Wolf Graf Baudissin 1907 - 1993

Wolf von Baudissin ist ein deutscher General und Militärtheoretiker. Er wird 1951 in das „Amt Blank“, die Vorgängerinstitution des Verteidigungsministeriums, berufen. Hier entwickelt er das Konzept der „Inneren Führung“ und ist maßgeblich am Aufbau der Bundeswehr beteiligt. In späteren Jahren bekleidet Baudissin wichtige Posten bei der NATO und lehrt an der Universität Hamburg Sicherheitspolitik und Strategie.

  • 1907

    8. Mai: Wolf Stefan Traugott Graf von Baudissin wird in Trier als Sohn des preußischen Regierungspräsidenten Theodor Graf von Baudissin und dessen Frau Elis (Geburtsname: von Borcke) geboren. Die Familie gehört dem meißnischen Uradel an.

  • ab 1916

    Besuch humanistischer Gymnasien in Neustadt/Westpreußen, Kolberg/Pommern und Marienwerder/Westpreußen.

  • 1925

    Zwei Semester Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Nationalökonomie in Berlin.

  • 1926

    Eintritt in das Infanterieregiment 9 in Potsdam als Fahnenjunker.

  • 1927-1930

    Unterbrechung des Militärdienstes für eine landwirtschaftliche Ausbildung, die er 1930 als geprüfter Landwirt an der Technischen Hochschule (TH) München abschließt.

  • ab 1930

    Rückkehr in den aktiven Dienst in der Reichswehr: Waffen- und Kriegsschulausbildung, Beförderung zum Leutnant (1933), Ernennung zum Regimentsadjudant (1935), Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie in Berlin (1938), Beförderung zum Hauptmann (1939), Versetzung zum Generalstab des Afrikakorps (1941).

  • 1941-1947

    Kriegsgefangenschaft in Afrika.

  • 1947

    Heirat mit der Bildhauerin Dagmar Burggräfin zu Dohna-Schlodien.

  • 1951

    Baudissin übernimmt das Referat "Inneres Gefüge" im "Amt Blank", dem Vorläufer des Bundesverteidigungsministeriums. Er entwickelt das Konzept der "Inneren Führung" mit dem Leitbild des "Staatsbürgers in Uniform" für den Neuaufbau der Streitkräfte.

  • 1955

    Ernennung zum Unterabteilungsleiter im Bundesverteidigungsministerium.

  • ab 1956

    Übernahme in die Bundeswehr im Rang eines Oberst: Leiter einer Kampfgruppe, der späteren Panzerbrigade 4 (1958-1961).

  • 1961-1967

    Anfangs Chef für "Operations and Intelligence" im NATO-Hauptquatier in Fontainebleau, ab 1963 Kommandeur des NATO-Defence College in Paris und ab 1965 Stellvertretender Chef des Stabes für Planung und Operation beim NATO-Oberkommando Europa in Paris und später in Casteau/Belgien.

  • 1967

    Rückzug in den Ruhestand. Auszeichnung mit dem Theodor-Heuss-Preis und dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

  • 1968

    Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).

  • ab 1968

    Dozent für moderne Strategie an der Universität Hamburg, Ernennung zum Professor (1979).

  • 1969

    Veröffentlichung seiner Schrift "Soldat für den Frieden - Entwürfe für eine zeitgemäße Bundeswehr".

  • 1971-1984

    Gründungsdirektor des "Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik" an der Universität Hamburg.

  • 1972

    Baudissin unterstützt öffentlich den Wahlkampf von Willy Brandt (SPD).

  • 1980-1986

    Dozent für Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in Hamburg.

  • 1993

    5. Juni: Wolf Graf Baudissin stirbt in Hamburg.

  • 1994

    Die Bundeswehr benennt das neu erbaute Auditorium im Zentrum für Innere Führung in Koblenz und die Kaserne der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Osdorf nach Baudissin.

    Veröffentlichung seiner Briefe aus der Gefangenschaft durch seine Witwe.

 

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 26.02.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Zündorf, Irmgard: Biografie Wolf Graf Baudissin, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/wolf-graf-baudissin.html
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