1923-2002

 

Rudolf Augstein

Photo: Verhaftung von Rudolf Augstein, 1962
Photo: Rudolf Augstein auf dem 23. Parteitag der FDP in Freiburg, 1972
Photo: Rudolf Augstein auf dem 80. Geburtstag von Sir Peter Ustinov, 2001
Exponat: Zeitschrift: Der Spiegel über Rudolf Augstein

Journalist und Schriftsteller

1923
5. November: Rudolf Augstein wird als sechstes von sieben Kindern eines katholischen Kaufmanns in Hannover geboren.
1941
Nach dem Abitur wird Augstein Volontär beim "Hannoverschen Anzeiger".
1942-1945
Augstein wird Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er wird unter anderem als Kanonier, Funker, Kantinenwirt und schließlich als Artilleriebeobachter an der Ostfront eingesetzt.
1945
Augstein arbeitet als Journalist beim "Hannoverschen Nachrichtenblatt".
1946
November: Er wird Deutschland-Ressortchef bei dem unter britischer Leitung gegründeten Nachrichtenmagazin "Diese Woche", das sich am angelsächsischen Vorbild eines Wochenmagazins orientiert.
1947
4. Januar: Augstein übernimmt zusammen mit dem Fotograf Roman Stempka und dem Kaufmann Gerhard R. Barsch als Lizenzträger "Diese Woche" von den britischen Militärs. Sie benennen das Magazin in " Der Spiegel" um. Augstein versteht den "Spiegel" als "Sturmgeschütz der Demokratie" in dem immer wieder innenpolitische Skandale aufgedeckt werden. Dem Stil nach lehnt sich "Der Spiegel" dem "Enthüllungsjournalismus" des englischen Magazins "News Review" an.
November: Uraufführung seines Theaterstückes "Die Zeit ist nahe ...", das vom "Spiegel" verrissen wird
1950
John Jahr (1900-1991) wird Mitverleger des "Spiegel". Barsch scheidet als Mitgesellschafter aus. 1952 geht auch Stempka.
1952
Umzug des "Spiegels" von Hannover nach Hamburg.
1953
Veröffentlichung seines ersten Buches "Deutschland - ein Rheinbund?".
1955
Augstein und Jahr erwerben die Zeitschrift "Star-Revue".
Eintritt in die FDP.
1960
John Jahr verlässt den "Spiegel"-Verlag. 1962 übernimmt der Drucker Richard Gruner (geb. 1926) dessen 25-Prozent-Anteil.
1962
26. Oktober: Hausdurchsuchung des "Spiegels" aufgrund der Titelgeschichte "Bedingt abwehrbereit", die sich kritisch mit der Verteidigungskonzeption der Bundesrepublik auseinandersetzt. Zwei Tage später stellt sich Augstein der Polizei, wird inhaftiert und des Landesverrates beschuldigt.
1963
Februar: Augstein wird aus der Haft entlassen, das Verfahren gegen ihn wird 1965, nachdem sich die Anschuldigungen als unbegründet erwiesen haben, eingestellt.
1968
Veröffentlichung des Bestsellers "Preußens Friedrich und die Deutschen".
1969
Günter Gaus wird Chefredakteur beim "Spiegel".
Augstein zahlt Gruner aus und wird Alleineigentümer des "Spiegel".
1972/73
Über die NRW-Landesliste der FDP kommt Augstein im November 1972 in den Bundestag. Bereits im Januar 1973 nimmt er das Ausscheiden von Günter Gaus als Chefredakteur zum Anlass, sein Mandat niederzulegen.
1973
Augstein führt im "Spiegel"-Verlag ein Beteiligungsmodell ein, dass die Mitarbeiter zu Miteigentümern macht.
1977-1985
Beteiligung am Münchner Filmverlag der Autoren.
1983 und 1987
Ernennung zum Ehrendoktor der britischen Universität Bath und der Universität Wuppertal.
1988
"Spiegel"-TV startet mit Sendungen auf RTL und SAT 1.
1994
Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hamburg.
Das neue Magazin "Focus" macht dem "Spiegel" marktwirtschaftlich starke Konkurrenz.
1999
Augstein erhält die Ehrendoktorwürde der Moskauer Hochschule für Auswärtige Beziehungen.
2000
Mai: Augstein wird in Boston vom "International Press Institut" als eine der herausragenden Persönlichkeiten geehrt, die sich in den letzten 50 Jahren für die Pressefreiheit einsetzten.
2002
7. November: Rudolf Augstein stirbt kurz nach seinem 79. Geburtstag an den Folgen einer Lungenentzündung.

(nc) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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