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Politiker
- 1917
- 3. Oktober: Erich Hans Apel wird in Judenbach, Kreis Sonneberg/Thüringen
als Arbeitersohn geboren. Apel besucht die Volksschule in Judenbach
und später Oberschulen in Sonneberg und Steinach.
- 1932-1935
- Werkzeugmacher- und Schlosserlehre. Danach Tätigkeit als Werkzeugmacher
und Konstrukteur. Anschließend Studium an der Ingenieurschule
in Ilmenau.
- 1939
- Abschluss des Studiums als Maschinenbau-Ingenieur. Apel wird zum
Wehrdienst eingezogen und in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde
eingesetzt. Dort wird er nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst
als Betriebsingenieur, ab 1943 als Leiter des Entwicklungsbetriebes
dienstverpflichtet.
- 1946
- Eintritt in die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands (SPD). Apel arbeitet zunächst als Lehrer,
später als Hauptingenieur bei der Sowjetisch-Technischen Kommission
in Bleicherode.
- 1946-1952
- Apel wird wegen seiner Kenntnisse deutscher Raketentechnik von der
sowjetschen Besatzungsmacht als Leiter eines Versuchsbetriebes in die
UdSSR verpflichtet. In der Sowjetunion setzt Apel sein Ingenieurstudium
fort, gekoppelt mit einem Studium des Marxismus-Leninismus.
- 1953-55
- Stellvertretender Minister
für Maschinenbau.
- 1955-58
- Apel wird Minister für
Schwermaschinenbau.
- 1954/55
- Ehrung mit der Medaille
"Für ausgezeichnete Leistungen".
- 1957
- Eintritt in die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands (SED).
- 1958
- Leiter der Wirtschaftskommission
beim Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der SED und Vorsitzender
des Wirtschaftsausschusses der Volkskammer.
Unterstützt von Günter
Mittag arbeitet Apel an der Reformierung des Wirtschaftsapparates
der SED.
- 1959
- Apel erhält den "Vaterländischen Verdienstorden in
Silber".
- 1960
- Juni: Promotion zum Dr.oec.
Juli: Apel wird Mitglied des ZK der SED.
- 1962
- Kandidat des Politbüros
des ZK und Mitglied des Forschungsrats der DDR. Außerdem ist er
Mitglied des Rates für die friedliche Anwendung der Atomenergie.
- 1963
- Apel wird stellvertretender
Vorsitzender des Ministerrates und Vorsitzender der Staatlichen Plankommission,
eines Gremiums zur langfristigen Wirtschaftsplanung der DDR. In dieser
Eigenschaft ist er gemeinsam mit Günter Mittag entscheidend an
der Umsetzung des "Neuen
ökonomischen Systems der Planung und Leitung" (NÖSPL)
beteiligt, das den DDR-Bürgern mehr Wohlstand bringen soll.
NÖSPL fördert betriebliche Eigeninitiative und eine Modernisierung
der Wirtschaft. Apel
wirkt auf eine Eindämmung der Abhängigkeit der DDR-Wirtschaft
von sowjetischen Erfordernissen hin.
Um gegenüber dem "kapitalistischen Westen" aufzuholen,
verwendet er - wahrscheinlich mit Wissen
Walter Ulbrichts - Rohstoffe aus der Sowjetunion, die in der DDR
für den sowjetischen Markt weiterverarbeitet werden sollten, für
devisen bringende Westaufträge.
Apel erhält das "Banner der Arbeit".
- 1964
- Apel wird mit dem "Vaterländischen
Verdienstorden in Gold" ausgezeichnet.
- 1965
- September: Bei den Vorverhandlungen für ein neues Handelsabkommen
der DDR mit der Sowjetunion fordert Apel Kredite sowie die Lockerung
der Abhängigkeit der DDR-Wirtschaft von der Sowjetunion. Die Sowjetunion
erhält Kenntnis von den außerplanmäßigen Westgeschäften
und fordert die DDR auf, innerhalb kürzester Zeit den Schaden zu
beheben. Im Verlauf der Auseinandersetzungen mit den Sowjets distanziert
sich Walter Ulbricht immer mehr von Apel.
November: Bei den weiteren Verhandlungen lehnt Apel den von den Sowjets
geforderten Handelsvertrag ab, der seines Erachtens die Diskriminierung
der DDR fortschreibt.
3. Dezember: Erich Apel erschießt sich mit seiner Dienstwaffe.
Noch am selben Tag unterschreibt Alfred Neumann an seiner Stelle den
Handelsvertrag. Erich Apel erhält ein Staatsbegräbnis, findet
darüber hinaus in der DDR aber keine Würdigung. Gerüchte
über ein Notizbuch mit einem (wirtschafts-) politischen Vermächtnis
Apels bestätigen sich nicht.
(sw/reh)
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