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Politiker
- 1919
- 8. Juli: Walter Scheel wird in Solingen als Sohn eines Stellmachers
geboren.
- 1938/39
- Nach dem Abitur absolviert Scheel eine Ausbildung zum Bankkaufmann
in Solingen.
- 1939-1945
- Als Soldat bei der Luftwaffe im Zweiten
Weltkrieg wird er zuerst in Frankreich und anschließend in
Russland eingesetzt.
- 1945-1953
- Geschäftsführer in verschiedenen Industrieunternehmen.
- 1946
- Eintritt in die Freie
Demokratische Partei (FDP).
- 1948
- Scheel wird Stadtverordneter in Solingen.
- 1950
- Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen.
- 1953-1974
- Abgeordneter im Deutschen Bundestag.
Mitglied des Landesvorstandes der FDP in Nordrhein-Westfalen.
- 1953
- Scheel gründet ein Wirtschafts- und Marktforschungsunternehmen
in Düsseldorf, von dem er sich nach seinem Eintritt in die Bundesregierung
wieder trennt.
- 1955-1957
- Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Luxemburg.
- 1956-1974
- Mitglied des Bundesvorstandes der FDP.
- 1958
- Scheel wird Mitglied des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Er ist Vizepräsident der Liberalen Fraktion und Vorsitzender des
Ausschusses für Entwicklungshilfe.
- 1961-1966
- Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Entwicklungshilfe)
in den Kabinetten Adenauer
und Erhard.
- 1965
- Veröffentlichung der Schrift "Konturen einer neuen Welt - Schwierigkeiten,
Ernüchterungen und Chancen der Industrieländer".
- 1966
- Oktober: Rücktritt aller FDP-Minister aus der Regierung Erhard,
was zum Sturz der Regierung Erhard führt.
- 1967-1969
- Vizepräsident des Deutschen Bundestages als Nachfolger des verstorbenen
Thomas Dehler.
- 1967-1974
- Stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung.
- 1968
- Veröffentlichung der Schrift "Formeln deutscher Politik".
- 1968-1974
- Bundesvorsitzender der FDP als Nachfolger Erich
Mendes.
Vizepräsident der Liberalen Weltunion, einem Zusammenschluss der
liberalen Parteien und Organisationen aller Länder.
- 1969-1974
- Bundesaußenminister und Vizekanzler in beiden Kabinetten Brandt.
Mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages und der Ostverträge
mit der UdSSR, Polen und der CSSR schlägt die Regierung Brandt/Scheel
neue Wege in der Außenpolitik ein.
- 1969
- Scheel heiratet in zweiter Ehe die Medizinerin Mildred Wirtz. Seine
erste Frau war 1966 nach 24 Jahren Ehe verstorben. Mildred Scheel ist
Initiatorin und Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. 1985 stirbt
sie an Krebs.
- 1970
- Zusammen mit Bundeskanzler Willy Brandt unterzeichnet Scheel den
Moskauer
Vertrag. Die Ratifizierung des Vertrages durch den Deutschen Bundestag
1972 gegen Widerstände seitens der Opposition ist nicht zuletzt
Scheels besonderem Einsatz zu verdanken.
Veröffentlichung der Schrift "Warum Mitbestimmung und wie - eine
Diskussion".
- 1971
- Juli: Scheel reist als erster deutscher Außenminister zu einem
offiziellen Besuch nach Israel.
Das Ehepaar Scheel adoptiert ein indianisches Waisenkind aus Bolivien.
Auszeichnung mit dem Theodor-Heuss-Preis.
Auf dem Parteitag der FDP spricht sich Scheel klar für eine Fortsetzung
der Koalition mit der SPD aus.
- 1972
- Bei einem Besuch Scheels in Peking wird die Aufnahme diplomatischer
Beziehungen zwischen China und der Bundesrepublik vereinbart.
- 1973
- Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland.
- 1974-1979
- Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Staatsbesuche führen ihn unter anderem 1975 nach Frankreich, USA,
in die Sowjetunion und nach Spanien. 1976 nach Finnland, Costa Rica
und Mexiko, 1977 in die Schweiz und 1978 nach Japan, Iran, Neuseeland
und Australien. Seine letzte Auslandsreise als deutsches Staatsoberhaupt
führt ihn 1979 nach Österreich.
- 1975
- Verleihung der Ehrendoktorwürde der Georgetown University/Washington
D.C. und der Maryland-University in den USA sowie der Universität
Heidelberg. 1978 der Universität Auckland/Neuseeland und der University
Bristol/Großbritannien 1979.
- 1976
- Scheel verweigert in seiner Funktion als Bundespräsident die
Unterzeichnung des Gesetzes zur Abschaffung der Gewissensprüfung
bei Wehrdienstverweigerern.
- 1977
- Auszeichnung mit dem Karlspreis der Stadt Aachen.
Veröffentlichung der Schrift "Vom Recht des anderen - Gedanken
zur Freiheit".
- 1979
- Scheel lehnt die Bitte von SPD und FDP, erneut für das Bundespräsidentenamt
zu kandidieren ab. Zu seinem Nachfolger wird Karl
Carstens gewählt.
Veröffentlichung der Schrift "Die Zukunft der Freiheit - Vom Denken
und Handeln in unserer Demokratie".
Wahl zum Ehrenvorsitzenden der FDP.
Ernennung zum Kuratoriumsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung.
- seit 1980
- Vorsitzender des Aufsichtsrates der bundeseigenen aber privatwirtschaftlich
geführten Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG).
Übernahme eines Aufsichtsratsmandates der Thyssen AG, später
auch der Thyssen Stahl AG.
- 1986
- Veröffentlichung des Buches "Wen schmerzt noch Deutschlands
Teilung?".
Scheel nutzt seine Festrede im Deutschen Bundestag zum 17.
Juni zu einem Plädoyer für die Fortsetzung der Entspannungs-
und Abrüstungspolitik sowie dafür, mehr Verständnis für
die Sowjetunion nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl zu zeigen.
- 1988
- Scheel heiratet Barbara Wiese.
- 1993
- Verwaltungsratsvorsitzender
des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.
- 1999
- In einer gemeinsamen Erklärung
mit Bundespräsident Johannes
Rau und Roman Herzog fordert
Scheel eine Stärkung der Bürgergesellschaft.
Scheel ist Vater
von vier Kindern.
(nc/iz)
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