und Europa".
- 2000
- Scheidung von seiner Frau
Jutta.
Scharping heiratet später die Frankfurter Rechtsanwältin Kristina
Gräfin Pilati-Borggreve.
Juni 2000: Das Bundeskabinett billigt Scharpings Pläne zur schrittweisen
Verkleinerung der Truppe unter Beibehaltung der Wehrpflicht.
Ein wichtiger Beitrag zur Erneuerung der Bundeswehr soll die Privatisierung
einzelner Teilbereiche erbringen.
- 2002
- 18.Juli: Bundeskanzler
Schröder entlässt Scharping als Verteidigungsminister. Nach
dem Verlust von Ansehen innerhalb der Bundeswehr gibt die Hunzinger-Affäre
den letzten Ausschlag: Scharping steht im Verdacht, 1998 und 1999 von
PR-Unternehmer Moritz Hunzinger Honorarzahlungen in Höhe von 140.000
D-Mark entgegengenommen zu haben. Scharping behauptet, die Ansprüche
auf die Zahlungen vor seinem Amtsantritt erworben zu haben.
- 2004
- Gastprofessur an der Fletcher
School for Law and Diplomacy in Medford, Massachusetts.
- 2005
- Wahl zum Präsidenten
des Bundes Deutscher Radfahrer.
(iz)
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