Ernst Melsheimer 1987 - 1960

Ernst Melsheimer ist der erste Generalstaatsanwalt der DDR und Ankläger in Geheim- und Schauprozessen des SED-Regimes.

  • 1897

    9. April: Ernst Melsheimer wird als Sohn eines Hüttendirektors in Nieder-Neunkirchen an der Saar geboren.

  • 1903-1914

    Besuch von Volksschule und Realgymnasium in Neunkirchen; Abitur

  • 1914-1915

    Einjährig-Freiwilliger, Teilnahme am Ersten Weltkrieg

  • 1915-1918

    Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Marburg und Bonn; Erstes Staatsexamen

  • 1918-1921

    Vorbereitungsdienst bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften in Rhauenen, Saarbrücken, Neunkirchen und Köln

  • 1918

    Promotion zum Dr. jur.

  • 1921

    Zweites Staatsexamen in Berlin

  • 1921-1937

    Dienst im Preußischen Justizministerium und im Reichsjustizministerium.

  • 1924-1932

    Landgerichtsrat in Berlin

  • 1928-1933

    Mitglied der SPD und des Reichbanners Schwarz-Rot-Gold

  • 1932-1933

    Oberjustizrat in Berlin

  • 1933

    Austritt aus der SPD; wegen fehlender NSDAP-Mitgliedschaft zum Landgerichtsdirektor degradiert

  • 1936/37-1945

    Zum Kammergerichtsrat am Berliner Kammergericht degradiert

  • 1942-1944
  • 1945

    Mai: Vom sowjetischen Stadtkommandant von Berlin, Nikolai Bersarin, zum Oberstaatsanwalt beim Bezirksgericht Berlin-Friedenau ernannt.

    Juni: Eintritt in die KPD (ab 1946 Mitglied der SED)

    August: Oberstaatsanwalt beim Bezirksgericht Berlin-Mitte

  • Sept. 1945-1946

    Leiter der Abteilung Gesetzgebung der Deutschen Zentralverwaltung für Justiz (DJV) der Sowjetischen Besatzungszone.

  • 1946-1949

    Vizepräsident der DJV

  • 1949-1960

    Melsheimer ist Generalstaatsanwalt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

    Er führt Geheim- und Schauprozesse u.a. gegen den ehemaligen Sozialminister des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Leo Herwegen, und den Ministerialdirektor Willi Brundert („Dessauer Prozesse“, 1950), gegen den thüringischen Finanzminister Leonhard Moog (1950), gegen die Zeugen Jehovas (1950), gegen die Kampfgruppe-gegen-Unmenschlichkeit-Mitglieder Johann Burianek und Wolfgang Kaiser (1952) sowie gegen die Intellektuellen Wolfgang Harich und Walter Janka (1957).

    Er verhängt bis 1955 90 Todes- und 200 lebenslängliche Zuchthausstrafen.

  • 1960

    25. März: Melsheimer stirbt in Ost-Berlin an den Folgen seines Lungenkrebses

 

(mw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 19.01.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Würz, Markus: Biografie Ernst Melsheimer, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/ernst-melsheimer.html
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