|
Politiker
- 1908
- 18. August: Edgar Faure wird in Béziers/Frankreich als Sohn
eines Militärarztes geboren.
Studium der Literatur, Rechtswissenschaften und orientalischer Sprachen
in Paris.
Promotion zum Dr. jur. und Tätigkeit als Anwalt am Appellationsgerichtshof
von Paris.
- 1943-44
- Mitglied der Résistance und Leiter der Rechtsabteilung im
Nationalen Befreiungskomitee Charles
de Gaulles.
- 1945-46
- Französischer Anklagevertreter bei den Nürnberger
Kriegsverbrecherprozessen.
- 1946-55
- Deputierter für die Partei der Radikalsozialisten (parti radical
socialiste).
- 1947-1970
- Bürgermeister von Port-Lesnay.
- 1949-56
- Angehöriger verschiedener französischer Regierungen in
wechselnden Positionen: Staatssekretär der Finanzen (1949), Budgetminister
(1949-1951), Justizminister (1951-1952), Ministerpräsident (Januar-Februar
1952), Wirtschafts- und Finanzminister (1953-1955), Außenminister
(1955), Ministerpräsident (1955/56).
- 1956
- Faure wird aufgrund der Frage der Vorverlegung der Wahlen und seiner
Marokkopolitik verstärkt auch von der eigenen Partei kritisiert.
Er tritt von seinem Ministerpräsidenten-Amt zurück und wird
von der Partei ausgeschlossen.
- 1958
- Befürworter der Berufung General de Gaulles zum französischen
Präsidenten. Faure gilt seitdem als enger Vertrauter de Gaulles.
- 1959
- Neben seiner Tätigkeit als Senator studiert Faure Rechtsgeschichte
und besonders das römische Recht.
- 1962
- Professor für Rechtswissenschaften in Dijon.
- 1966-68
- Minister für Landwirtschaft in der Regierung Pompidou.
- 1968
- Als Unterrichtsminister im Kabinett Couve de Murvillle entwickelt
Faure eine Hochschulreform, die mit den Traditionen des französischen
Hochschullebens bricht. Das Ziel der Reform liegt im Abbau der Strukturen
und in der Verstärkung der Selbstverwaltung der Hochschulen.
- 1968-69
- Bildungsminister im Kabinett
de Gaulles.
- 1971
- Wahl zum Ehrenpräsidenten der "Bewegung für Sozialismus
durch Partizipation". Politisch schließt sich Faure als Hospitant
der gaullistische Fraktion (RPR) an und setzt sich für eine Sammlung
der Linksgaullisten ein, um der Vereinigten Linken entgegenstehen zu
können.
- 1972-73
- Minister für soziale Fragen.
- 1973-78
- Präsident der Nationalversammlung als Kandidat der Gaullisten.
- 1974
- Präsident des Regionalrates der Franche-Comté und des
"Institut libre d'etudes des relations internationales".
- 1978
- Mitglied der Académie Francaise.
- 1980
- Senator des Départements
Doubs.
- 1986
- Präsident des Internationalen Verbandes der Autoren und Komponisten.
- 1988
- 30. März: Edgar Faure stirbt in Paris.
Faure war zweimal verheiratet und hat zwei Kinder.
(iz)
© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
|