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Journalist und Schriftsteller
- 1923
- 5. November: Rudolf Augstein wird als sechstes von sieben Kindern
eines katholischen Kaufmanns in Hannover geboren.
- 1941
- Nach dem Abitur wird Augstein Volontär beim "Hannoverschen Anzeiger".
- 1942-1945
- Augstein wird Soldat im Zweiten Weltkrieg.
Er wird unter anderem als Kanonier, Funker, Kantinenwirt und schließlich
als Artilleriebeobachter an der Ostfront
eingesetzt.
- 1945
- Augstein arbeitet als Journalist beim "Hannoverschen Nachrichtenblatt".
- 1946
- November: Er wird Deutschland-Ressortchef bei dem unter britischer
Leitung gegründeten Nachrichtenmagazin "Diese Woche", das sich
am angelsächsischen Vorbild eines Wochenmagazins orientiert.
- 1947
- 4. Januar: Augstein übernimmt zusammen mit dem Fotograf Roman
Stempka und dem Kaufmann Gerhard R. Barsch als Lizenzträger "Diese
Woche" von den britischen Militärs. Sie benennen das Magazin in
" Der Spiegel" um. Augstein versteht den "Spiegel" als "Sturmgeschütz
der Demokratie" in dem immer wieder innenpolitische Skandale aufgedeckt
werden. Dem Stil nach lehnt sich "Der Spiegel" dem "Enthüllungsjournalismus"
des englischen Magazins "News Review" an.
November: Uraufführung seines Theaterstückes "Die Zeit ist
nahe ...", das vom "Spiegel" verrissen wird
- 1950
- John Jahr (1900-1991) wird Mitverleger des "Spiegel". Barsch
scheidet als Mitgesellschafter aus. 1952 geht auch Stempka.
- 1952
- Umzug des "Spiegels" von Hannover nach Hamburg.
- 1953
- Veröffentlichung seines ersten Buches "Deutschland - ein Rheinbund?".
- 1955
- Augstein und Jahr erwerben die Zeitschrift "Star-Revue".
Eintritt in die FDP.
- 1960
- John Jahr verlässt den "Spiegel"-Verlag. 1962 übernimmt
der Drucker Richard Gruner (geb. 1926) dessen 25-Prozent-Anteil.
- 1962
- 26. Oktober: Hausdurchsuchung
des "Spiegels" aufgrund der Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit",
die sich kritisch mit der Verteidigungskonzeption der Bundesrepublik
auseinandersetzt. Zwei Tage später stellt sich Augstein der Polizei,
wird inhaftiert und des Landesverrates beschuldigt.
- 1963
- Februar: Augstein wird aus der Haft entlassen, das Verfahren gegen
ihn wird 1965, nachdem sich die Anschuldigungen als unbegründet
erwiesen haben, eingestellt.
- 1968
- Veröffentlichung des Bestsellers "Preußens Friedrich und
die Deutschen".
- 1969
- Günter Gaus wird Chefredakteur
beim "Spiegel".
Augstein zahlt Gruner aus und wird Alleineigentümer des "Spiegel".
- 1972/73
- Über die NRW-Landesliste der FDP kommt Augstein im November
1972 in den Bundestag.
Bereits im Januar 1973 nimmt er das Ausscheiden von Günter Gaus
als Chefredakteur zum Anlass, sein Mandat niederzulegen.
- 1973
- Augstein führt im "Spiegel"-Verlag ein Beteiligungsmodell
ein, dass die Mitarbeiter zu Miteigentümern macht.
- 1977-1985
- Beteiligung am Münchner Filmverlag der Autoren.
- 1983 und 1987
- Ernennung zum Ehrendoktor der britischen Universität Bath und
der Universität Wuppertal.
- 1988
- "Spiegel"-TV startet mit Sendungen auf RTL und SAT 1.
- 1994
- Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hamburg.
Das neue Magazin "Focus" macht dem "Spiegel" marktwirtschaftlich starke
Konkurrenz.
- 1999
- Augstein erhält die Ehrendoktorwürde der Moskauer Hochschule
für Auswärtige Beziehungen.
- 2000
- Mai: Augstein wird in Boston vom "International Press Institut" als
eine der herausragenden Persönlichkeiten geehrt, die sich in den
letzten 50 Jahren für die Pressefreiheit einsetzten.
- 2002
- 7. November: Rudolf Augstein stirbt kurz nach seinem 79. Geburtstag
an den Folgen einer Lungenentzündung.
(nc)
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